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16.7.2013

Wie funktionieren Verwertungsgesellschaften?

GEMA, GVL, VG Wort, VG Bild-Kunst – das sind die großen vier Verwertungsgesellschaften in Deutschland. Doch was machen Verwertungsgesellschaften überhaupt – außer Youtube-Videos sperren oder sich mit Club-Besitzern streiten?

Verwertungsgesellschaften in Deutschland Lizenz: cc by-nc-nd/2.0/de (dieSachbearbeiter.de)


Die GEMA ist nicht sonderlich beliebt in Deutschland – aber jeder kennt sie. Was sie – und die anderen Verwertungsgesellschaften – eigentlich machen, ist aber weniger bekannt.

Die vier großen Urheberrechtsgesellschaften sind die GEMA, zuständig für Musikurheber; die GVL, die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten; die VG Wort, zuständig für Autoren; und die VG Bild-Kunst, zuständig für Fotografen, Maler, Filmemacher und andere visuelle Urheber. Es gibt aber noch einige andere Verwertungsgesellschaften, zum Beispiel die Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten (VFF), die Gesellschaft zur Übernahme und Wahrnehmung von Filmaufführungsrechten (GÜFA) oder die VG Musikedition.

Die Verwertungsgesellschaften sammeln treuhänderisch Geld ein und verwalten es. Sie nehmen die Zweitverwertungsrechte für die Urheber wahr, etwa bei der Sendung eines Musikstücks im Radio, für die ein Komponist die Vergütung sonst selbst eintreiben müsste.

Einige Beispiele sind: Das gesammelte Geld wird nach Abzug der Verwaltungskosten nach vorher festgelegten Schlüsseln an die Mitglieder der Verwertungsgesellschaften gezahlt. Das sind in erster Linie die Urheber, aber auch Plattenfirmen, Verlage und Filmproduzenten. Das Urheberrechtswahrnehmungsgesetz regelt die Arbeit der Verwertungsgesellschaften. Dazu gehört auch, wie das Geld verteilt wird, welche Rechte und Pflichten die Verwertungsgesellschaften haben, wie sie kontrolliert werden und so weiter. Die Aufsichtsbehörde, die für die Verwertungsgesellschaften zuständig ist, ist das Deutsche Marken- und Patentamt. Zusätzlich schaut wegen des faktischen Monopols der Verwertungsgesellschaften das Bundeskartellamt nach dem Rechten. Die Verwertungsgesellschaften sind eingebunden in ein internationales Netzwerk. Sie sind Mitglied in internationalen Dachverbänden, deren größter die CISAC (Confédération Internationale des Sociétés d’Auteurs et Compositeurs) ist. Sie haben auch Verträge mit Verwertungsgesellschaften anderer Länder, so dass auch international Rechte vertreten können.
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