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7.8.2017

Wie verändert sich der Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland bis 2060?

Ergebnisse der 13. Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes

Die animierte interaktive Grafik zeigt: Ein Bevölkerungsrückgang ist in Deutschland unvermeidbar. Die jüngere Bevölkerung schrumpft und besonders die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter von 20 bis 64 Jahren geht stark zurück, während die Zahl der Menschen über 65 Jahre weiter ansteigt.

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Langfristige Bevölkerungsvorausberechnungen sind keine Prognosen. Sie liefern "Wenn-Dann-Aussagen" und zeigen, wie sich die Bevölkerung und deren Struktur unter bestimmten Annahmen verändern würden. Die animierte Grafik basiert auf den Ergebnissen der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes und stellt eine von insgesamt acht Varianten für die demografische Entwicklung in Deutschland bis 2060 vor.

Diese Variante ("Kontinuität bei schwächerer Zuwanderung") geht von einer konstanten durchschnittlichen Geburtenrate mit 1,4 Kindern je Frau aus, wobei das Durchschnittsalter der Frau bei der Geburt des Kindes ansteigt. Es wird angenommen, dass die Lebenserwartung der Menschen in Deutschland steigt: bei Frauen um sechs und bei Männern um sieben Jahre. Mit Blick auf Zuwanderung nach und Abwanderung aus Deutschland beschreibt dieses Modell, dass die anfangs sehr hohe jährliche Nettozuwanderung von 500.000 Personen innerhalb von 6 Jahren bis zum Jahr 2021 auf 100.000 Personen abflacht und anschließend konstant bei 100.000 Personen pro Jahr bleibt.

Weitere Beispielvarianten stellt die interaktive Bevölkerungspyramide des Statistischen Bundesamtes dar: https://service.destatis.de/bevoelkerungspyramide/

Insgesamt ergeben die unterschiedlichen Berechnungsvarianten jedoch dieses Bild:
Ein Bevölkerungsrückgang ist in Deutschland auf lange Sicht unvermeidbar. Denn die Zahl der Gestorbenen wird die Zahl der Geborenen immer stärker übersteigen. Diese Lücke kann nicht auf Dauer durch den positiven Saldo aus Zuzügen nach und Fortzügen aus Deutschland geschlossen werden.

Besonders stark wird die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter schrumpfen. Die Anzahl der 20- bis 64-Jährigen (2013: 49 Millionen) wird ab 2020 deutlich zurückgehen und 2060 je nach Stärke der Nettozuwanderung etwa 34 bzw. 38 Millionen betragen (– 30 % bzw. – 23 %). Der Anteil der 20- bis 64-Jährigen an der Gesamtbevölkerung wird von 61 % im Jahr 2013 auf etwa 51 % bzw. 52 % im Jahr 2060 sinken. Wird das Erwerbsalter mit 67 statt mit 65 Jahren abgegrenzt, so werden es 2060 noch etwa 36 bis 40 Millionen sein. Ebenso zurückgehen wird die jüngere Bevölkerung im Alter unter 20 Jahren von gegenwärtig 15 Millionen auf 11 bzw. 12 Millionen im Jahr 2060 (– 26 % bzw. – 18 %). Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung wird dabei von 18 % auf 16 % zurückgehen.

Dagegen wird die Anzahl der Menschen im Alter ab 65 Jahren weiter steigen. Besonders stark wird diese Altersgruppe in den nächsten 20 Jahren wachsen, wenn die geburtenstarken Jahrgänge sukzessive in dieses Alter aufrücken. Im Jahr 2060 wird die Anzahl der ab 65-Jährigen 22 bis 23 Millionen betragen. Während derzeit jede fünfte Person dieser Altersgruppe angehört (2013: 21 %) wird es 2060 jeder dritte sein (2060: 32 % beziehungsweise 33 %).

Die demografische Alterung schlägt sich besonders deutlich in den Zahlen der Hochbetagten nieder. Im Jahr 2013 lebten 4,4 Millionen 80-Jährige und Ältere in Deutschland. Ihre Anzahl wird 2060 mit insgesamt 9 Millionen etwa doppelt so hoch sein wie heute. Der Anteil der Hochaltrigen an der Gesamtbevölkerung betrug 2013 rund 5 %, bis 2060 wird er auf 12 % beziehungsweise 13 % zunehmen. Vier von zehn Menschen im Alter ab 65 Jahren werden dann 80 Jahre und älter sein.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis) (2015): Neue Bevölkerungsvorausberechnung für Deutschland bis 2060. Pressemitteilung vom 28. April 2015, Online: https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse
/Pressekonferenzen/2015/bevoelkerung/pm_bevoelk2060_PDF.pdf?__blob=publicationFile


Weitere Publikationen zur Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes: https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Bevoelkerung/VorausberechnungBevoelkerung
/BevoelkerungDeutschland2060Presse.html
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