Ausgebombt! Eine Zeitreise ins kriegszerstörte Berlin

31 Bildmontagen von Alexander Kupsch

Das Fotoprojekt "Ausgebombt" verdeutlich anhand von Bildmontagen die Zerstörung Berlins zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Mit Klick auf das Bild gelangen Sie zur Bildergalerie. (© bpb)


Die historischen Fotos, die das zerstörte Berlin zeigen, stammen aus der Fotosammlung des Berliner Landesarchivs, das diese Aufnahmen dankenswerterweise zur Verfügung gestellt hat. Die Bildmontagen entstanden anlässlich des 70. Jahrestages des Kriegsendes im Jahr 2015. Das Deutschland Archiv der bpb zeigt sie noch einmal, weil sie am Beispiel Berlins eindrücklich vor Augen führen, wohin der Größenwahn der Nationalsozialisten am Ende des Zweiten Weltkrieges im Mai 1945 führte: zu Tod und Zerstörung.

Die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht beendete vor 75 Jahren am 8. Mai 1945 den Zweiten Weltkrieg auf europäischem Boden. 1939 hatten die Nationalsozialisten mit dem Überfall auf Polen diesen rasseideologischen Vernichtungskrieg begonnen, der Millionen Menschenleben kostete. Darunter allein sechs Millionen europäische Jüdinnen und Juden, die auf brutalste Weise ermordet wurden. Insgesamt bedeutete der Zweite Weltkrieg 60 bis 70 Millionen Tote. Danach entstanden eine neue bipolare Weltordnung, ein geteiltes Europa und zwei deutsche Staaten.

Die meisten Luftangriffe galten Berlin

Der Großteil der Luftangriffe auf Berlin im Zweiten Weltkrieg wurde von der britischen Royal Airforce (RAF) und der US-amerikanischen ASAAF geflogen. Insgesamt galten 363 Luftangriffe der damaligen Reichshauptstadt Berlin und der Region. 310 Angriffe zielten direkt auf Berlin. Dazu zählten auch 40 schwere und 29 Großangriffe. Der Luftkrieg gegen Berlin begann im November 1943 als „Battle of Berlin“ und dauerte bis März 1944. Die schwersten Luftangriffe gab es während der letzten drei Monate vor dem Kriegsende. Vom 1. Februar bis zum 21. April 1945 sollen mehr als 100.000 Tonnen Sprengstoff und Phosphor über Berlin abgeworfen worden sein. Insgesamt sollen auf Berlin 45.517 Tonnen Bomben niedergegangen sein. 421-mal sollen so genannte Vollalarme vor Angriffen gewarnt haben. Über die Zahl der zivilen Opfer gibt es unterschiedliche Angaben: Es wird von mindestens 20.000 und maximal 50.000 Toten in Berlin ausgegangen. Dabei herrscht Unklarheit über viele Vermisste.

Über 500.000 Wohnungen waren vollkommen zerstört

Bei Kriegsende waren 28,5 qkm der bebauten Fläche von Berlin zerstört. Die Stadt glich einem Trümmerfeld. Hunderttausende Berliner verloren Ihre Wohnung. Zudem waren viele Menschen in der Stadt unterwegs, die aus den früheren Ostgebieten geflohen waren. Vor dem Krieg gab es in Berlin 1.562.641 Wohnungen, nach dem Krieg konnten nur 370.000 davon sofort bewohnt werden. Gut 380.000 Wohnungen waren leicht beschädigt. Aber über 500.000 Wohnungen waren total zerstört worden und gut 100.000 galten als schwer beschädigt. Mehr als 50 Prozent der Wohnungen in den Innenstadtbezirken Mitte und Tiergarten waren komplett oder zumindest schwer zerstört. Allein in West-Berlin sollen mindestens 45 Millionen Kubikmeter Trümmer gelagert haben und mindestens 30 Millionen Kubikmeter im Osten der Stadt. Vom ursprünglichen Berliner Straßennetz mit insgesamt gut 4.300 Kilometern, waren rund 1.350 Kilometer vollkommen zerstört.

Aus Schutt und Trümmern entstanden 14 Trümmerberge in Berlin, dazu zählen der Insulaner in Schöneberg-Tempelhof, der Teufelsberg in Charlottenburg-Wilmersdorf und der Volkspark Friedrichshain in Friedrichshain-Kreuzberg. Von den ursprünglichen 4,339 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern Berlins, die im Jahr 1939 in der Stadt lebten, sollten sich im Mai 1945 nur noch 2,807 Millionen in der Stadt aufhalten.

Wir danken dem Verlag Pharus Plan GmbH, dass wir den historischen Plan für dieses Online-Projekt nutzen dürfen.



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