zurück 
1.6.2009

Politische Wanderungsfaktoren

Welche politischen Faktoren können auf internationale Migration wirken? Der stärkste politische Druck geht von Kriegen und Bürgerkriegen aus: Menschen flüchten – größtenteils innerhalb eines Landes (Binnenvertriebene), aber auch in andere Länder (Kriegsflüchtlinge). Daneben ist auch individuelle politische Verfolgung ein wichtiger Wanderungsfaktor.

Dogharun, Iran: Afghanische Flüchtlinge auf dem Heimweg (© EC/ECHO/Yvan Hildebrand)

Politische Wanderungsfaktoren sind ähnlich wichtig wie ökonomische Faktoren. Die Staaten haben die Zuständigkeiten für grenzüberschreitende Wanderungen entsprechend der Unterscheidung zwischen politischen und nicht-politischen Wanderungsmotiven definiert.

Der stärkste politische Druck geht naturgemäß von Kriegen und Bürgerkriegen aus. Aber auch Kriege führen in den meisten Fällen nicht zu grenzüberschreitenden Wanderungen, sondern zu Vertreibungen innerhalb des Landes. Diese Binnenvertriebenen oder Binnenflüchtlinge sind prinzipiell in einer noch schlechteren Lage als grenzüberschreitende Flüchtlinge, weil es für sie keine völkerrechtlichen Zuständigkeiten gibt. In der Praxis betreuen verschiedene UN-Organisationen, vor allem das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR, einen Teil dieser Flüchtlinge.

Besonders problematisch sind so genannte "komplexe Katastrophen", also die Kombination von menschlich verursachten Katastrophen und Naturkatastrophen. Hier vermischen sich oft grenzüberschreitende und interne Fluchtbewegungen, und es ist nicht nur äußerst schwierig, sondern unter humanitären Gesichtspunkten sogar widersinnig, zwischen internationalen Flüchtlingen und Binnenflüchtlingen zu unterscheiden.

Dr. Steffen Angenendt

Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln