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27.6.2018

Zahlen zu Asyl in Deutschland

Infografiken zu Asylgesuchen, Asylanträgen, Asylentscheidungen und Abschiebungen

Wie viele Menschen suchen in Deutschland Asyl? Woher kommen sie? Wie viele Asylanträge sind erfolgreich? Und wie viele Menschen werden abgeschoben? Wir stellen die wichtigsten Zahlen zum Thema Asyl und Flucht monatlich aktualisiert in einfachen Infografiken dar.

Woher stammen die Daten?

Zahlen zu Asyl in Deutschland werden vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erhoben und veröffentlicht. Darunter fallen neben Zahlen der registrierten Asylsuchenden und der gestellten Asylanträge auch Daten zu Herkunftsländern, Altersgruppen und Entscheidungsquoten, die das BAMF monatlich in seinen Asylgeschäftsberichten und Asylgeschäftsstatistiken veröffentlicht. Weitere Quellen sind die Jahresberichte 2014 und 2015, die Reihe Aktuelle Zahlen zu Asyl des BAMF sowie aktuelle Pressemitteilungen des BAMF und des Bundesministeriums des Innern (BMI). Daten zu Abschiebungen stammen aus Antworten der Bundesregierung auf Kleine Anfragen der Fraktion Die Linke im Deutschen Bundestag (Drucksachen 18/4025, 18/7588, 18/11112 und 19/800).

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Hier kommen Sie zu den Grafiken:

Wie viele Asylanträge werden in Deutschland gestellt?

Wie viele Asylsuchende kommen in Deutschland an?

Wer stellt Asylanträge und woher kommen die Menschen?

Wie viele Asylanträge sind erfolgreich?

Wie viele Menschen werden abgeschoben?

Wie viele Asylverfahren bearbeitet das BAMF?


Wie viele Asylanträge werden in Deutschland gestellt?



Bei Asylverfahren wird seit 1995 zwischen Erst- und Folgeanträgen unterschieden: Beantragt ein Asylsuchender das erste Mal Asyl, liegt ein Erstantrag vor. Wird ein Asylantrag zurückgenommen oder vom BAMF abgelehnt, hat der Asylsuchende die Möglichkeit, einen Folgeantrag zu stellen. Ob ein Folgeverfahren aufgenommen wird, entscheidet das BAMF.





Seit Mitte der 1990er Jahre ging die Zahl der in Deutschland gestellten Asylanträge kontinuierlich zurück. Seit 2007/2008 steigen die Zahlen wieder. 2016 erreichte die Anzahl der Asylanträge einen Höchststand: Zwischen Januar und Dezember 2016 zählte das BAMF 745.545 Erst- und Folgeanträge auf Asyl und damit mehr als im Vorjahr. 2015 hatten 476.649 Menschen in Deutschland Asyl beantragt. Zwischen Januar und Dezember 2017 nahm das Bundesamt insgesamt 222.683 Asylanträge entgegen. Im laufenden Jahr 2018 waren es 78.026 Anträge. Wichtig dabei ist: Da zwischen der Ankunft der Asylsuchenden in Deutschland und dem Stellen des Asylantrags Wochen oder Monate vergehen können, entspricht die Zahl der gestellten Asylanträge nicht zwingend den tatsächlich in Deutschland ankommenden Asylsuchenden.





2016 waren die meisten Erstanträge in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Niedersachsen und 2017 in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg gestellt worden. Im laufenden Jahr 2018 haben Nordrhein-Westfalen, Bayern und Niedersachsen die meisten Asylerstanträge entgegengenommen. Diese Bundesländer müssen nach dem sogenannten Königsteiner Schlüssel die meisten Asylsuchenden aufnehmen. Der Königsteiner Schlüssel regelt die Verteilung der Asylbewerber auf die einzelnen Bundesländer.




Wie viele Asylsuchende kommen in Deutschland an?



Die Anzahl der monatlich gestellten Asylanträge liegt aktuell leicht höher als der Zugang von Asylsuchenden. Von Januar bis Dezember 2017 wurden 186.644 Asylsuchende in Deutschland registriert, im laufenden Jahr 2018 (Januar bis April) gab es bisher 54.790 Registrierungen. Die meisten von ihnen stammen aus Syrien, Irak und Nigeria, aber auch die Türkei und die Russische Föderation sind unter den zehn meistgenannten Herkunftsländern.







Bis Ende 2016 wurden nur die Asylantragszahlen zentral vom BAMF erhoben. Seit 2017 gibt es eine offizielle Asylgesuchstatistik, in der auch alle ankommenden Flüchtlinge und Asylsuchende zentral erfasst werden, die noch keinen Antrag auf Asyl gestellt haben. Die Asylgesuchstatistik hat die Erfassung durch das sogenannte EASY-System ersetzt. Bei den im EASY-System erfassten Asylsuchenden konnten Fehl- oder Doppelregistrierungen nicht ausgeschlossen werden. Ein direkter Vergleich der Asylgesuchstatistik mit den EASY-Zahlen der Vorjahre ist daher nicht sinnvoll.

EASY-System

Zahlen zu in Deutschland ankommenden Asylsuchende wurden bis Ende 2016 dezentral über das sogenannte EASY-System erfasst.




Wer stellt Asylanträge und woher kommen die Menschen?



Menschen, die 2017 und im laufenden Jahr 2018 in Deutschland Asyl suchten, stammen aus nahezu allen Altersgruppen: Die Mehrheit der Antragsteller ist jünger als 30 Jahre, die größte Gruppe sind Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren. Mehr Männer als Frauen haben einen Asylantrag gestellt. Die meisten Antragsteller kamen 2017 aus Syrien, gefolgt von Afghanistan und Irak.














Wie viele Asylanträge sind erfolgreich?



Das BAMF entscheidet über jeden Asylantrag nach einer inhaltlichen Prüfung. Zu diesen sogenannten Sachentscheidungen gehören die Anerkennung der Rechtstellung als Flüchtling (nach Art. 16 a GG und § 3 Asylgesetz (AsylG)), die Gewährung von subsidiärem Schutz (nach § 4 AsylG, siehe Infobox) oder die Ablehnung des Asylantrags. Wird ein Antrag abgelehnt, prüft das BAMF ob ein Abschiebungsverbot vorliegt, weil bspw. eine konkrete Gefahr für Leib, Leben oder Freiheit des Antragstellers im Herkunftsland besteht.

Was bedeutet "subsidiärer Schutz"?

Subsidiärer Schutz kann Personen gewährt werden, die nicht die Voraussetzungen des grundgesetzlichen Asylrechts oder der Genfer Flüchtlingskonvention erfüllen, denen im Falle einer Rückkehr in ihr Herkunftsland aber ein "ernsthafter Schaden" (Art. 15 der EU-Qualifikationsrichtlinie 2011/95/EU ) droht. Dies ist der Fall, wenn dort mit:

Bei bestimmten Verfahren findet keine inhaltliche Prüfung statt, hier trifft das BAMF eine formelle Entscheidung z.B. auf Verfahrenseinstellung, wenn ein Asylbewerber seinen Antrag zurückzieht, oder wenn nach dem sogenannten Dublinverfahren ein anderer europäischer Staat für den Asylsuchenden zuständig ist.





Die Quote der positiv beschiedenen Asylanträge (Anerkennung als Flüchtling, subsidiärer Schutz, Abschiebeverbot), die sogenannte Gesamtschutzquote für Flüchtlinge, liegt im laufenden Jahr 2018 bei 32,4 Prozent. 2017 lag sie bei 43,3 Prozent.





Wie viele Menschen werden abgeschoben?



Menschen, deren Asylantrag abgelehnt wird, müssen Deutschland innerhalb kurzer Zeit verlassen. Sie sind dann ausreisepflichtig. Reisen sie nicht innerhalb einer festgelegten Frist freiwillig aus und liegen weder Hinderungsgründe (z.B. Krankheit) noch eine Duldung vor, muss die Ausländerbehörde sie abschieben. Das ist Aufgabe der Bundesländer, die dabei oftmals mit der jeweiligen Landespolizei und der Bundespolizei zusammenarbeiten.





2016 wurden aus Deutschland 25.375 Menschen abgeschoben, die meisten davon in ihre Herkunftsländer. Im Jahr 2017 waren es 23.966 Menschen. Die Abgeschobenen stammen vor allem aus den Balkanstaaten Albanien, Kosovo, Serbien und Mazedonien. 2017 wurden aber auch syrische und afghanische aus Deutschland abgeschoben bzw. in andere EU-Staaten nach der sogenannten Dublin-Verordnung "überstellt". So wurden 2017 insgesamt mehr als 4.000 Menschen von Deutschland aus in andere EU-Staaten überstellt, die meisten davon nach Italien, Polen und Frankreich.








Die meisten Abschiebungen haben 2016 und 2017 die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern vorgenommen. Alle drei Länder müssen nach dem Königsteiner Schlüssel die meisten Asylsuchenden in Deutschland aufnehmen.




Abschiebung, Zurückschiebungen und Zurückweisungen

Von der Abschiebung sind Zurückschiebungen und Zurückweisungen zu unterscheiden.




Wie viele Asylverfahren bearbeitet das BAMF?



Beim BAMF waren lange Zeit monatlich mehr Erst- und Folgeanträge gestellt worden, als die Behörde im selben Zeitraum bearbeiten und entscheiden konnte. Die Summe der beim BAMF anhängigen, also noch nicht entschiedenen Verfahren war daher seit Jahren angestiegen. 2016 bekam die Behörde deutlich mehr Personal, um Asylanträge schneller abzuarbeiten. Seit Oktober 2016 gehen die beim BAMF anhängigen Verfahren zurück. Ende Mai 2018 waren beim BAMF Verfahren von 50.373 Personen anhängig.


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