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3.10.2020

Wie man zum Ossi wird - Nachwendekinder zwischen Klischee und Stillschweigen

Denkanstöße zum Tag der Deutschen Einheit 2020 (Folge III)

"Man wird nicht als „Ossi“ geboren, man wird zum „Ossi“ gemacht. Nachwendekinder haben die DDR nie gesehen, maximal ihre Zehen stecken noch im selbsternannten Arbeiter- und Bauernstaat. Schaut man aber genau hin, ist es wenig verwunderlich, dass Nachwendekinder eine Verbindung zu Ostdeutschland spüren", beobachtet der aus Pankow stammende Autor und Journalist Johannes Nichelmann. Dieser Generation traut er es zu, endlich "das Bild über die DDR und Ostdeutschland auszudifferenzieren", um "einige der politischen Schieflagen im Osten zu lösen".

Ein Etikett, mit dem sich junge Leute aus dem Osten Deutschlands eigentlich ungern identifizieren. Aber nicht wenige machen im Westen die Erfahrung, schnell als "Ossi" abgestempelt zu werden. (© picture-alliance, Christian Fink)


Mit der Friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung haben in unserer Eltern- und Großelterngeneration viele angenommen, dass die Ost-West-Sache für uns Nachgeborene keine Rolle mehr spielen würde. Das Gebot der Stunde lautete: „Deutschland ist wieder eins“.

Nachwendekinder wachsen natürlich mit den Privilegien auf, sich überall hin frei bewegen zu können, für Abitur und Studium keine Offizierslaufbahn einschlagen zu müssen und ihre Meinungen stets frei äußern zu dürfen.

Aber die Wiedervereinigung markierte keine Stunde Null – Nachwendekinder sind natürlich von den Biografien derjenigen mitgeprägt, die sie erzogen haben. Familien, Lehrerinnen und Lehrer sowie und Nachbarinnen und Nachbarn haben sich in den 1990’er Jahren nicht automatisch in Westdeutsche verwandelt.

Ein Ausklammern der DDR im Unterricht

Was uns jedoch von ihren Biografien entfernt hat, war der Geschichtsunterricht, denn die DDR-Gesellschaft ist in den Schulen allenfalls ein Randthema. Wirtschaftswunder, RAF-Terror und Helmut Kohl stehen auf dem Lehrplan. Von Mauerbau, Gründung der Staatsjugendorganisation „Freie Deutsche Jugend“ (FDJ) und der Rolle eines Erich Honeckers ist nur selten die Rede. Das, was unsere direkten Vorfahren geprägt hat, ist in den Hintergrund getreten.

Natürlich gab es an den Küchentischen des Ostens diese Erzählungen á la „Früher zu DDR-Zeiten, da …“. Anekdoten, wie sie in jeder Familie erzählt werden, egal ob in Bautzen oder Bielefeld. Gleichzeitig war dieses Gefühl einer unerklärlichen Traurigkeit spürbar.

Ich habe meine frühe Kindheit in den 1990’er Jahren in Berlin-Pankow verbracht. An der Ecke gab es einen kleinen Kaufmannsladen, einen Konsum. Wenn ich von meiner Mutter dorthin geschickt wurde, um Milch in Plastikschläuchen zu kaufen, dann traf ich stets auf traurig blickende und schlecht gelaunte Verkäuferinnen in weißen Kitteln. Mir fiel auf, dass sie niemals zu lachen schienen. Das war mir unheimlich.

Auch die Eltern meines besten Grundschulfreundes erschienen mir immer sonderbar bedrückt zu sein. Mein Mathelehrer, damals um die 60 Jahre alt, erwischte sich einmal dabei, wie er anfing, von seiner Zeit an der Schule vor der Transformation zu schwärmen. Er unterbrach sich mitten im Satz und meinte, dass das jetzt aber unter uns bleiben müsste. Umherschwirrende Begriffe wie „Arbeitsamt“ oder „ABM“ (Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen) wurden zu Chiffren für etwas Ungutes. Das sind Erinnerungsfetzen.

Es sind vielleicht nicht die großen Erzählungen, die Nachwendekinder geprägt haben. Es sind diese und andere Momentaufnahmen.

(Ver)schweigende Großeltern

Bis heute wird in manchen Familien aber auch viel geschwiegen. Es tritt bei Eltern und Großeltern nicht selten Stille ein, wenn es um das Leben in der DDR, den Beitritt zur SED, um den Glauben an den Sozialismus und um den schmalen Grat des richtigen Lebens im falschen geht. Es müssen noch viele Debatten innerhalb der DDR-geprägten Gesellschaft geführt werden. Debatten, die wichtig sind, um die eigene Herkunft zu verstehen zu können. Um sich zur Familiengeschichte verhalten und daraus lernen zu können.

Einer Studie der Otto-Brenner-Stiftung zufolge, geben 70 Prozent der Nachwendekinder aus Ostdeutschland an, dass ihre Herkunft noch immer eine Rolle im Alltag spiele[1]. Das liegt natürlich zum einen an der Prägung durch das Aufwachsen in einer Gesellschaft, die sich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs anders entwickelt hat, als die Gesellschaft der Bundesrepublik. Zum anderen hängt das aber auch mit dem Außenblick auf den Osten zusammen,. iIm Hhier und Hheute, 30dreißig Jahre nach der Wiedervereinigung. Als 1989 in Ost-Berlin geborener merke ich, dass ich mich immer wieder zu Ostdeutschland verhalten muss.

In den frühen 2000er Jahren zog ich mit meiner Familie von Berlin nach Bayern. Bis ich zwölf Jahre alt war, spielte das Ost-West-Zeug keine Rolle für mich. In der neuen Schule, in der Nähe von Augsburg, aber wurde es schlagartig zum Thema. Für Lehrkräfte und meine MitschülerSchüler*innen war ich auf einmal „der Ossi“. Eine Lehrerin empfahl mir, mich schleunigst zu integrieren. In dieser Zeit begann ich, „den Osten“ verbittert zu verteidigen.

In ungewollter Verteidigungsposition

Ich wollte nicht aus einem Landstrich kommen, in dem alles furchtbar und elend war – so, wie es mir nun auf einmal vermittelt wurde. Ein Mitschüler fragte mich, ob man wirklich erschossen wurde, wenn man in der DDR gerannt ist. Es war ein Gefühl der doppelten Ohnmacht. Das Ankämpfen gegen die Diskriminierung und das Gefühl, die eigene Herkunft gar nicht erklären zu können. Denn irgendwann fiel mir eben auf, dass ich eigentlich überhaupt nicht kannte, was ich da eigentlich verteidigte.

Heute ist meine Herkunft immer dann Thema, wenn „der Osten“ auffällig wird. Wenn rechtsradikale Mobs 2018 durch Chemnitz ziehen. Ein gleichalter Freund aus Niedersachsen bat mich damals, Farbe zu bekennen: Wwie würde ich mich zu den Hetzjagden der Nazis aus dem Osten persönlich verhalten? „So, als Ostdeutscher“ müsse ich dazu ja wohl eine Meinung haben. Ich war perplex, als von mir ein Bekenntnis zum Rechtsstaat und zum Grundgesetzt eingefordert wurde. Es verwundert auch, dass nach den hohen zweistelligen AfD-Ergebnissen bei den Landtagswahlen 2019 in Brandenburg (23,5%) und Sachsen (27,5%), für das Erste Deutsche Fernsehen sogleich „der Osten“ gewählt hatte.

Ich habe für mein erzählendes Sachbuch „Nachwendekinder – Die DDR, unsere Eltern und das große Schweigen“ (Illstein, 2019) mit zahlreichen Nachwendekindern über ihr Verhältnis zum Osten gesprochen. Darüber, wie sie sich zu ihrer Herkunft verhalten und verhalten haben. Es sind persönliche Geschichten, die nicht verallgemeinern wollen.

"Ihr jammert nicht!"

Zwei dieser Nachwendekinder, die ich für mein Buch porträtiert habe, sind Beatrice und Sandro. Beatrice fühlt sich manchmal so, als wäre sie ein Wirtschaftsflüchtling. Sandro stellt am Ende einer Odyssee fest: „Irgendwann habe ich mich gefragt: Ist es nicht schlimm, dass ich jetzt so tue, als sei ich kein Ostdeutscher?“ Beatrice, Jahrgang 1985, lebt in Frankfurt am Main. Großgeworden ist sie in einem kleinen Ort bei Eisenach. Im nahegelegenen Jena hat sie Betriebswirtschaft studiert. Seit 2014 ist Frankfurt am Main ihr Zuhause. Beatrice ist eine herzliche, offene Person. Schulterlanges Haar, Pony, schlank. Ihr Kleidungsstil – lässig, sportlich und doch elegant – passt zu ihrem Beruf, den sie in einem der Frankfurter Hochhauspaläste ausübt. Bei einem großen Finanzdienstleister kümmert sie sich um das Marketing.

Bevor sie an den Main gezogen ist, hat sie sich nie große Gedanken über ihre Herkunft gemacht. Erst in Hessen wurde sie zum „Ossi“, zumindest für die anderen. In ihrer Jugend, auch nicht später in ihren Zwanzigern, hatte das jemals eine Rolle gespielt. Alles fing an, als sich eines Tages ihr Chef an sie wendet. Damals arbeitete sie noch in einer Marketingagentur. In dem Unternehmen gab es neben ihr einen zweiten Kollegen aus Ostdeutschland. Der Vorgesetzte lächelte die beiden an, wollte ein Kompliment machen. „Kurz nach der Wende“, holte er aus, „hatte ich schon einmal zwei Ostdeutsche. Die fand ich damals super, weil die gut gearbeitet haben und sich wenig beschwerten. Genau wie Ihr! Ihr jammert nicht und seid nicht so schnell gestresst wie Eure Kollegen von hier.“

Beatrice und ihr Kollege konnten sich über dieses Lob nicht wirklich freuen. Sie sollen gut arbeiten, weil sie aus Ostdeutschland kommen? Lieber würden sie als Individuen wahrgenommen werden statt als Kollektiv. „Da ist uns klar geworden, dass wir einiges aufarbeiten müssen. Gelegenheit wird es genug geben. Für mich war das Ost-Ding nie wichtig. Für die Leute scheinbar schon.“

Als die Mauer fiel, war sie vier Jahre alt. „Wie war denn das Leben so in der DDR, Beatrice?“ Fragen wie diese hört sie häufiger. „I don’t know. Ich habe das ja nicht erlebt“, ist dann ihre Antwort. Als sie auf Arbeit einmal eine Banane isst, bleibt das nicht unbemerkt. Beatrice ist mehr als verwundert über das, was sie zu hören bekommt. „Ja klar, du isst die sicher so gerne, weil du die früher nicht hattest.“

Jede Beteuerung, dass das Unsinn sei und sie die Dinger eben einfach mag, fühlt sich an wie ein Kampf gegen Windmühlen. Beatrice stößt auf die Vorstellungen von einem Ostdeutschland, das bis heute voller Ruinen oder wenigstens Häusern mit eingeschlagenen Fensterscheiben steht. Das ist nicht ihre Erfahrung. „Die stellen sich das nicht so vor, dass du da zum Cappuccino auch eine Hafermilch bekommst. Genauso wenig, dass es da schöne gemütliche Altstädte mit Fachwerkhäusern, Kirchen und Museen gibt.“ Beatrice schwärmt von den kleinen Boutiquen auf der Erfurter Krämerbrücke.

Manchmal platzt das Thema an vollkommen unverhofften Stellen in ihren Tag. Wenn ihr hin und wieder ein neuer Kollege vorgestellt wird, heißt es plötzlich: „Ach übrigens, der ist auch aus dem Osten.“ Gedanklich rollt Beatrice dann mit den Augen. Meistens geht die Konversation nämlich so weiter: „Ich frage den neuen Kollegen, wo er denn herkommt. ‚Aus Usedom.‘ Aha. Dann sag ich, dass ich aus Thüringen bin. Wir nicken und gut ist.“

Ostdeutsche – Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen, Sachsen und dem Ostteil Berlins – fühlen untereinander nicht automatisch eine Verbundenheit, nur weil sie aus dem Osten kommen. „Ich als Thüringerin fühle mich Leuten von der Küste oder aus der Uckermark nicht so nah wie Leuten aus Sachsen oder Hessen.“

"Dann fallen die Pauschalurteile, die Beatrice nicht mehr hören kann"

An manchen Tagen lässt sie das Gerede über Ostdeutschland einfach im Raum stehen. An anderen fängt sie an zu diskutieren.

„Ich will wissen, warum meine Herkunft diese große Rolle spielt!“ Spätestens als im Spätsommer 2018 in Chemnitz ausländerfeindliche Übergriffe und Demonstrationen aus dem Osten gemeldet werden, wird in der Mittagspause darüber gesprochen. Dann fallen die Pauschalurteile, die Beatrice nicht mehr hören kann. „Der Ostdeutsche“ als Teil einer Meute von arbeitslosen Rassisten und Neonazis, auf dem Kopf peinliche Hüte in den Deutschlandfarben, in der Hand das Pegida-Banner.

Es fällt der Begriff „Dunkeldeutschland“. Eine Kollegin, Jahrgang 1992, führt aus, dass man sich ja nicht zu wundern brauche, da im Osten doch sowieso alle Nazis seien. „Ich bin dann in der Bredouille“, sagt Beatrice. „Auf der einen Seite will ich ganz klar Position beziehen, auf der anderen Seite bin ich in einem Arbeitskontext und kann nicht ausfallend werden. Das ist ein so emotionales Thema.“ Eine andere Kollegin erzählt, dass auch sie schon einmal „drüben“ gewesen sei und dort sogleich selbst einen fremdenfeindlichen Übergriff miterlebt habe. Beatrice ist fassungslos. „Ich wusste ganz genau, dass sie noch nie dort gewesen ist!“

Sie wünscht sich, dass mehr junge Menschen aus dem Westen vorbehaltlos eine Reise in ihre Heimat antreten würden. Ansonsten kann sie ihnen die Unwissenheit aber nicht so richtig übelnehmen. Beatrice wurde in ihrer Kindheit und Jugend von der Summe der medialen Eindrücke über das Leben in der DDR verwirrt. Sie weiß, wie es heute im Osten ist. Aber vor der Wiedervereinigung? „Entweder es wurde so dargestellt, dass nicht alles schlecht war, oder so, als ob es so richtig, richtig mies gewesen ist.“

Versäumt, nachzufragen

Es ist den Fragen und Vorurteilen der Kolleginnen und Kollegen zu verdanken, dass sie anfängt, sich für das Leben ihrer Eltern und Großeltern zu interessieren. In ihrer Familie ist wenig darüber gesprochen worden. „Ich fand das auf einmal schade.“ Sie habe gemerkt, dass es mit ihrem Jungsein, ihrem Studium und dem vielen Feiern zu tun gehabt habe, dass sie es versäumte, mal genauer nachzufragen. Heute tue ihr das leid. Die Eltern ihres Vaters sind bereits verstorben. Um sie zu fragen, ist es zu spät. Bei den anderen Großeltern und ihren eigenen Eltern beginnt sie, in Gesprächen nachzuhaken. Sandro, geboren 1992, hat seine Kindheit und Jugend im Mittelpunkt von Sachsen-Anhalt verbracht, zumindest im geografischen Mittelpunkt. Calbe (Saale) liegt 30 Kilometer von Magdeburg entfernt. Sandro ist auf den ersten Blick ein unscheinbarer Typ. Blondes, strohiges Haar, schlank, sportlich und am liebsten im Hoodie unterwegs. Er liebt sein Rennrad und Pizza. Auf den zweiten Blick wird klar, dass Sandro sein Umfeld stets genau analysiert und ebenso genau weiß, was er will. Er hat eine große Sensibilität für sich und seine Mitmenschen.

In Calbe bleiben wollte er nie. Nach dem Abitur suchte er sofort das Weite. „Wenn ich heute zu den typischen Familienfeiertagen dort bin, fällt mir die Decke auf den Kopf.“ Calbe ist für Sandro das Abziehbild einer ostdeutschen Kleinstadt. Vier Apotheken, mindestens drei Altersheime, eine Spielhalle, eine Handvoll Gaststuben mit deutscher Küche, dazu das Antalya-Bistro und das Akropolis-Restaurant. „Die vietnamesischen Imbisse sind das Exotischste, was es hier zu sehen gibt“, findet Sandro.

In seiner Kindheit spielte er am liebsten in den Ruinen der alten Papierfabrik und des ehemaligen VEB Metallleichtbaukombinats. „Diese Brachen gibt es noch immer. In den letzten 20 Jahren hat sich so gut wie gar nichts getan. Außer, dass es noch weniger Arbeitsplätze und noch weniger Perspektiven gibt. Das Kulturangebot ist noch kleiner geworden.“ Wo früher Wiesen waren, stehen jetzt Billig-Supermärkte. Häuser wurden abgerissen oder sind eingestürzt.

Sandro zuckt mit den Schultern, denn auch mit anderen Ost-Klischees kann er nur bedingt aufräumen. „Ich will das nicht größer machen, als es ist, aber natürlich gab es auch in meiner Jugend diese tiefbraunen Nazi-Dörfer.“ Auf dem Schulhof wurden kostenlose Musik-CDs mit verteilt. Beim Abendessen erzählte Sandro davon seinen Eltern. Sein Vater arbeitete als Polizist, seine Mutter in einem Jobcenter. Sie waren alarmiert. „Du solltest wissen“, holte sein Vater aus, „dass das Musik von den Neonazis ist.“

Als im Unterricht die Tagebücher der Anne Frank besprochen wurden, provozierten Klassenkameraden durch das Tragen von „Thor Steinar“-Klamotten, einer bei Neonazis beliebten Marke. Früher waren das Sandros Freunde. „Das hat sich irgendwann langsam, still und heimlich entfremdet. Leute, mit denen ich nachmittags abgehangen hab, sind dann eben in diese Ecke gerutscht. Aber nicht alle sind dort für immer hängen geblieben.“

"Zu den Wessis"

Sandro färbte sich irgendwann seine Haare blau und galtzählte fortan alszur Gruppe der Außenseiter. Dazu zählten auch Punks, Hip-Hop-Leute, Heavy-Metal-Typen und Techno-Fans. „Unter anderen Bedingungen findet sich so eine Konstellation ja nicht zusammen.“ Sandro wollte so schnell wie möglich weg aus Calbe.

Nach seinem Abitur, da war er 18 Jahre alt, erhielt er die Zusage der Hochschule Bremen, Studiengang Journalistik. Sandro packte seine Sachen und zog in den hohen Norden, beziehungsweise in den Westen. Zu den „Wessis“. Seine Eltern hatten häufiger über deren Überheblichkeit gesprochen, ihren Reichtum, ihre Andersartigkeit. Mit diesen Vorurteilen will Sandro nichts zu tun haben. „Ich dachte, ich bin ja nach der Wende geboren. Das ist deren Ding. Für mich gibt es keine Unterschiede.“ Heute hält er das für naiv.

Auf die Idee, sich als Ostdeutscher zu identifizieren, wäre Sandro nie gekommen. Nach einem halben Jahr an der Weser aber änderte er seine Einstellung. In seinem Jahrgang sind 50fünfzig Kommilitoninnen und Kommilitonen, davon zwei aus dem Osten. Er war einer davon. „Auf einmal war ich der Ostdeutschland-Beauftragte!“, stellt Sandro fest. Manchmal klingelte in seinen Ohren auch das Wort „Dunkeldeutschland“. „Im Geschichtsunterricht hatten die meisten nur wenig über die DDR gehört. Nach dem Motto: ‚Da gab’s die Mauer, die Stasi, die SED. Alles Diktatur, alles schlimm.‘ Darauf, dass es echte Menschen waren, die da gelebt haben, sind die nicht gekommen. Es war einfach eine Seite im Geschichtsbuch.“

Jeden Tag wurde er auf seiner Herkunft angesprochen, fühlte sich auf sein Ostdeutschsein reduziert.

An der Supermarktkasse, am Kneipentresen, in der Mensa – Sandro konnte seine Herkunft nicht verstecken. Eines Abends, da war Sandro noch ganz neu in der Stadt, ging er mit Leuten aus seinem Seminar ins „Mono“, eine kleine Raucherkneipe in der Neustadt. Sandro trat an die Theke, bestellte im Dialekt seiner Heimat ein Bier. Für jeden war hörbar, dass er aus Sachsen-Anhalt kommt. Oder anders: Für weniger geübte Ohren war klar, dass er auf jeden Fall ein „Ossi“ ist. Die Kellnerin äffte Sandros Dialekt nach. „Was willst denn dDu hier? Willst dDu och `n paar Bananen?“ Sandro war überfordert. Dann stieg in ihm Wut auf. Noch Tage später beschäftigte ihn diese Begegnung. Es sollte nicht die einzige dieser Art bleiben. „Das war die Hölle, sich durch Bremen zu bewegen. Bei jedem Einkauf, jeder Bierbestellung, jedem Gespräch kam sofort dieses „Ach, Du bist aus dem Osten!"

Identitätskrise

Sandro war überzeugt, dass die Leute das nie wirklich böse gemeint haben. Er fühlte sich genötigt, jedes Mal von Neuem zu erzählen: „Ja, ich komme aus Sachsen-Anhalt. Ja, da ist es wirklich so schlimm. Ja, meine Eltern haben in der DDR gelebt.“ Es folgten meist die Ossi-Witze. Irgendwann begann er zähneknirschend mitzulachen, dann wieder blickte er seinem Gegenüber mit eiserner Miene ins Gesicht. Ein anderes Mal fing er an zu streiten. Irgendwann blieb er stumm, machte sich klein, wollte um auf gar keinen Preis aufzufallen.

Sandro steckte in einer Identitätskrise. Er fasste einen Entschluss. Um dem Spießrutenlauf zu entgehen, dachte er, müsse er sich verändern. „Ich wollte mir aussuchen können, wann ich über meine Herkunft spreche und wann nicht.“ Seine Lösung: sich den Dialekt abtrainieren. Er arbeitete hart daran, von nun an nur noch Hochdeutsch zu sprechen. Wenn man ihm heute zuhört, dann ist nur noch bei manchen Wörtern eine sanfte Sprachfärbung zu bemerken. Der Dialekt ist weg und damit auch die ungewollten Gespräche über seine Heimat. In ihm beginnt es zu arbeiten. Ist es richtig, seine Wurzeln zu verleugnen?

"Sie haben das Beste daraus gemacht, sagen sie immer.“

Die Eltern von Beatrice können sich kaum vorstellen, dass die Generation ihrer erwachsenen Tochter bis heute einen Ost-West-Konflikt vor sich herschiebt. Bei Besuchen in der Heimat erzählt sie von den Fragen und Mutmaßungen ihrer Kolleginnen und Kollegen und löst Kopfschütteln aus. Der Vater von Beatrice ist Jahrgang 1964, lernte in der DDR den Beruf des Zerspanungsmechanikers. Nach der Wende arbeitete er lange für einen Versanddienst. Ihre Mutter ist ein Jahr jünger, lernte zunächst in einer Wäscherei und arbeitet seit der Wende in der Fertigung verschiedener Industrieunternehmen und als Verkäuferin.

Beatrice beginnt nachzufragen. Wie war das Leben in der DDR? Die Geschichten und Anekdoten, die Beatrice zu hören bekommt, handeln meistens von Ungerechtigkeiten und Konflikten mit dem System.

Vom Großvater, dessen Brüder in Westdeutschland lebten, und seinem Wunsch, sie anlässlich eines Geburtstags besuchen. Er stellte den Antrag auf ein Reisevisum. Nach dem Besuch wollte er in jedem Fall in die DDR zurückkehren. Er bekam eine Ablehnung. Schlimmer noch, ihm wurde daraufhin der Passierschein entzogen. Dieser ermöglichte es ihm, seine Schwester zu besuchen.

Sie wohnte damals im Sperrgebiet nahe der innerdeutschen Grenze. Es forderte einen großen Kampf, diese Entscheidung der Staatsgewalt zu revidieren. In der Familie blieb das unvergessen. „Viel häufiger ist meine Familie aber nicht aufgefallen. Meine Eltern haben gesagt, solange man sich ruhig verhalten hat und gut gearbeitet hat, ist alles gut gewesen. Sie wissen ganz genau, es war kein geiles System. Sie hatten als junge Menschen wenige Möglichkeiten. Aber sie haben das Beste daraus gemacht, sagen sie immer.“

Gleichzeitig aber loben ihre Eltern beispielsweise die Kinderbetreuung in der DDR, die Möglichkeit, ihre Kinder tagsüber in den Kindergarten zu geben. „Sie sehen das sehr differenziert“, findet Beatrice. „Nichts wird verteufelt und nichts beschönigt. Ich glaube, ich habe das Leben in der DDR jetzt so ein bisschen verstanden.“ Beatrice gibt sich damit zufrieden. Es gibt nichts, wofür sie sich schämenducken müsste. Ihre Eltern und Großeltern waren keine Täter. Sie waren auch keine Verfolgten des SED-Regimes.

"Sie sieht sich auch nicht als Ostdeutsche, sondern als Thüringerin"

Mit marodierenden Neonazibanden hat Beatrice ebenso wenig zu schaffen wie mit den Wutbürgern vor der Dresdner Frauenkirche. Sie steckt auch nicht in dem Dilemma, dass sie die Erfahrungen mit ihren Kolleginnen und Kollegen in Westdeutschland sie in eine Identitätskrise gestürzt hätte. Vielmehr spielt für sie die Vergangenheit einfach keine so große Rolle. Sie sieht sich auch nicht als Ostdeutsche, sondern als Thüringerin.

Beatrice wäre durch ihre Erfahrungen in Frankfurt am Main, anders als Sandro, auch nie auf die Idee gekommen, ihre Herkunft zu verleugnen. Allerdings hatte sie solche Erfahrungen auch erst mit Anfang 30 und nicht schon mit 18 Jahren gemacht.

Vielleicht haben Beatrice die Diskriminierungen auch deshalb weniger erschüttert, weil sie ihr Heimatdorf Mihla als besonderes Idyll wahrnimmt. Die Ortschaft liegt zwölf Kilometer von Eisenach entfernt, nicht weit von der Wartburg. An diesem geschichtsträchtigen Ort übersetzte Martin Luther, nachdem er die Römische Kirche entzweit hatte, das Neue Testament ins Deutsche. In der thüringischen Gemeinde leben 2800 Menschen. Jeder kennt jeden. Den besonderen Zusammenhalt im Dorf führt sie auf die DDR zurück, wo Vergemeinschaftung zur Staatsraison gehörte. Bis sie 18 Jahre alt ist, tanzt sie als Funkenmariechen im Gardeverein. Beim Hausbau der Eltern helfen viele Nachbarn. Im Dorf selbst gibt es einen Supermarkt, eine gute Busanbindung, ein Freibad. Nur einen Steinwurf entfernt liegt der Nationalpark Hainich. Der riesige Wald war zu DDR-Zeiten teilweise als Sperrgebiet ausgewiesen, der Zutritt strengstens verboten. Er diente der NVA und der Sowjetarmee als Übungsgelände. Diese Areale sind nicht der Forstwirtschaft zum Opfer gefallen. Heute lässt sich dort besichtigen, wie unberührte Wälder aussehen.

Beatrice kommt aus einer wirklich schönen Gegend. In Frankfurt hilft ihr das aber kein bisschen im Kampf gegen ihren Sonderstatus. Gerade von den nach 1990 Geborenen hört sie Sätze wie diesen: „Ist ja klar, dass du hier bist. Weil es ja da drüben keine Jobs gibt. Oder nur schlecht bezahlte.“ Mit verschränkten Armen und halbironisch sagt sie dann: „Tja, dann bin ich wohl ein Wirtschaftsflüchtling.“ Wobei sie schon gelegentlich überlegt, welche Karrierechancen sie als Marketing-Spezialistin in Eisenach oder Erfurt hätte.

Würde sie selbst in absehbarer Zeit zurückkehren? „Nein!“, sagt sie. Das liege an den mangelnden beruflichen Chancen. Beatrice entwickelt heute großangelegte Werbekampagnen. „Natürlich gibt es in Eisenach auch Marketing-Agenturen“, setzt Beatrice an, „aber irgendwann willst du am Ende des Tages keine Flyer mehr machen. Oder die Internetseite für Firma XY. Da fühlst du dich zehn Jahre zurückversetzt, sitzt da und erklärst jemandem Instagram.“

"Dass ihre Kolleginnen und Kollegen sich „den Osten“ einmal ansehen"

Längst nicht alle Freunde von Beatrice haben die Region verlassen. Sie sind Lehrer oder Logopädin geworden. Andere arbeiten bei der Sparkasse. Opel und BMW unterhalten große Werke in der Gegend. „Leute aus dem Allgäu oder dem Ruhrpott würden in meiner Situation ja auch ihre Heimat verlassen müssen“, mutmaßt Beatrice. „Ich frage mich, warum sich meine Heimat immer so negativ darstellt.“ Eine Antwort darauf hat sie nicht, aber einen Wunsch: Dass ihre Kolleginnen und Kollegen sich „den Osten“ einmal ansehen. „Außer Berlin, das zählt nicht. Da ist eh alles anders.“ In Bremen haben die Leute in Sandros Umfeld irgendwann gelernt, dass er Sandro ist, nicht Sandro der Ostdeutsche. Fragen wie „Sandro, was sagst Du dazu? So als Ostdeutscher?“, werden seltener. Von „Dunkeldeutschland“ wird in seiner Gegenwart nur noch sehr selten gesprochen. Außerdem fällt er bei Begegnungen mit Fremden sprachlich kaum noch auf. Sandro ist selbstbewusster und will sich nicht mehr verstecken. „Letztendlich muss ich mich als Ostdeutscher identifizieren. Ich darf mich identifizieren, auch wenn ich mich von manchem distanziere. Das ist ja trotzdem Teil von dem, was ich heute bin.“

"Sandros Ossi-Werdung"

Sandros „Ossi-Werdung“ in Bremen hat auch dafür gesorgt, dass er sich angesprochen fühlt, wenn in Zeitungen und Magazinen über den „ostdeutschen Mann“ verhandelt wird. Wenn die Berliner Morgenpost titelt „Enttäuscht und missachtet – so tickt der ostdeutsche Mann“. Oder wenn Die Zeit fragt: „Wie konnte aus dem ostdeutschen Mann der Hysteriker der Republik werden?“ Sandro ist ein ostdeutscher Mann. Er kommt sich aber weder hysterisch, noch enttäuscht oder missachtet vor.

Eine inzwischen ausgelutschte Frage? Oder in der Erlebnisgeneration vom Mauerfall und Wiedervereinigung unverändert relevant? Das Wandbild mit der deutschen Nationalflagge und dem Schriftzug "Ossi oder Wessi?" wurde am 2. Oktober 2015 in Berlin fotografiert. (© picture-alliance/dpa, Rainer Jensen)


Aber Sandro ist in dieser Debatte auch nicht wirklich gemeint, weil er nicht mehr in Ostdeutschland lebt. Bei der Bundestagwahl 2017 wählte in den neuen Bundesländern jeder vierte Mann die „Alternative für Deutschland“, im Westen jeder achte. „Natürlich macht es was mit der Gesellschaft, wenn ein gewisser Typ, der studieren will, tendenziell immer das Bundesland verlässt.“

Die Leute, die dortgeblieben sind, sähen halt, dass alte Freunde abhauten und nie wiederkämen, nicht zu Weihnachten, nicht zum Klassentreffen, schon gar nicht zum Leben. „Das erklärt natürlich nicht, warum jemand rechtsradikal wird“, sagt Sandro, „aber das sind so Nuancen, über die auch zu wenig diskutiert wird. Was passiert, wenn das gesamte soziale Umfeld wegzieht?“

"Die schmeißen Essen einfach schneller weg"

Im West-Deutschland der 2010er Jahre bemerkt auch Sandro, dass er anders ist als die meisten seiner dort sozialisierten Altersgenossinnen und Altersgenossen. „Worin liegen diese Unterschiede?“, will ich von ihm wissen. Sandro überlegt ein paar Sekunden und beginnt seine Antwort mit einer Entschuldigung: „Das klingt wahrscheinlich wie ein total schlimmes Klischee, nach dem Motto ‚Wir hatten ja nichts im Osten."

Er erzählt von seinen Eltern und Großeltern, von deren Erfahrungen des Mangels. „Mein Vater hat mir erzählt, dass es in seiner Familie oft einfach nur Kartoffeln und Leinöl gab. Ein scheußliches Essen, dass man macht, wenn es nichts anderes gibt. Das macht keinen Spaß beim Essen.“ Essen wegzuwerfen wird bei ihm zu Hause penibel vermieden. Sandros Eltern erinnern ihn oft, dass er Dinge bekommt, von denen sie in ihrer Kindheit nur haben träumen können. Den Zugang zu sämtlichen Nahrungsmitteln beispielsweise, die sich heute in den Supermärkten finden.

Sandro hat diese Erziehung verinnerlicht, ist bestrebt, bewusst zu konsumieren. „Bei meinen Kommilitonen habe ich gemerkt, dass die schon anders drauf sind als ich. Die schmeißen Essen einfach schneller weg. Bei denen war auch immer ein gewisser Luxus da.“ Sandro hegt keinen Neid. Auch er wächst mit Markenklamotten und einem lilafarbenen „Game Boy Color“ auf.

Leipziger "Komfortzone"

Nach dreieinhalb Jahren hat ist sein Bachelor-Studium in Bremen abgeschlossen. Er packt sein Rennrad ein, verlädt ein paar Möbel, Kisten und Koffer. Es geht zurück in den Osten, nach Leipzig. Dort findet er seinen ersten Job. Der Umzug in diese Stadt war eine äußerst bewusste Entscheidung. „Die Stadt ist für mich beinahe wie eine Komfortzone“, sagt er. „Alle haben eine ähnliche Erfahrungen. Die Themen, die in Bremen fast täglich eine Rolle gespielt haben, spielen dort keine mehr.“

Aus seinem Heimatort in Sachsen-Anhalt ist Sandro weggegangen und wird, da ist er sicher, nie zurückkehren. Mit wachsendem Abstand zu seiner Heimat, stellt er sich immer öfter die Frage, welchen Anteil auch er an der Situation dort hat. „Ich war nie Teil eines Vereins, in dem ich mich hätte engagieren können. Im Nachhinein frage ich mich jetzt, ob ich das hätte tun sollen. Habe ich es nur nicht bemerkt oder gab es wirklich keine Möglichkeiten, etwas für eine höhere Lebensqualität in Calbe zu tun?“

Ostdeutschland ausdifferenzieren

Die Geschichten von Sandro und Beatrice machen deutlich, wie und warum sich viele Nachwendekinder aus Ostdeutschland auch 30 Jahre nach dem Beginn der Transformation zu ihrer Heimat verhalten und verhalten müssen. Es sind Perspektiven, die im Diskurs bislang nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben. Was in gewisser Weise auch natürlich erscheint – schließlich beginnen sich die Nachwendekinder erst jetzt, nach Studium und Ausbildung, zu Wort zu melden.

Dennoch erscheint es vielen Beobachtern sonderbar, dass auch diese Generation etwas zur Debatte beitragen will. In der FAZ war einmal die Rede von einem „Lebensgefühl von heute Dreißigjährigen, die zufällig im Osten aufgewachsen sind“[2]. Doch es steckt mehr dahinter! Die Generation der Nachwendekinder ist womöglich die einzige Generation ist, die noch helfen kann, das Bild über die DDR und Ostdeutschland auszudifferenzieren. Sie ist nah genug dran und weit genug weg. Ohne diese Stimmen wird es nicht gelingen, einige der politischen Schieflagen im Osten zu lösen.

Zitierweise: Johannes Nichelmann, „Wie man zum Ossi wird", in: Deutschland Archiv, 3.10.2020, Link: www.bpb.de/316541.

Der Text ist ein Vorabdruck aus dem Band „Umbruch, Abbruch, Aufbruch“ - (Ost)Deutschlands Weg in die Zukunft seit 1989. 70 Studien und Essays zur Lage des Landes", herausgegeben von Ilko-Sascha Kowalczuk, der Robert-Havemann-Gesellschaft und dem Deutschland Archiv in der Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung, der voraussichtlich Anfang 2021 erscheint.

Weitere Beiträge im Rahmen der Reihe "Denkanstöße zur Deutschen Einheit" folgen. Es sind Meinungsbeiträge der jeweiligen Autorinnen und Autoren, sie stellen keine Meinungsäußerung der Bundeszentrale für politische Bildung dar.

Ergänzend zum Thema:


- Antonie Rietzschel, "Die. Wir. Ossi. Wessi"., Deutschland Archiv 2.10.2020

- Christian Bangel, "Es gibt keine wirkliche Ostdebatte", Deutschland Archiv, 25.9.2020

- Serie: 30 Jahre Volkskammer - 30 "Ungehaltene Reden",Deutschland Archiv 24.9.2020

- Werdegänge: Ingo Hasselbach über Wege in die ostdeutsche Neonaziszene nach dem Mauerfall, Deutschland Archiv 24.4.2020

- Wendekorpus. Audiofiles zur Deutschen Einheit.

Fußnoten

1.
Rainer Faus und Simon Storks, „Im vereinten Deutschland geboren – In den Einstellungen gespalten?“, Otto-Brenner-Stiftung 2019, Frankfurt a. M. Link zur Studie: https://www.otto-brenner-stiftung.de/wissenschaftsportal/informationsseiten-zu-studien/obs-studie-zur-ersten-nachwendegeneration/, letzter Zugriff am 4.5.2019.
2.
Frank Pergande, „Schau an, ich bin ein Ossi“, erschienen am 28.4.2020 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Nr. 99, S. 6.

Johannes Nichelmann

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