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4.12.2020

Wie ein Staat untergeht

Die beiden Autoren Marko Martin und Gunnar Decker blicken in neuen Büchern auf die Künstler*innen- und Intellektuellenszene der letzten Jahre der DDR. Aus unterschiedlichen Perspektiven erzählen beide Geschichten von Anpassung, Verrat und Verweigerung gegen das DDR-System. Ein Perspektivenvergleich von Wolfgang Templin.

Ehemalige Volksbuchhandlung in der Großstraße in Treuenbrietzen (Brandenburg) (© picture-alliance)


Ein knappes Jahr liegt zwischen dem dreißigsten Jahrestag des Mauerfalls von 1989 und den coronabedingt geschrumpften Feiern des Einigungsjubiläums. In dieser Zeit schlug die Debatte um die jüngste deutsch-deutsche Vergangenheit noch einmal hohe Wellen. Verstärkt wurde sie durch die überproportionale Präsenz der AfD in den ostdeutschen Bundesländern, zunehmenden Antisemitismus und rechtsextreme Gewalt. In der Debatte ging es um Akteurinnen und Akteure sowie Kräfte der friedlichen Herbstrevolution, die mentale und kulturelle Hinterlassenschaft der untergegangenen DDR, Erfolge, Hypotheken und Rückschläge auf dem Vereinigungsweg.

Der aus der DDR stammende kommunistische Philosoph und Verleger Klaus Wolfram sprach dazu im November 2019 auf der Mitgliederversammlung der Akademie der Künste, einem Plenum zum Jubiläum des Mauerfalls. Dort trug er den mehrheitlich verblüfften Akademiemitgliedern vor, dass die DDR unter Honecker zur sozialen Gleichstellung der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung gelangt sei. Dass sich die Menschen dort aneinander, statt an Hierarchien und Aufstiegschancen orientierten. Die friedliche Revolution des Herbstes 1989 sei die kräftige Erbschaft, welche diese DDR ihren Bürger*innen mit auf den Weg gab. Abgewürgt und blockiert durch die ökonomische Übermacht und die Kommunikationsblockaden des kapitalistischen Gegenübers. Die eigentliche Revolution stünde noch aus, würde aber mit Gewissheit kommen.[1] Zustimmung zu seinen Thesen nahm Wolfram gelassen zur Kenntnis, Unverständnis und Kritik beeindruckten ihn nicht. In der gleichen Zeit stellten der Kultursoziologe Wolfgang Engler und die Autorin Jana Hensel ein gemeinsames Buch vor, das von der Erfahrung, ostdeutsch zu sein, handelt.[2] Jana Hensel hatte einige Jahre zuvor in „Zonenkinder. Warum wir Ostdeutsche anders bleiben sollten“ ihre Situation als Nachgeborene beschrieben. Wolfgang Engler wurde dadurch bekannt, dass er in mehreren Büchern die Ostdeutschen zur gesamtdeutschen Avantgarde erklärte und die Emanzipationspotentiale der späten DDR in schwindelnde Höhen hob.

Zwei Bücher der Autoren Marko Martin und Gunnar Decker, die in diesem Herbst erschienen, können bei der Suche nach einem genaueren Bild weiterhelfen.[3] Beider Blicke richten sich auf die späte DDR, konzentrieren sich auf deren Künstler*innen- und Intellektuellenszene. Im Vergleich wird ein spannender Kontrast der Blicke und Autoren sichtbar.

Marko Martin, geboren 1970 im sächsischen Burgstädt, verließ im Mai 1989 als Kriegsdienstverweigerer gemeinsam mit seinen Eltern die DDR. Vor der Ausreise zum Hilfsarbeiter degradiert, holte er in der Bundesrepublik das Abitur nach, studierte Germanistik und Geschichte in Berlin, lebte mehrere Jahre in Paris und wurde anschließend Weltreisender. Auf und nach diesen Reisen entstanden zahlreiche Bücher, die in Israel, im Iran, Südafrika, Südostasien, Lateinamerika und auf Kuba spielten.

Es sind keine klassischen Reisereportagen, denn Marko Martin stellt vor allem Menschen vor, die versuchen, sich als Individuen zu behaupten. Dies unter den Bedingungen von Diktaturen, einer theokratischen Autokratie oder historisch gewachsenen Dauerkonflikten in einer Region. Menschen, die gegen Bevormundung, Unterdrückung, Einschüchterung und Gewalt den Anspruch auf ein freies, selbstbestimmtes Leben vertreten. Dabei bringt sich der Autor in die Begegnungen, Gespräche und Interviews mit seinen bekannten und weniger bekannten Gegenübern selbst ein, beschreibt eigene Erfahrungen von Verweigerung und Widerstand. Erfahrungen, die bis in seine Erlebnisse als Kind und Jugendlicher in der DDR-Provinz zurückreichen. Der Schriftsteller Hans Christoph Buch gab Marko Martin den Anstoß, eine Reihe verstreut vorliegender Porträts und Gespräche mit Intellektuellen und Dissident*innen, die zu Zeug*innen eines Zeitalters wurden, in einem eigenen Buch zusammenzufassen.[4]

Dazu zählen sein zu früh verstorbener Freund Jürgen Fuchs, die Publizisten Manès Sperber und Hans Sahl, der Herausgeber des britischen Kulturmagazins Encounter, Melvin Lasky, der polnische Literaturnobelpreisträger Czesław Miłosz, der Historiker Francois Fejtö, die Schriftsteller Milan Kundera und Pavel Kohout und Elisabeth Fisher-Spanjer, die holländische Aktivistin der antistalinistischen Linken und langjährige Freundin Willy Brandts. 0b als frühe Lektüreerfahrungen oder als spätere Kommunikationspartner*innen werden sie zu wichtigen Bezugspunkten für die eigene Auseinandersetzung. Sie schärfen Martins Blick, wenn dieser sich nach Jahrzehnten wieder auf die DDR richtet.

Auf Empfehlung eines Verlegers entstand das aktuelle Buch zur „Kultur des Ostens“. Im Interview beschreibt es Marko Martin launig als Chance und Ergebnis des gegenwärtigen Lockdowns. Er habe die Zeit verhinderter Reisen und fehlender Bewegungsfreiheit nutzen können, um mit Hilfe von Büchern, Platten und DVDs, dem Ordnen seines Archivs und dem Auffrischen eigener Erinnerungen in die Welt der späten DDR zurück zu tauchen. Begleiter und Referenzpunkte für ihn waren dabei die Protagonist*innen und Partner*innen seiner früheren Bücher.

Die Erkenntnis- und Erfahrungswege von Gunnar Decker gestalteten sich deutlich anders. Im Jahre 1965 in Bad Doberan geboren, absolvierte er nach dem Abitur seinen Grundwehrdienst in Eggesin, einem der berüchtigtsten Armeestandorte der DDR. Ab 1986 studierte er Philosophie an der Humboldt-Universität in Ost-Berlin. Eine Zeit, in der nicht nur für ihn der Stern Michail Gorbatschows hell erstrahlte. In den letzten Jahren der DDR sah er sich, vom Hoffnungsschub der Perestroika getragen, als „zukunftsgierig und zukunftsängstlich“ zugleich, wie er im Epilog seines Buches beschreibt.

Die Höhepunkte des Herbstes 1989 und der schnelle Zusammenbruch der DDR erreichten ihn als Doktoranden und zwangen durch die Abwicklung der Fakultät zur schnellen Neuorientierung. Er nutzte die Chance eines Stipendiums, um über den pietistischen Theologen Gottfried Arnold Weise zu promovieren, wurde dann schnell zum freiberuflichen Film- und Theaterkritiker und zum erfolgreichen Buchautor.

Auf andere Weise als Marko Martin durch seine Reisen, erschloss er sich die Horizonte europäischer Kultur- Geistesgeschichte weit über den eigenen ursprünglichen Erfahrungsraum hinaus. Zum Gegenstand seiner Biografien wurden Franz von Assisi, Vincent van Gogh, Hermann Hesse, Ernst Barlach, Georg Heym, Gottfried Benn. Er schrieb über „Rilkes Frauen oder die Erfindung der Liebe“ und widmete auch Franz Fühmann eine eigene Biografie. Mit seiner Frau und besten Ratgeberin, der Autorin Kerstin Decker, verfasste er ein Buch über „ewig pubertierende Ostdeutsche“. Kerstin Decker, die über ein geschichtsphilosophisches Thema promovierte, verfasste eine Reihe von Biografien: über Oscar Wilde, Heinrich Heine, Else Lasker-Schüler, Paula Modersohn-Becker, Lou Andreas-Salomé und Elisabeth Förster-Nietzsche.

Blickachsen

Während all seiner intellektuellen Reisen begleitete Decker die Frage nach dem historischen Platz des Staates, in dem er aufwuchs, nach dessen Charakter. Ein 2015 erschienenes Buch war dem „kurzen Sommer“ der DDR im Jahre 1965 gewidmet.[5] Kundige wussten sofort, was sich hinter der Jahreszeiten-Chiffre verbarg. In jenem Jahr erreichte der interne Kampf zwischen Walter Ulbricht und seinem Nachfolger Erich Honecker seinen Höhepunkt. Im Dezember 1965 tagte ein entscheidendes Führungsgremium der SED, das 11. Plenum des Zentralkomitees der SED. Eine kurze Phase relativer kultureller Öffnung nach dem Mauerbau fand ihr Ende, Künstler*innen und Intellektuelle, die sich zu weit vorgewagt hatten, wurden gemaßregelt, Filme verboten, Verlagsprojekte gestoppt. Damit ging das 11.Plenum als „Kahlschlagplenum“ in die Geschichte der DDR ein. In der zweiten Hälfte der sechziger Jahre scheiterten Versuche, der DDR durch begrenzte ökonomische Reformen zur schnelleren Modernisierung zu verhelfen. Die mit dem Machtantritt Honeckers 1970 noch einmal aufflammenden Hoffnungen von Intellektuellen und Künstler*innen auf eine erneute Öffnung erwiesen sich als Illusion. Gunnar Decker teilt in seinem Buch „Der kurze Sommer der DDR“ die Hoffnung auf einen Erfolg der Reformen, so wie er in „Die späten Jahre der DDR“ den entscheidenden Hoffnungsträger in Gorbatschow sieht. Ob es sinnvoll ist, ausgerechnet den späten Ulbricht als geläuterten Absolutisten und vorweggenommenen Reformer wahrzunehmen, sei dahingestellt.

Der Chef der Staatlichen Plankommission, Erich Apel, wählte den Freitod, weil er seine wirtschaftspolitische Reformstrategie gegenüber der sowjetischen Seite nicht durchsetzen konnte. Im Dezember 1965, am Ende des „kurzen Sommers“, erschoss er sich in seinem Dienstzimmer. Einige Historiker*innen zweifelten an einem Selbstmord und sahen auch hier die Hand des sowjetischen Geheimdienstes. Sein Nachfolger als Leiter der Plankommission, Gerhard Schürer, konstatierte im Oktober 1989, im sogenannten „Schürer-Papier“, den ökonomischen Bankrott der DDR.

Beide Titel Deckers folgen seinem Gesamtblick auf die DDR, der sich im Prolog zu den „späten“ Jahren erschließt. Dort schreibt Decker, dass die Sowjetunion und ihre Satellitenstaaten, darunter auch die DDR, versuchte Realisierungen einer großen Idee waren, die letztlich im Christentum wurzelte:

„Alle folgenden großen Emanzipationstheorien der Neuzeit, von den französischen Enzyklopädisten über die utopischen Sozialisten, den klassischen Idealismus bis hin zu den Junghegelianern, führten geradewegs zu Karl Marx und Friedrich Engels und von da zu Lenin und der Oktoberrevolution.“[6] Was der Autor hier ausblendet, ist der entscheidende Bruch, den es noch zu Lebzeiten von Marx und Engels gab. Ein Bruch, der die Entwicklung der deutschen Sozialdemokratie als stärkster Kraft der europäischen Arbeiterbewegung bestimmen sollte.

Eduard Bernstein schrieb darüber als Theoretiker des reformorientierten Flügels der Partei. Es könne nicht um das erträumte kommunistische Zukunftsreich gehen, nicht um die durch revolutionären Klassenkampf und Gewalt beförderte totale Umwälzung. Der Weg zu sozialer Gerechtigkeit und Befreiung aus unwürdigen Verhältnissen müsse über politische und gesellschaftliche Organisationen geführt werden, über soziale Reformen im Rahmen und mit den Mitteln einer parlamentarischen Demokratie.

Mit dieser Haltung wurde er zum Gegenstand heftigster Attacken. Rosa Luxemburg und ihre Anhänger*innen verurteilten ihn als reformistischen Spießer und Verräter an der heiligen Sache der Revolution. In anderen Teilen der europäischen Arbeiterbewegung, so bei den englischen Labouristen, den polnischen Sozialisten oder in Gestalt des großen französischen Sozialisten und Republikaners Jean Jaures, setzte sich Bernsteins Haltung durch.

Lenin und seine Gefolgsleute, in Gestalt der russischen Bolschewiki, wählten einen Weg des politischen Kampfes, der mit sozialer Emanzipation und Demokratie nicht mehr das Geringste zu tun hatte. Es ging um die Eroberung der Macht durch eine Minderheit, die in einer Partei „neuen Typs“ zusammengeschweißt war. Diktiert vom Willen, diese Macht niemals wieder abzugeben und den Neuen Menschen zu schaffen, dessen Nachkommen das kommunistische Paradies genießen sollten.

Wer Lenins Gewaltexperiment, dessen Anspruch und seinen Folgen eine historische Legitimation zusprach, wer den siegreichen Putsch der Bolschewiki im Jahre 1917 zur Großen Oktoberrevolution verklärte, konnte sich Stalin und die Millionenopfer des Gulag als temporäre Verirrung auf dem Emanzipationsweg oder als bittere, aber notwendige Zwischenetappe deuten. Nur dann konnte man im Aufbauexperiment der DDR, ihrem Anfang und ihrem späteren Weg, noch emanzipatorische Chancen erblicken.

An diesem Punkt stehen sich beide Autoren konträr gegenüber. Gunnar Decker stellt sich den Schattenseiten der DDR, beschreibt die Widrigkeiten des alltäglichen Lebens, die Zumutungen und Repressalien, denen Arbeiter*innen und Angestellte, Intellektuelle und Künstler*innen ausgesetzt waren, hält aber an den Chancen für interne Reformen fest. Marko Martin beschreibt und urteilt deutlich anders. Er erkennt das Gewicht Gorbatschows an; die Rolle, welche er beim friedlichen Ausgang des Herbstes von 1989 spielte. Glasnost und Perestroika sind für ihn jedoch der Versuch, ein System zu retten, das mit seinen ökonomischen und politischen Grundlagen nicht zu reformieren war. Gorbatschow wurde zum Totengräber wider Willen.

Mit dieser Sicht folgt Martin den Erfahrungen seiner dissidentischen Jahrhundertzeug*innen. Menschen, die den Gulag durchlebten, nazistischer und kommunistischer Verfolgung ausgesetzt waren, die wussten, dass es nicht unbedingt einen Unterschied macht, als Rassenfeind*in oder als Klassenfeind*in ermordet zu werden. Die in der industriellen Tötungsmaschinerie des Holocaust eine Singularität festhielten, ohne dem kommunistischen Experiment einen humanistischen Kredit einzuräumen.

Wenn es um die 1980er Jahre geht, ist für Martin die internationale Wirkung der Solidarność-Bewegung, die auch in die DDR hineinstrahlte, von entscheidender Bedeutung. Die Wohnung seines Freundes Jürgen Fuchs in Westberlin wurde zum Zentrum von West-Ost-, Ost-Westkontakten aufbegehrender Künstler*innen, Intellektueller und Oppositioneller. Diese fieberten dem Ende ihrer Systeme entgegen, nicht mehr ihrem modernisierten Erhalt. Wie eng hier deutsche und osteuropäische Biografien, Verbannung und Exil zusammengingen, beschrieb der Publizist Jürgen Serke in einem berühmt gewordenen Buch.[7]

Reiner Kunze, Jürgen Fuchs und Wolf Biermann werden darin als deutsche Biografien vorgestellt. Milan Kundera und Pavel Kohout als tschechische Schriftsteller, Alexander Solschenizyn und Alexander Sinowjew stehen für die verschiedenen Strömungen der sowjetischen Dissidenz. Alle diese Autoren spielten für die Leser*innen verbotener Literatur in der späten DDR eine wichtige Rolle.

Bei der Bedeutung, die Decker Gorbatschow beimisst, widmet er ihm mit „Die Zeit der großen Beerdigungen“ ein eigenes umfangreiches Kapitel. Darin tauchen mit Leonid Breschnew, Juri Andropow und Konstantin Tschernenko auch dessen drei Vorgänger auf, die zwischen 1982 und 1986 kurz hintereinander starben. Die Schilderung der makabren und gespenstischen Begräbnisse der Generalsekretäre, die Beschreibung der Situation, wie Breschnews Sarg in die Grube poltert, ist ein literarisches Kabinettstück. Decker verfolgt die Szenen am Fernseher – bei Andropow als Soldat der NVA in der nicht weniger makabren Szenerie der Mannschaftsunterkunft in Eggesin.

Väter und Söhne, Mütter und Töchter, Antisemitismus in der DDR

Was Soziolog*innen und Philosoph*innen wie Wolfgang Engler und Klaus Wolfram in das DDR-System hineininterpretieren – gelebte Emanzipation, Befreiung und Solidarität – findet sich in den Schilderungen und Beispielen Marko Martins in ganz anderer Weise. Er beschreibt, wie sich Frauen und Männer, Heterosexuelle, Lesben und Schwule, Angehörige der Kriegs- und Nachkriegsgeneration gegen ideologische Zurichtung wehrten. Sie stammten aus verschiedenen sozialen Schichten, brachen aus kommunistischen oder parteinahen Familien aus. Sie trennten sich von Partner*innen, die sich von solchen Abhängigkeiten nicht lösen konnten, wagten einen Neuanfang und andere Formen von Gemeinschaft. Martin schreibt über Menschen, die keine Dissident*innen waren und dennoch den Mut fanden, sich ideologischen Zumutungen und Korrumpierungen zu verweigern.

In den Tagebüchern von Brigitte Reimann[8] und Maxie Wander[9] , in Filmen von Heiner Carow (z. B. die „Legende von Paul und Paula“) kommen solche Schicksale vor. Volker Brauns „Unvollendete Geschichte“ beschreibt sie. Sie tauchen in den Büchern von Günter de Bruyn, Christoph Hein und vielen anderen Autor*innen auf. Geht es um Filme, werden wunderbare Schauspieler*innen sichtbar. Armin Müller-Stahl brachte es zu internationalem Erfolg – selbst, wenn er seine Schauspielerkarriere in den 1960er Jahren mit der faszinierenden Darstellung von DDR-Agenten im Westen, den sogenannten Kundschaftern für den Frieden, begann.

Gunnar Deckers Blicke sind stärker auf die etablierten, anerkannten Künstler*innen gerichtet, ohne die Außenseiter*innen und Widerständigen auszusparen. Zur Sprache kommt die Tragik Anna Seghers, die als jüdische Westemigrantin in der DDR keine wirkliche Heimat fand, nie mehr an den Gehalt ihrer frühen Werke anknüpfen konnte, mit Ehrungen und Funktionen überhäuft wurde und dennoch vor mittelmäßigen Funktionären und Gedankenpolizisten zittern musste.

In der Würdigung von Schriftstellern wie Günter de Bruyn, dessen Wirkung weit über die späte DDR hinausreicht, stimmen beide Autoren überein. Dessen gelassener, unaufgeregter Umgang mit den Wegen und Umwegen der eigenen Geschichte, sein Beharren auf literarischen und moralischen Maßstäben gegen Zensoren und Ideologiefunktionäre finden in Deckers und Martins Büchern ihren Raum. Beide Autoren wehren sich gegen die Schmähkampagne, die nach dem Mauerfall über Christa Wolf hereinbrach, nachdem verschwiegene Teile ihrer Biographie bekannt wurden. Martin führt Wolf Biermanns Verteidigung von Christa Wolf an, stellt den Briefwechsel zwischen ihr und Brigitte Reimann vor, der erst in den neunziger Jahren erscheinen konnte. Dennoch setzen beide ganz unterschiedliche Akzente, wenn es um ihre Literatur und ihre politischen Urteile geht.

Marko Martin stellt ein großes eigenes Projekt vor, das ihn mit der ehemaligen DDR-Spitzensportlerin und Autorin Ines Geipel zusammenführte. Der DDR-Schriftsteller Joachim Walther hatte in den Neunziger Jahren in mühseliger Arbeit die Hinterlassenschaft des Ministerium für Staatssicherheit (MfS) in Sachen Literatur durchgraben. Mit seinem „Sicherungsbereich Literatur“ legte er eine ganze Enzyklopädie der Verfolgung, Bedrohung, Vereinnahmung von Schriftsteller*innen in der DDR vor. In dieser Flut fanden sich auch jede Menge literarischer Dokumente und Manuskripte, die nie das Licht der Welt erblickten, über den privaten Raum nicht hinausdrangen. In einem „Archiv unterdrückter Literatur“ werden sie ab 2001 vorgestellt. Mittlerweile ist die Edition auf über vierzig Bände angewachsen.[10] Geht es um die späte DDR, lenkt Marko Martin seine Aufmerksamkeit immer wieder auf Autoren wie Lutz Rathenow, der sich auf der Grenze zwischen Schriftsteller und Oppositionellem bewegte. Er verstand es wieder und wieder, die ihn verfolgenden Genossen der Staatssicherheit souverän auszutricksen. Mit den Autoren Jan Faktor, Bernd Wagner und Peter Wawerzinek (Schappi) stellt Martin drei Nestflüchter aus der „Inzuchtwelt der späten Prenzlauer-Berg-Avantgarde“ vor.[11]

Utz Rachowski, ein sensibler Lyriker aus dem Vogtland, freundete sich mit Jürgen Fuchs und Reiner Kunze an. Martin machte den über 90-jährigen Hans Sahl mit Manuskripten Utz Rachowskis bekannt. Der erkannte in ihm seinen literarischen Urenkel. Sahl hatte sich im amerikanischen Exil mit der Kommunismus-Hörigkeit von Bert Brecht auseinandergesetzt. In Deutschland blieb er lange Zeit unbekannt, erlebte ein „Exil im Exil“. Für jüngere DDR-Autor*innen und -Leser*innen sollte er dann eine wichtige Rolle spielen.

Decker und Martin beschränken sich nicht auf Literatur und Film. Malerei, Bildende Kunst, Musik und Theater werden in beiden Büchern intensiv behandelt. Auf der Negativseite etwa der Staatskünstler*innen Walter Womacka, dessen Gemälde „Am Strand“ (Wenn Kommunisten träumen) zum meistreproduzierten Gemälde der DDR wurde. Er hatte es 1963 Walter Ulbricht zum siebzigsten Geburtstag gewidmet. Ganze Jahrgänge von DDR-Schüler*innen mussten sich in Aufsätzen für den Deutschunterricht damit abquälen, dem schlichten Pärchen in den Dünen historischen Optimismus und sozialistische Zukunftsverheißung zu verleihen.

Womacka rückte ab 1968 zum Rektor der Hochschule für Bildende Künste in Berlin-Weißensee auf. In seine Rektoratszeit fallen vierzig politisch motivierte Exmatrikulationen von Student*innen. Ihre Schicksale sind Teil des künstlerischen und literarischen Exodus, der die späte DDR nicht nur ökonomisch ausbluten und an Umweltzerstörung ersticken ließ. Beide Autoren kreisen um die verschiedenen Formen des Ostrocks und Punks, Jazz in der DDR, Udo Lindenbergs berühmte Auftritte, mit denen der das Herz Erich Honeckers zu erobern schien. Deutlich wird, warum westliche Aufmerksamkeit auf Kultur und Kunst in der DDR häufig dann besonders stark wurde, wenn aus der DDR-Tristesse noch ein Fünkchen an anders geprägter Energie oder sozialistischer Utopie-Hoffnung herausleuchtete.

Der Wirkung von Antisemitismus in der DDR, am Beispiel der Schicksale von Intellektuellen, widmen sich beide Autoren. Jüdisch-kommunistischen Schriftsteller*innen und Intellektuellen, welche die Moskauer Emigrationsjahre überstanden hatten, wussten, welche Wurzeln sowjetischer Antisemitismus hatte, der bis in die Zeiten des Zarentums zurückreichte. Unter dem Etikett des Kampfes gegen Kosmopolitismus und Zionismus wurden kommunistische Funktionär*innen mit jüdischen Wurzeln, jüdische Intellektuelle, aber auch Jüdinnen und Juden aus anderen sozialen Schichten in Säuberungsaktionen und Kampagnen eingeschüchtert, verfolgt und terrorisiert.

Mit dem Leben davongekommen und in die DDR zurückgekehrt, waren die deutschen Beteiligten wie viele ihrer nichtjüdischen Genoss*innen lebenslang gezeichnet und oft gebrochen. Ihren Schicksalen widmete der Historiker Andreas Petersen ein eigenes, beklemmendes Buch.[12] Holocaust-Überlebenden und jüdischen Westemigrant*innen, die aus dem Exil in die DDR zurückkehrten, blieb die gleiche Angst vor Ausgrenzung und Verfolgung nicht erspart. Der amerikanische Historiker Jeffrey Herf schrieb im Jahre 1997 ein Buch, das sich dem Umgang mit der NS-Vergangenheit im geteilten Deutschland widmete. Ein ganzes Kapitel galt der Behandlung der jüdischen Frage in der frühen DDR. Mehr als zwanzig Jahre später beschrieb er den unerklärten Krieg, den die späte DDR gegen den Staat Israel führte.[13] Marko Martin und Gunnar Decker stellen DDR-Generationskonflikte vor, die mit diesem Dilemma verbunden sind. Was die Bilder und Installationen Walter Womackas für das Selbstbild der späten DDR bedeuteten, stellten auf andere Weise die Bücher des Erfolgsautors Dieter Noll dar. Dessen zweibändiger Roman „Die Abenteuer des Werner Holt“ schildert die Weltkriegserlebnisse und die Entwicklung seines Helden in der DDR. Millionenfache Auflagen, Verfilmung und ein in Aussicht gestellter dritter Teil trieben Noll auf den Gipfel des Autorenruhms. Der hatte jedoch seinen Preis. Die eigenen jüdischen Wurzeln versuchte Dieter Noll zu verdrängen, wie Marko Martin eindringlich beschreibt. Er wurde zum Denunzianten an Schriftstellerkolleg*innen und zum Alkoholiker.

Sein Sohn Hans, aufgewachsen in den Kreisen der DDR-Parteinomenklatura, entschloss sich, die Erbschaft eines verleugneten Judentums anzutreten, wie er später schreibt, und dorthin zurückzukehren, wo dessen uralte Wurzeln liegen. 1983 verließ er die DDR, lebte in Westberlin und Italien, wurde israelischer Staatsbürger und änderte seinen Vornamen in Chaim. Stationen seiner DDR-Odyssee und seines Weggangs hielt er in verschiedenen Romanen fest.[14] Um Gunnar Deckers Blicke gründlicher zu verstehen, darf der Blick auf eine bestimmte Berufsgruppe von Intellektuellen in der DDR nicht fehlen: die Philosophen.

Wege der Philosophen

Decker sieht sich im Jahre 1986 inmitten einer Schar Perestroika-trunkener Philosophiestudent*innen. So gut wie alle hätte diese Hoffnungsflamme angesteckt, die auch den Lehrkörper ergriff. Wieviel Verklärung ein solches Bild wahrscheinlich enthält, kann der Blick auf einen philosophischen Absolventenjahrgang der frühen siebziger Jahre deutlich machen. Wir schreiben das Jahr 1974 und haben in diesem Jahrgang der Sektion Philosophie rund achtzig Student_innen in vier Seminargruppen vor uns. Die Biermann-Ausbürgerung sollte die DDR erst zwei Jahre später erschüttern. Noch setzten viele auf Honeckers Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik. Sie versprach ein halbwegs komfortables Leben in der Nische, bis hin zur Möglichkeit privater Auflehnung, solange man die Tür fest geschlossen hielt. Es war ein Jahrgangsbild, in dem die Grautöne überwogen. Bedingungslose Anbindung an den Machtapparat, geducktes Stillhalten, Verweigerung, verstohlener und offener Protest gehörten dazu.

Da gab es den netten Peter B. aus dem sächsischen Wurzen. „Ich bin der Beedi“, so stellte er sich in breitestem Sächsisch vor. Noch vor Beginn des Studiums wurde er nach meiner Kenntnis für die hauptamtliche Laufbahn im MfS angeworben. Er lief auf doppeltem Ticket, einschließlich eines zusätzlichen Stipendiums. Später sollte er bis zum Ende der DDR als Führungsoffizier von DDR-Agenten in der Bundesrepublik erfolgreich tätig werden. Sein eher mittelmäßiger Seminarfreund Werner S. war ebenso fest verplant. Der eingefleischte Atheist half nach kurzer Sonderschulung später dabei, katholische Geistliche und Kirchenfunktionäre der DDR an die Kette zu legen.

Rund ein Dutzend dieser besonderen Student*innen verteilten sich auf die Seminargruppen. Sie waren für den Einsatz im Apparat des MfS, beim Zoll oder im Ministerium des Innern vorgesehen. Gemunkelt wurde über sie, aber was sich wirklich hinter ihnen verbarg, zeigten erst später die Akten des MfS. Ansonsten war in den Seminargruppen alles vertreten. Intellektuelles und menschliches Mittelmaß, Ehrgeiz und Karrierestreben, Abwehr und Verweigerung, konspirative kritische Debattiergrüppchen. Unter den Student*innen und im Lehrkörper wimmelte von Inoffiziellen Mitarbeitern (IM) des MfS.

Die stählerne Leninistin Erika Baum hatte als Mitglied des Lehrkörpers ihre braunen Bände immer griffbereit und „tauschte sich“, wenn sie Rat brauchte, nachts mit dem Führer der Weltrevolution aus. Ihr musste das Parteiherz bluten, als sich zeigte, was aus einigen ihrer besten Student*innen wurde. Klaus Wolfram als Absolvent des Jahres 1974 war eine Art vorweggenommener Rudolf Bahro und kritisierte das DDR-System von radikalkommunistischen Positionen aus. Er war der Anführer einer konspirativen trotzkistischen Oppositionsgruppe, die später aufflog. Dafür musste er zur Bewährung in die Produktion.

Ich war Mitglied der gleichen Seminargruppe, die von Erika Baum betreut wurde, und gehörte auch zu den Trotzkisten. Allerdings legte ich später Lenin und irgendwann auch Marx beiseite. Ich hatte es geschafft, mich als zeitweiser IME (Inoffizieller Mitarbeiter im besonderen Einsatz) „Peter“ dem Netz der Staatssicherheit zu entwinden und fand meinen Weg in die Friedens- und Oppositionsgruppen der späten 1970er und 1980er Jahre. Erika Baum blieb der Sache der Partei bis in die Gegenwart hinein treu. Sie versäumte kaum eine der Protestdemonstrationen gegen das imperialistische Ausbeutersystem, die es nach 1989 gab. An jedem 1. Mai begeisterte sie die jungen Autonomen. Mit über neunzig Jahren kandidierte sie 2014 auf der Liste der DKP für das Europaparlament. Mehrere Absolvent*innen des Jahrgangs 1974 traten dann Gunnar Decker und seinen Kommiliton*innen rund zehn Jahre später als Dozent*innen und Professor*innen gegenüber. Zu ihnen gehörte Arnold Schölzel, der eine ganze Gruppe seiner Mitstudenten ausspionierte und an das MfS verriet. Hochintelligent und eiskalt, wurde er zu einem der wichtigsten Einflussagenten des MfS an der Humboldt-Universität. Neben seinen Seminaren und Vorlesungen an der Sektion Philosophie war er offiziell an der Theologischen Fakultät tätig und vermittelte dort Marxismus-Leninismus. Der Theologe Heinrich Fink war zu dieser Zeit Dekan der Fakultät und wurde in der Umbruchzeit von 1989 zum Rektor der Universität gewählt. Die nachfolgende Auseinandersetzung um Finks Rolle als jahrzehntelanger Informant der Staatssicherheit ging durch zahlreiche Gerichtsinstanzen. Arnold Schölzels Tarnung hielt über das Jahr 1989 hinaus. Von später Perestroika-Begeisterung konnte bei ihm vermutlich nicht die Rede sein. Dafür war er durchaus bereit, seinen Student*innen Friedrich Nietzsche nahezubringen, wie Gunnar Decker beschreibt.

Nach seiner Enttarnung in den frühen 1990er Jahren wechselte Schölzel die Profession und wurde Chefredakteur der Jungen Welt. 2016 verweigerte Schölzel seinem früheren Studenten Gunnar Decker, der für den Tagesspiegel schrieb, ein Interview. Mit bürgerlichen Medien und ihren Vertreter*innen wollte er nicht verkehren.

Dieter Segert, der zum Kreis der Beststudenten von 1974 gehörte, wurde auf zügigem Weg Professor für wissenschaftlichen Sozialismus. Später wurde sein Fachgebiet zum Teil der Politologie umfirmiert. Gunnar Decker hebt ihn als Beteiligten am Forschungsprojekt „Demokratischer Sozialismus“ hervor. Dort sammelten sich unter der diskreten Schirmherrschaft von Markus Wolf jüngere Intellektuelle, die bereit waren, nach der Ablösung Honeckers und anderer fossiler SED-Kader Führungspositionen zu übernehmen. Sie gaben dem Rettungsversuch Gorbatschows Chancen, wollten davon profitieren und kamen nicht auf die Idee, in einer künftigen Demokratie oppositionelle Positionen und Kräfte zu akzeptieren. Auf welche der Beteiligten der sowjetische Geheimdienst KGB damals oder später direkten Einfluss hatte, könnten nur die Akten des heutigen russischen Geheimdienstes zeigen.

Zu den besten akademischen Lehrer*innen in den 1970er und 1980er Jahren gehörte der Philosophiehistoriker und Bloch-Schüler Gerd Irrlitz. Gunnar Decker erwähnt ihn zu Recht als positives Beispiel. Charaktere und intellektuelle Köpfe wie ihn konnte man allerdings unter den Assistent*innen, Dozent*innen und Professor*innen mit der Lupe suchen. Dort regierte intellektueller Durchschnitt, Anpassung und ideologischer Fanatismus. Sollte sich das alles im Jahre 1986 wie auf einen Schlag verändert haben und im Zuge der „Gorbimanie“ bereits die neuen Philosoph*innen entstanden sein?

Gunnar Decker ist da hin- und hergerissen. An anderer Stelle seines Buches beschreibt er die Reaktion der Lyrikerin Sarah Kirsch auf jene Reformsozialist*innen, welche die DDR in letzter Sekunde noch retten wollen: „Denn sie wollen ja Zeit gewinnen und retten, was zu retten ist …. Die vielen Wölfe im Schafspelz, die ich sah! Steineckert! Marcus W. Ich lach mich krank.“[15]

Kein Fazit

Marko Martin würde vermutlich bei der kruden Revolutionsromantik von Klaus Wolfram und ähnlich Gestimmten nur müde abwinken und empfehlen, sie mit der erbärmlichen Wirklichkeit der späten DDR zu vergleichen. Das Bunte, Farbige und Großartige, was dort zu finden war, entstand nicht mit diesem Staat, sondern gegen ihn oder an ihm vorbei. Gunnar Decker wird sich Wolframs Thesen wahrscheinlich auch nicht zu Eigen machen und hält dennoch an einer anders gearteten Hoffnung fest. Schade nur, dass er im Epilog seines Buches ausgerechnet Stephan Hermlin zu Wort kommen lässt. Hermlin spricht den DDR-Staat von aller Last des Gulag frei. Er preist dessen Friedenswillen und hebt die Kulturleistung der DDR-Eliten hervor. Hier hätte ich mir einen besseren Kronzeugen gewünscht als den kritisch-systemtreuen Autor von „Abendlicht“ und anderen Abgesängen auf den Arbeiter- und Bauernstaat. Die Auseinandersetzung mit dem Thema DDR bleibt ein offener Prozess. Decker und Martin lehnen es aus guten Gründen ab, ein Fazit zu ziehen. Jede folgende Generation wird das Thema erneut für sich entdecken. Vielleicht kommen beide Autoren ja einmal privat oder öffentlich zusammen, tauschen ihre Blicke und Erfahrungen aus. Das könnte spannend werden.

Zitierweise: Wolfgang Templin, "Wie ein Staat untergeht", in: Deutschland Archiv, 04.12.2020, Link: www.bpb.de/322408
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Fußnoten

1.
Klaus Wolfram, Was war und zu welchem Ende kam die politische Energie der Ostdeutschen, Rede bei der Mitgliederversammlung der Akademie der Künste, Herbst 2019, www.adk.de/de/akademie/pdf/2020/JDK_12_Wolfram_DE.pdf?m=1585238500&, zuletzt aufgerufen am 30.11.2020.
2.
Jana Hensel/Wolfgang Engler, Wer wir sind. Die Erfahrung, ostdeutsch zu sein, Berlin 2018.
3.
Gunnar Decker, Zwischen den Zeiten. Die späten Jahre der DDR, Berlin 2020; Marko Martin, Die verdrängte Zeit. Vom Verschwinden und Entdecken der Kultur des Ostens, Berlin 2020.
4.
Marko Martin, Dissidentisches Denken. Reisen zu den Zeugen eines Zeitalters, Berlin 2019.
5.
Gunnar Decker, 1965, Der kurze Sommer der DDR, Berlin 2015.
6.
Ebenda, S.16.
7.
Jürgen Serke, Das neue Exil. Die verbannten Dichter, Frankfurt 1987.
8.
Brigitte Reimann, Ich bedauere Nichts. Tagebücher 1958-1963, Berlin 2000.
9.
Maxie Wander, Tagebücher und Briefe, Berlin 1990.
10.
Ines Geipel (Hg.), Die Welt ist eine Schachtel. Vier Autorinnen in der frühen DDR, Berlin 1999.
11.
Marko Martin, Die verdrängte Zeit. S. 366.
12.
Andreas Petersen, Die Moskauer. Wie das Stalintrauma die DDR prägte, Berlin 2019.
13.
Jeffrey Herf, Zweierlei Erinnerung. Die NS-Vergangenheit im geteilten Deutschland, Berlin 1999; ders., Unerklärte Kriege gegen Israel. Die DDR und die radikale westdeutsche Linke 1967-1989, Berlin 2019.
14.
Chaim Noll, Der goldene Löffel, Stuttgart 1989.
15.
Gunnar Decker, Zwischen den Zeiten (Anm. 3), S.367-370.

Wolfgang Templin

Wolfgang Templin

Wolfgang Templin ist Philosoph und Publizist. Von 2010 bis 2013 leitete er das Büro der Heinrich Böll Stiftung in Warschau. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Fragen des deutsch-deutschen Vereinigungsprozesses und der Entwicklungen im östlichen Teil Europas, insbesondere in Polen und der Ukraine.


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