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27.10.2017

Wiederkehrende filmische Motive: Arbeitsblatt

Warten, suchen und hoffen stellen wiederkehrende Themen in den jeweiligen Kurzfilmen des Films dar. Inhaltllich und bildästhetisch sind diese jedoch jeweils sehr unterschiedlich umgesetzt. Welche dramaturgische Rolle spielen jene filmischen Motive? Welche Gemeisamkeiten und Unterschiede finden sich in der Inszenierung?

Sami Hossein blickt aus dem Geflüchtetenlager im irakischen Sindschar in die Ferne. Ein Filmstill aus "Life on the border". (© eksystent distribution filmverleih)


Arbeitsblatt Aufgabe 3



Klassen: ab 8. Klasse
Fächer: Deutsch, Englisch, Politik, Ethik/Religion/Philosophie
Methodisch-didaktischer Kommentar: PDF-Icon Download "Hinweis für Lehrende" als pdf-Datei

Der Alltag der in den Geflüchtetenlagern lebenden Menschen ist vor allem geprägt durch warten, suchen und hoffen. In den jeweiligen Kurzfilmen werden diese drei Themen auf unterschiedliche Art und Weise verhandelt.

Nach dem Filmbesuch:



a) Teilt eure Klasse in sechs Kleingruppen auf (1, 2, 3, 4, 5, 6). Jede Kleingruppe wird einem der sechs Filme zugeteilt.

b) Schaut euch in euren Expert/-innengruppen den euch zugeteilten Film zwei Mal aufmerksam an. Macht euch Notizen zu den folgenden drei Aspekten:

a. WARTEN: auf was und wie wird in dem Film gewartet?

b. SUCHEN: was und wie wird in dem Film gesucht?

c. HOFFEN: auf was und wie wird in dem Film gehofft?

c) Tauscht euch in euern Expert/-innengruppen über eure Ergebnisse aus. Vervollständigt entsprechend eure eigenen Notizen.

d) Teilt nun die Gruppen so neu auf, dass jeweils ein/e Expert/-in zu jedem Film in jeder Gruppe vertreten ist. Präsentiert euch reihum kurz eure zentralen Ergebnisse.

e) Findet Gemeinsamkeiten und jeweilige Besonderheiten der Filme in Bezug auf das Warten, das Suchen und das Hoffen. Tragt eure Ergebnisse auf einem Plakat zusammen. Das Plakat sollte die wichtigsten Erkenntnisse übersichtlich zusammenfassen und visuell ansprechend gestaltet sein.

f) Präsentiert eure Plakate vor der Klasse. Diskutiert abschließend in der Klasse, weshalb das Warten, das Suchen und das Hoffen so zentrale Themen des Films darstellen.

Optional:



g) Der Satz "Wir schaffen das!“ gehört mittlerweile zu den berühmtesten Sätzen, die Bundeskanzlerin Angela Merkel je geäußert hat. Sie meinte damit, dass Deutschland es schafft, vielen vor Krieg schutzsuchenden Geflüchteten einen Zufluchtsort zu bieten. Als sie dies am 31. August 2015 auf einer Bundespressekonferenz sagte, löste sie weltweit unterschiedliche, teilweise heftige Reaktionen aus. Bei vielen Menschen aus den betroffenen Kriegsgebieten, wie den Kindern und Jugendlichen aus dem Film Life on the Border, hat sie mit dem Satz vor allem Hoffnung gesät. Lest euch den Brief durch, den die Mitwirkenden des Films an Angela Merkel formuliert haben.

Brief der Regie führenden Kinder und Jugendliche an die Bundeskanzlerin Angela Merkel:

i

Liebe Frau Merkel,

wir, die Kinder aus den Flüchtlingslagern in Kobane (Syrien) und Sindschar (Irak) möchten Ihnen danken, dass Sie die Türen aufgemacht haben, um so viele Flüchtlinge in Ihr Land zu lassen. Wir haben zusammen mit Bahman Ghobadi diesen Film gemacht und wir sind sehr froh, dass der Film nun auf der Berlinale in Ihrem Land gezeigt wurde.

Wir wissen, dass Sie sehr beschäftigt sind, aber vielleicht finden Sie ja Zeit, den Film zu sehen. Es war wirklich sehr schwierig für uns den Film zu drehen. Aber jetzt, wo er fertig ist, würden wir selbst sehr gerne Filmemacher werden. Also bitten wir Sie, uns keine Waffen mehr zu schicken, sondern Kameras, damit wir der Welt zeigen können, in welcher Situation wir uns befinden. Bitte helfen Sie uns, den Krieg zu beenden. Helfen Sie uns, unsere Heimatstädte wieder zurückzubekommen, auch, weil wir Sie nicht länger stören wollen und wir unser Zuhause wiederbekommen wollen. Wir brauchen Büchereien, Kinos und Spielplätze. Aber tatsächlich haben wir nichts von alledem: Wir haben kein Zuhause, keine Büchereien, keine Kinos und keine Spielplätze.

Liebe Frau Merkel, wir hoffen, dass Sie gesund bleiben und dass unser Brief Sie erreicht. Hoffentlich antworten Sie auf unseren Brief. Außerdem danken wir den Veranstaltern der Berlinale, dass sie unseren Film auf dem Festival gezeigt haben.

Mit lieben Grüßen die Kinder aus Kobanê und Sindschar

h) Recherchiert, wie die aktuelle Debatte um die Flüchtlingspolitik derzeit in Deutschland geführt wird. Tipp: unter http://www.bpb.de/politik/innenpolitik/flucht/ findet ihr erste Hintergrundinformationen.

i) Verfasst in der Klasse ebenfalls einen Brief an eine/n lokale/n Bundestagsabgeordnete/n, in welchem ihr den Brief der Kinder und Jugendlichen von Life on the Border einfügt und Fragen zur aktuellen Situation von geflüchteten Menschen in eurer Region stellt. Recherchiert das Kontaktformular der Politikerin/des Politikers und sendet ihm oder ihr euren Brief.

Elisabeth Bracker da Ponte

Elisabeth Bracker da Ponte

Die promovierte Pädagogin Elisabeth Bracker da Ponte arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin (post-doc) an der Fakultät EPB der Universtität Hamburg am Fachbereich Didaktik der sprachlichen und ästhetischen Fächer bei Prof. Dr. Andreas Bonnet. Als freie Autorin verfasst sie Unterrichtsmaterialien und pädagogisches Begleitmaterial unter anderem für kinofenster.de.


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