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8.8.2018

Handreichung zum Arbeitsblatt Identität für Pädagog*innen

Die Handreichung liefert Anregungen zur Verwendung des Arbeitsblatt sowie Hinweise zum Umgang mit trans*. Im Fokus steht das Einfühlen in und ein erstes Verstehen von Transgeschlechtlichkeit sowie das Begreifen von Geschlechtsidentität in Abgrenzung zum (Rollen)Spiel.

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Gesamtlänge des Videoclips: 02:16 min.
Altersempfehlung: ab 8 Jahren
Fächer: Ethik, Sachunterricht, Deutsch, Kunst, Biologie
Schwerpunkte: Identität, Transgeschlechtlichkeit vs. (Rollen)Spiel, Selbstbestimmung, Geschlechtsidentität, Empathie
Ziele: Kennenlernen, Einfühlen in und erstes Verstehen von Transgeschlechtlichkeit; Begreifen von Geschlechtsidentität in Abgrenzung zu (Rollen)Spiel; Annäherung an das Thema Selbstbestimmung

Allgemeine Empfehlung: Bedenken Sie, dass Schüler*innen in Ihrer Klasse transgeschlechtlich sein können. Halten Sie weitere Informationsressourcen bereit (z.B. über lokale Projekte und Kontaktadressen).

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Transgeschlechtlichkeit (abkürzend: trans*)

Transgeschlechtliche Personen identifizieren sich nicht mit dem Geschlecht, das ihnen bei der Geburt von Ärzt*innen und Eltern zugeordnet wird und welches die Basis darstellt für das Erziehungsverhalten von Eltern und die weitere geschlechtliche Sozialisation des Kindes. Eine Identifikation mit dem "Gegengeschlecht" ist nicht automatisch gegeben. Eine Trans*person kann sich ebenso jenseits von Mädchen/Frau bzw. Junge/Mann oder als beides identifizieren. Als cisgeschlechtlich bezeichnet man Menschen, die sich mit dem Geschlecht identifizieren, das ihnen bei Geburt zugewiesen wurde.

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Transition

Als Transition bezeichnet man den Weg der sozialen/rechtlichen/körperlichen Angleichung an die eigene Geschlechtsidentität; ob und welche Elemente von Transition entscheidet jede Trans*person individuell. Transition kann bei jeder Trans*person anders aussehen.

ÜBUNG 1 - Ihre Geschichte verstehen



a) Dauer: ca. 10 min.
Lernziele:Noris Transgeschlechtlichkeit verstehen und widergeben können (individuell). Transgeschlechtlichkeit als Konzept verstehen können (allgemein).
Hinweise: Eine Trans*person kann sich ebenso jenseits von Mädchen/Frau bzw. Junge/Mann identifizieren oder als beides. Noris Transition ist an ihre spezifischen Bedürfnisse angepasst. Ihre Trans*geschichte ist nur eine von vielen - nicht alle Trans*geschichten und Trans*identitäten sind gleich.

Antwortmöglichkeit:
Nori wurde als Junge geboren, fühlt sich aber als Mädchen. Sie lebt nicht mehr als Junge, sondern als Mädchen.
Menschen, die transgeschlechtlich sind, haben ein anderes Geschlecht als das, womit sie geboren worden sind.

b) Dauer: ca. 10 min.
Lernziele: Berichtete Situation nachvollziehen und wiedergeben können.
Hinweis: Beantwortung der Frage (4) kann direkt in 1c) übergehen.

c) Dauer: 5-10 min. Lernziele: Empathie entwickeln für Nori und ihre Erfahrungen. Sich in die Lage vieler Trans*menschen versetzen, nicht geglaubt und nicht akzeptiert zu werden bezüglich der eigenen (Geschlechts)Identität. Wertschätzung und Bekräftigung der eigenen Gefühle und dem eigenen Selbstempfinden als valide und wichtig.
Hinweise: Insbesondere Trans*kindern und -jugendlichen werden häufig die Kompetenz und das Recht abgesprochen, sich über ihre Geschlechtsidentität selbstbestimmt äußern zu können. Sie werden aufgrund ihres Alters in ihrer Transgeschlechtlichkeit nicht ernst genommen.

ÜBUNG 2 - Videoclip anschauen: Nori verkleidet sich



Dauer: ca. 25 min. (inkl. Videoclip)
Lernziele: Geschlechtsidentität als etwas begreifen, das nicht auswählbar oder willentlich änderbar ist (A) und das dauerhaft ist (B); klare Abgrenzung von Transgeschlechtlichkeit von Spiel/Rollenspiel.
Hinweise: Transgeschlechtlichkeit ist keine Phase, kein (Rollen)Spiel. Die geschlechtliche Identität einer Person ist essentieller, fester Bestandteil ihrer Identität.

Das Erreichen der Lernziele wird kontrolliert und konsolidiert durch die abschließende Bearbeitung und Beantwortung folgender Fragestellungen im Rahmen der Aufgabe 2c):

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Lehrkräfte

Kris Fritz-Stehr

Kris Fritz-Stehr

Während des Masterstudiums der Erziehungswissenschaften arbeitete Kris Fritz-Stehr von 2013-2017 als Mitarbeiter _in bei der Landeskoordinierungsstelle für LesBiSchwule und Trans* belange des Landes Brandenburg, ein Projekt vom Brandenburger Landesverband AndersARTiG e.V. In diesem Rahmen koordinierte Fritz-Stehr u.a. das Projekt "Schule unterm Regenbogen“, ein Bildungs- und Antidiskriminierungsprojekt für Jugendliche und junge Erwachsene in Brandenburg zu queeren Lebensweisen.

Derzeit ist Fritz-Stehr außerdem im Vorstand bei Queere Bildung e.V., Bundesverband für Bildungs- und Aufklärungsarbeit im Bereich sexueller und geschlechtlicher Vielfalt.


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