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18.9.2020

Eine Vetternwirtschaft: Die de Maizières arbeiten für die Deutsche Einheit

Die Zusammenarbeit der Cousins Lothar und Thomas de Maizières

Für diesen Filmbeitrag wurden Ausschnitte aus dem Film „Die de Maizières – Eine deutsch-deutsche Familie“ aus dem Jahr 1999, den Zeitzeugen TV produziert hat, zusammengestellt. Dieser Ausschnitt dokumentiert das Engagement der beiden Cousins Lothar und Thomas de Maizière auf dem Weg zur Deutschen Einheit im Jahr 1990.

Lothar und Thomas de Maizière 2010 in Berlin. (© picture-alliance/dpa)


Für diesen Filmbeitrag wurden Ausschnitte aus dem Film „Die de Maizières – Eine deutsch-deutsche Familie“ aus dem Jahr 1999, den Zeitzeugen TV produziert hat, zusammengestellt. Dieser Ausschnitt dokumentiert das Engagement der beiden Cousins Lothar und Thomas de Maizière bei der Herstellung der Deutschen Einheit im Jahr 1990.

Den zehnten Jahrestag der Deutschen Einheit nahm der deutsch-französische Fernsehsender arte zum Anlass, einen Film über die Familie de Maizière bei der Berliner Filmfirma Zeitzeugen TV zu beauftragen. Die Vorfahren der de Maizières hatten einst als in Frankreich verfolgte Hugenotten in Preußen Asyl gefunden. Nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Mauerbau 1961 wurden sie in eine West- und Ostfamilie getrennt. Insbesondere die beiden Cousins Lothar und Thomas de Maizière lenkten nach dem Mauerfall nicht unwesentlich die Richtung der „Wende“. Thomas de Maizière arbeitete in dieser Zeit als Pressesprecher der CDU-Fraktion im (West-)Berliner Abgeordnetenhaus. Sein Cousin Lothar wurde im November 1989, noch vor dem Mauerfall zum Vorsitzenden der CDU in der DDR gewählt. Als Lothar de Maizière im April 1990 nach der ersten und letzten freien Volkskammerwahl in der DDR, die am 18. März 1990 stattgefunden hatte, zum Ministerpräsidenten ernannt wurde, übernahm sein Cousin Thomas dessen politische Beratung. Fortan gestalteten die beiden de Maizières den Vereinigungsprozess aus dem höchsten Amt der DDR heraus wesentlich mit. Die beiden Familienmitglieder berichteten in diesem Film zehn Jahre nach Mauerfall und Friedlicher Revolution erstmals über ihre sprichwörtliche "Vetternwirtschaft“.

Für diesen Beitrag wurden Ausschnitte aus dem Film „Die de Maizières – Eine deutsch-deutsche Familie“ von 1999 zusammengestellt, die das Engagement der beiden Cousins Lothar und Thomas de Maizière bei der Herstellung der Deutschen Einheit dokumentieren. (©2020 Bundeszentrale für politische Bildung/bpb und Zeitzeugen TV Film- und Fernsehproduktion GmbH)



Lothar de Maizière trat im Dezember 1990 kurz nach der ersten gesamtdeutschen Bundestagswahl von seinem Amt als Bundesminister für besondere Aufgaben im Kabinett von Helmut Kohl (CDU) zurück, nachdem in der Öffentlichkeit über seine Zusammenarbeit mit der Stasi debattiert wurde. Auch darüber sprechen Lothar und Thomas de Maizière in dem kurzen Filmbeitrag.

Der Originalfilm „Die de Maizières – Eine deutsch-deutsche Familie“ aus dem Jahr 1999 hat eine Länge von 45 Minuten. Der hier präsentierte Ausschnitt ist gut zehn Minuten lang.

Ein paar Lebensdaten zu Lothar und Thomas de Maizière

Lothar de Maizière wurde am 2. März 1940 im thüringischen Nordhausen geboren und wuchs in der DDR auf. Dort studierte er zunächst Viola an der Ost-Berliner Hochschule für Musik „Hanns Eisler“. Auf Grund einer Erkrankung, die einer Musikkarriere entgegengestanden hätte, musste er sich umorientieren und studierte Jura im Fernstudium an der Ost-Berliner Humboldt-Universität. Lothar de Maizière wurde schließlich Anwalt: Ab 1987 war er stellvertretender Vorsitzender des Kollegiums der Berliner Rechtsanwälte unter dem Vorsitz von Gregor Gysi. De Maizière hatte zudem eine Rechtsanwaltszulassung zum Militärstrafsenat beim Obersten Gericht der DDR. Er war seit 1956 Mitglied in der DDR-CDU. Von 1986 bis 1990 bekleidete er das Amt des Vizepräses der Synode des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR. Vom 12. April bis 2. Oktober 1990 war er Ministerpräsident der DDR.

Thomas de Maizière kam am 21. Januar 1954 in Bonn zur Welt. Er studierte Jura, trat 1971 in die CDU ein und war 1989 Pressesprecher bei der CDU-Fraktion im (West-)Berliner Abgeordnetenhaus, später wurde er Leiter der Staatskanzlei von Mecklenburg-Vorpommern, Chef der Sächsischen Staatskanzlei, Sächsischer Staatsminister der Finanzen, Sächsischer Staatsminister der Justiz, Sächsischer Staatsminister des Innern, Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes sowie Bundesminister des Innern und Bundesminister der Verteidigung.
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