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24.4.2020

Was heißt "Integration" in superdiversen Nachbarschaften?

Zunehmend ändern sich in deutschen Städten die demographischen Gegebenheiten: Einen Migrationshintergrund zu haben ist dort Teil der neuen Mehrheitsgesellschaft geworden. Muss Integration daher neu gedacht werden?

Innenstadt von Nürnberg: In Städten wie Augsburg, Nürnberg, München und Stuttgart liegt der Gesamtanteil der Einwohner/-innen "mit Migrationshintergrund" schon heute bei über 40 Prozent. In naher Zukunft wird es immer mehr Städte geben, in denen mehr Menschen "mit Migrationshintergrund" als ohne leben. (© picture-alliance/dpa)


In den vergangenen Jahrzehnten war es in Politik und Gesellschaft in Fragen der "Integration" üblich, dass sich "Migrant*innen" in die "deutsche Aufnahmegesellschaft" einfügen sollen/müssen/wollen. Dieses Verständnis gerät durch demographische Entwicklungen zunehmend unter Druck: In Deutschland leben immer mehr Menschen, die einen "Migrationshintergrund" haben. Diese Kategorie wurde mit dem Mikrozensusgesetz 2005 vom Statistischen Bundesamt geschaffen, um die zuvor verwendete Unterscheidung zwischen Deutschen und Ausländern um ein deutlich differenzierteres Konzept zu ergänzen.[1]

Hinter dem Label "mit Migrationshintergrund" verbergen sich allerdings sehr unterschiedliche Personengruppen und Lebensrealitäten. Es umfasst Menschen, die tatsächlich selbst nach Deutschland migriert sind, ebenso wie Personen, bei denen nur ein Elternteil nicht von Geburt an die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt. Die Bandbreite reicht also vom "Gastarbeiter", der in den 1960ern z.B. aus der Türkei nach Deutschland gekommen ist, und in vielen Fällen auch seine Enkel, über die geflüchtete syrische Familie bis hin zu einem in Deutschland geborenen und aufgewachsenen Mädchen mit deutschen Eltern, das aber z.B. eine österreichische Großmutter hat, deren in Deutschland geborene Tochter erst später eingebürgert wurde. Die Messkategorie "Migrationshintergrund" ist damit so umfassend, dass sie allein und ohne weitere Differenzierungen kaum spezifische Aussagen etwa über sozialpolitische Bedarfe oder Problemlagen in bestimmten Nachbarschaften erlaubt. Sie ist aber durchaus geeignet, eine grundsätzliche Ahnung davon zu geben, wie verbreitet und normal es inzwischen ist, dass es in Familien Migrationsgeschichten zu erzählen gibt.

Eine neue Demographie

In einigen Städten und Orten stellen die Einwohner*innen "mit Migrationshintergrund" heute die numerische Mehrheit der Bevölkerung. In den europäischen Großstädten London und Amsterdam ist dies seit 2012 der Fall. Inzwischen gilt das auch für Paris, Wien, Brüssel und Genf, um nur eine Auswahl zu nennen. Als erste deutsche Großstadt hat Frankfurt am Main 2016 die 50-Prozent-Schwelle überschritten, aber schon vorher lebten in einigen mittelgroßen deutschen Städten wie Offenbach, Heilbronn oder Sindelfingen mehr Menschen "mit Migrationshintergrund" als ohne. Und dies wird in naher Zukunft in immer mehr Städten der Fall sein – etwa in Augsburg, Nürnberg, München und Stuttgart, wo der Gesamtanteil der Einwohner*innen "mit Migrationshintergrund" schon heute bei über 40 Prozent liegt.

Anteil Personen mit "Migrationshintergrund" in ausgewählten deutschen Großstädten 2007 und 2016

20072016
Frankfurt am Main42% 50%
Nürnberg40%45%
Augsburg38%44%
Stuttgart37%44%
München35%41%
Düsseldorf32%39%
Köln31%37%
Hamburg26%32%
Dortmund31%31%
Berlin24%28%

Quelle: MigraPro-Auswertungen der städtischen Statistikstellen (vgl. VDSt 2013), eigene Zusammenstellung des Autors.

Die meisten dieser Städte, die von Sozialwissenschaftlern auch "majority minority-cities"[2] genannt werden, können durchaus als "boom towns" bezeichnet werden und zählen keineswegs zu "den üblichen Verdächtigen", wenn von "Integrationsproblemen" oder dem "Scheitern der multikulturellen Gesellschaft" die Rede ist. Das zeigt auch der Blick auf einige andere Städte in der Tabelle oben: In ebenfalls wirtschaftlich prosperierenden Städten wie Hamburg, Düsseldorf oder Leipzig ist der Anteil der Einwohner*innen mit Migrationshintergrund zwar deutlich niedriger als in den o.g. süddeutschen Städten, aber er steigt ebenso schnell. Demgegenüber stagniert der Anteil z.B. in den Städten des immer noch mit Strukturproblemen kämpfenden Ruhrgebiets, in denen Arbeitsplätze und somit wirtschaftliche Perspektiven fehlen, die sie für Migrant*innen attraktiv machen würden.

Die hinter solchen Zahlen stehenden sozialen Realitäten können allerdings sehr unterschiedlich sein: Wenn z.B. in einer Ruhrgebietsstadt die Arbeitslosigkeit insgesamt bei über 15 Prozent liegt und davon überdurchschnittlich stark Menschen aus Einwandererfamilien betroffen sind, dann ist das etwas völlig Anderes, als wenn die Ausgangssituation die de facto-Vollbeschäftigung des viel höheren Anteils an Einwandererfamilien gleicher Herkunft in einer Stadt wie Sindelfingen ist, wo sich ein prosperierendes Daimler-Werk befindet. Und natürlich sind die 35 Prozent Kinder und Jugendliche "mit Migrationshintergrund" in einem wohlhabenden bürgerlichen Stadtteil wie Rotherbaum in Hamburg nicht mit einem ähnlich hohen Anteil in einer Kleinstadt in einer eher strukturschwachen Region zu vergleichen.

Und dennoch sollte die symbolische Ebene dieser Zahlen nicht unterschätzt werden, weil solche Zahlenspiele bzw. ihre Interpretation auch eine politische Wirkung und Dimension haben können.[3] So warnen mit Hinweis auf solche Zahlen nicht zuletzt rechtspopulistische Parteien vor einem angeblichen "Ende der Mehrheitsgesellschaft" und schüren damit Ängste unter Deutschen "ohne Migrationshintergrund". Solche Strategien scheinen gerade dort zu verfangen, wo dominante nationale Eigendefinitionen vorherrschen, in denen ein nicht "deutsch" klingender Name und dunklere Haut- oder auch nur Haarfarbe ausreichen, um regelmäßig nach der "wirklichen Herkunft" gefragt zu werden. Zugewanderte und ihre Nachkommen bleiben damit "die Anderen" oder werden als solche erst markiert – selbst wenn sie in Deutschland geboren wurden und die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Sie sind es, die sich dem im (politischen) Diskurs dominanten Integrationsverständnis nach "deutschen Lebensverhältnissen" angleichen müssen. Was genau "deutsch" bedeutet, lässt sich zwar oft nicht klar benennen; klar scheint aber, wer nicht "deutsch" ist.[4]

Jugendliche mit Migrationshintergrund

In allen Städten zeigt die jeweilige Bevölkerungspyramide, dass der Anteil an Personen mit Migrationshintergrund steigt, je jünger die betrachtete Altersgruppe ist: In den o.g. Städten, in denen über oder annähernd die Hälfte der Bevölkerung einen "Migrationshintergrund" hat, gilt das für zwei Drittel bis drei Viertel der Kinder und Jugendlichen. Gleichzeitig sind bundesweit bei den unter 15-Jährigen mit "Migrationshintergrund" 80 Prozent in Deutschland geboren und aufgewachsen.[5] Das bedeutet, dass zwar die demographische Vielfalt, wie sie z.B. in Klassenzimmern sehr deutlich sichtbar ist, erheblich zugenommen hat, diese Entwicklung aber nur zu einem kleinen Teil auf tatsächlich neu zugewanderte Kinder und Jugendliche zurückzuführen ist. Stattdessen ist sie zu einem großen Teil auf Migrationsbewegungen zurückzuführen, die Jahrzehnte zurückliegen: Es handelt sich etwa um die Kinder und Enkel von "Gastarbeiter*innen", Spätaussiedler*innen und Geflüchteten der Jugoslawienkriege. Das bedeutet auch, dass Beschränkungen der aktuellen Zuwanderung nach Deutschland auf die beschriebene demographische Entwicklung keinen wesentlichen Einfluss haben.

Superdiversität und Integration

Klassenzimmer und Nachbarschaften, in denen es keine numerische (ethno-kulturelle oder -nationale) Mehrheit mehr gibt, werden auch als "superdivers" bezeichnet. Der Begriff meint dabei aber nicht einfach nur ein Mehr an kultureller Vielfalt, sondern umfasst auch eine wachsende soziokulturelle Ausdifferenzierung, die z.B. in der steigenden Zahl bi-nationaler Partnerschaften eine der sichtbarsten und eine der wenigen messbaren Ausdrucksformen findet.[6] Denn auch subkulturelle Milieus differenzieren sich unter Teilhabe von Personen "mit Migrationshintergrund" weiter aus – von Heavy Metal bis LGBTIQ. Die Vielfalt nimmt also nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ zu, indem sich verschiedene Ebenen und Kategorien (z.B. Berufe, sozioökonomischer Status, Sprachen, religiöse Traditionen, regionale/lokale Identitäten, kulturelle Präferenzen und Praktiken) mit- und ineinander verschränken.

Das bedeutet nicht zuletzt, dass auch etablierte ethno-nationale "Großkategorien" immer weniger aussagen, da die Gruppen, die sie bezeichnen, selbst von hoher Heterogenität geprägt sind. Auch das wird besonders gut am Beispiel von Schulklassen sichtbar. Hier werden Zuschreibungen wie "deutsch", "türkisch" oder "afghanisch" zwar durchaus verwendet – sie sind ja im familiären Kontext vielfach auch tatsächlich relevant. Zugleich umfassen sie aber eine sehr große Bandbreite an möglichen familiären Hintergründen: Manche Schüler*innen sprechen schon bei der Einschulung akzentfrei Deutsch (und dafür möglicherweise nur sehr rudimentär Türkisch oder Dari), andere kommen praktisch ohne deutsche Sprachkenntnisse in die Klasse. Manche Schüler*innen haben keinen Aufenthaltsstatus, andere leben schon in dritter Generation im Stadtteil.

In einem heutigen "superdiversen" Stadtteil repräsentieren diejenigen, die bisher (ethnisch) als "Deutsche" und damit automatisch als Bestandteil der "Mehrheitsgesellschaft" identifiziert wurden, in den meisten Fällen zwar noch eine relative, aber nicht mehr die absolute Mehrheit. Sie sind nur noch eine "Minderheit" unter vielen anderen. Gleichzeitig bringt es die in den vergangenen Jahrzehnten stark gestiegene Mobilität mit sich, dass auch sehr viele Menschen ohne internationale Migrationserfahrung ihren Lebensmittelpunkt nicht mehr dort haben, wo sie selbst aufgewachsen sind oder es möglicherweise sogar generationenübergreifende familiäre Bindungen gab. In den superdiversen Nachbarschaften der großen Städte [7] sind es inzwischen häufiger die Nachkommen aus Einwandererfamilien, die über vielfältige familiäre und soziale Bindungen und tiefe Verwurzelungen verfügen, während die dort wohnhaften hoch mobilen jungen Leute "ohne Migrationshintergrund" die eigentlichen Neuankömmlinge mit nur wenigen sozialen Bindungen vor Ort sind.[8]

Mit Blick auf solche Fälle ändert sich sozusagen die "Geschäftsordnung der Integration": In was "hinein" sollen sich neu angekommene Angehörige von Minderheiten integrieren, wenn es nur andere Minderheiten bzw. keine ethnisch definierbare Mehrheit mehr gibt? Was bedeutet "kulturelle Angleichung" in einem heutigen superdiversen Klassenzimmer, in dem nur wenige Schüler*innen aus monolingual deutschsprachigen Familien kommen? Zwar ist in diesen Klassenzimmern ebenso wie in den superdiversen Nachbarschaften Deutsch die dominante Umgangssprache und die Mehrheit der Kinder eint in aller Regel ein hohes Maß an lokalen Zugehörigkeitsgefühlen. Der soziokulturelle "Mainstream" aber ist eher eine Kultur der Supervielfalt und der "kulturellen Hybride": So ist familiäre Mehrsprachigkeit die Regel, in dem die Kinder z.B. die Eltern und Großeltern in der Herkunftssprache adressieren, untereinander aber Deutsch sprechen. Ein anderes Beispiel ist das Freizeitverhalten junger Leute: Sie treffen sich überwiegend herkunftsübergreifend an Orten, die entweder als "neutral" gelten können (Kino, Einkaufszentrum, Sportverein) oder auch dann kulturübergreifend genutzt werden, wenn sie "ethnisch codiert" sind (der "türkische Imbiss", die "Balkandisko", der "Salsa-Schuppen").[9]

Neu an dieser Entwicklung ist auch, dass sich die Frage des Umgangs mit der neuen "Supervielfalt" heute nicht mehr nur in "typischen Migrantenvierteln" stellt, sondern zunehmend auch in den Gymnasien und eher bürgerlichen Stadtteilen. Vielfach zu beobachten ist dies beispielsweise in gentrifizierten innenstadtnahen ehemaligen Arbeiterquartieren wie etwa Ottensen in Hamburg oder "Kreuzberg 61" in Berlin. Gentrifizierungsprozesse gehen in der Regel mit einer Vertreibung ärmerer Bevölkerungsschichten einher. Dies führt aber – entgegen der allgemeinen Erwartung – nicht notwendigerweise zu einem Absinken des Anteils der Bevölkerung "mit Migrationshintergrund". Denn diese Viertel werden gerade für die erfolgreichen neuen Mittelschichten "mit Migrationshintergrund" attraktiv, weil in ihnen ethno-kulturelle Vielfalt selbstverständlich ist und sie daher weniger Nachteile befürchten – z.B. dass ihre Kinder in der Schule diskriminiert werden. Gleichzeitig finden sie hier hochwertigen Wohnraum und eine gute Lebensqualität. In diesen Vierteln steigt dann auch der Anteil der Schüler*innen "mit Migrationshintergrund", die aus Haushalten mit überdurchschnittlichen Einkommen und hoher Bildungsorientierung kommen.[10]

Solche Prozesse sind natürlich kein Automatismus und lassen sich daher weder für Gentrifizierungsprozesse noch für migrantisch geprägte Stadtviertel per se verallgemeinern. So spielt der Anteil der zugewanderten Bevölkerung bei der Gentrifizierung von Stadtteilen in ostdeutschen Städten wie Halle oder Dresden nur eine marginale Rolle. Und Familien mit Einwanderungsgeschichte sind noch immer deutlich stärker von Armut und sozialer Ausgrenzung und den damit einhergehenden Negativfolgen für Kinder und Jugendliche in Bezug auf ihre Sprachentwicklung, Bildungschancen und beruflichen Perspektiven betroffen.

Schlussfolgerungen

Das Thema "Integration" hat durch die Fluchtzuwanderung nach 2014 (wieder) an Bedeutung gewonnen: Unterbringung, Spracherwerb, Zugang zu Bildung und Arbeit für die Menschen, die neu in Dörfer, Städte und Nachbarschaften gekommen sind, sind die "klassischen" Herausforderungen der Integrationsarbeit. Darüber sind die schon lange ansässigen Einwanderer*innen und ihre einheimischen Nachkommen weitgehend aus dem Blick geraten. Dies sollte allerdings nicht dazu führen, dass fest etablierte Strukturen der Benachteiligung im Bildungswesen, im Zugang zu Wohnraum und im Zugang zu hochqualifizierten Jobs integrationspolitisch keine Aufmerksamkeit mehr erhalten.

Aufgrund solcher strukturellen Benachteiligungen stößt der Begriff der "Integration" gerade bei Angehörigen der zweiten und dritten Generation zunehmend auf Vorbehalte. Da sie in Deutschland geboren und sozialisiert wurden, stellen sich für sie viele Fragen der "Integration" schlichtweg nicht: Sie sind hier zuhause, sie brauchen weder Sprach- noch Orientierungskurse. Was sie allerdings brauchen würden, ist Chancengleichheit und Beistand gegen Diskriminierungspraktiken und ethno-kulturelle Stereotype. Auch als ein Personenkreis, der durch die von klein auf trainierten interkulturellen Kompetenzen im Grunde ideal für alle Arten von Brückenfunktionen geeignet ist, kommen sie im gängigen gesellschaftlichen Integrationsdiskurs praktisch nicht vor.

Stadtplanerische und Stadtentwicklungsprozesse gehen nicht selten an großen Teilen der Bevölkerung in superdiversen Stadtteilen vorbei, weil sie die vielen seit Jahrzehnten vor Ort verwurzelten Einwandererfamilien oft ganz einfach nicht "auf dem Schirm" haben. Dabei gehören gerade die Jüngeren zu einer Generation – der "Generation Mix" –, für die kultur-, grenz- und sprachübergreifende soziale Beziehungen und kulturelle Praktiken alltägliche Normalität sind. Sie verfügen damit über Kompetenzen, die unverzichtbar sind, um in zunehmend mehrheitlich aus Minderheiten bestehenden Stadtgesellschaften soziale Kohäsion und gemeinschaftlich geteilte lokale Zugehörigkeitsgefühle zu entwickeln. Genau in diese Richtung könnte auch "Integration" gedacht werden: Als Befähigung aller Mitglieder einer durch Migration geprägten und sich in vielerlei Hinsicht pluralisierenden Gesellschaft, kultur-, grenz-, sprach- und milieuübergreifende soziale Beziehungen aufzubauen und so aktiv am sozialen Zusammenhalt mitzuwirken. Dieser geht nicht zuletzt damit einher, dass jede und jeder sich zugehörig fühlen kann, die oder der das Zusammenleben auf Grundlage demokratischer Grundsätze und gegenseitigen Respekts gestalten möchte.

Literatur

Crul, Maurice (2016): Super-diversity vs. assimilation: How complex diversity in majority–minority cities challenges the assumptions of assimilation. Journal of Ethnic and Migration Studies 42(1), S. 54-68.

Hanhörster, Heike (2015): Bleiben oder Gehen? Migrantenviertel als Wohnstandorte türkeistämmiger Eigentümer/-innen. In: Gans, Paul (Hrsg.): Räumliche Auswirkungen der internationalen Migration. Hannover: ARL, S. 239–259.

Lang, Christine/Schneider, Jens (2017): Von Kreuzberg nach Tempelhof: Räumliche und soziale Mobilität bei Nachkommen von Eingewanderten aus der Türkei in Berlin. In: Geisen, Thomas/Riegel, Christine/Yildiz, Erol (Hg.): Migration, Stadt und Urbanität. Perspektiven auf die Heterogenität migrantischer Lebenswelten. Wiesbaden: Springer, S. 237–258.

Mannitz, Sabine/Schneider, Jens (2014): Vom "Ausländer" zum "Migrationshintergrund": Die Modernisierung des deutschen Integrationsdiskurses und seine neuen Verwerfungen. In: Nieswand, Boris/Drotbohm, Heike (Hg.): Kultur, Gesellschaft, Migration: Die reflexive Wende in der Migrationsforschung. Springer, S. 69–96. Schneider, Jens (2001): Deutsch sein: das Eigene, das Fremde und die Vergangenheit im Selbstbild des vereinten Deutschland. Frankfurt/Main; New York: Campus.

Schneider, Jens/Crul, Maurice/Lelie, Frans (2015): Generation Mix: Die superdiverse Zukunft unserer Städte – und was wir daraus machen. Münster: Waxmann. Schneider, Jens (2018a): Demographic "Megatrends" and Their Implications. Siirtolaisuus – Migration 3/2018, S. 26–31.

Schneider Jens (2018b): "Ausländer" (foreigners), migrants, or new Germans? Identity-Building processes and school socialization among adolescents from immigrant backgrounds in Germany. In C. R. Cooper & R. Seginer (Hg.): Navigating Pathways in Multicultural Nations: Identities, Future Orientation, Schooling, and Careers. New Directions for Child and Adolescent Development, 160, S. 59–73.

Schneider, Jens/Fokkema, Tineke/Matias, Raquel/Stojčić, Snežana/Ugrina, Dušan/ Vera-Larrucea, Constanza (2012): Identities. In: Crul, Maurice/Schneider, Jens/Lelie, Frans (Hg.): The European Second Generation Compared. Does the Integration Context Matter?. IMISCOE Research. Amsterdam: Amsterdam University Press.

Smith, Russell M.; Waldner, Leora (2018): Why majority-minority cities form: non-White municipal incorporation in the United States, 1990–2010. In: Urban Geography 39 (1), S. 149–166.

Statistisches Bundesamt (Destatis) (2017): Bevölkerung mit Migrationshintergrund – Ergebnisse des Mikrozensus 2005, hochgerechnet auf Basis des Zensus 2011, Sonderausgabe der Fachserie 1, Reihe 2.2, Ausgabe 2005. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt. https://www.destatis.de/GPStatistik/servlets/MCRFileNodeServlet/DEHeft_derivate_00042710/5122121059004.pdf (Zugriff: 22.8.2019).

Statistisches Bundesamt (Destatis) (2019): Bevölkerung und Erwerbstätigkeit: Bevölkerung mit Migrationshintergrund – Ergebnisse des Mikrozensus 2018 –, Fachserie 1, Reihe 2.2. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt. https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Migration-Integration/Publikationen/Downloads-Migration/migrationshintergrund-2010220187005.xlsx?__blob=publicationFile (Zugriff: 17.4.2020).

Verband Deutscher Städtestatistiker (VDSt) (Hg.) (2013): Migrationshintergrund in der Statistik: Definition, Erfassung und Vergleichbarkeit. Materialien zur Bevölkerungsstatistik 2. Köln: VDSt.

Vertovec, Steven (2007): Super-diversity and its implications. Ethnic and Racial Studies 30/6, S. 1024–1054.

Wessendorf, Susanne (2014): Commonplace diversity. Social relations in a super-diverse context. Basingstoke: Palgrave Macmillan.
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Fußnoten

1.
Statistisches Bundesamt (Destatis) (2017).
2.
Schneider/Crul/Lelie (2015); Smith/Waldner (2018).
3.
Siehe z.B. den Artikel von Michael Rasch über "das Ende der Mehrheitsgesellschaft" in der Online-Ausgabe der Neuen Zürcher Zeitung am 9. Juli 2019. Der ehemalige Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen kommentierte diesen mit der angedeuteten Unterstellung, dass solche Informationen in "deutschen Medien" wie zu DDR-Zeiten unterdrückt würden – eine Aussage, die wiederum in Politik und Medien breit kritisiert wurde (vgl. https://uebermedien.de/39948/mit-dem-westfernsehen-sieht-man-schlechter/ (Zugriff: 22.8.2019)).
4.
Vgl. Schneider (2001).
5.
Statistisches Bundesamt (Destatis) (2019), Tabelle 2 (S. 63); eigene Berechnungen.
6.
Vertovec (2007); Crul (2015); Schneider (2018a).
7.
Einige von diesen werden in den Medien immer wieder als besonders "multikulturell" genannt, wie etwa Neukölln in Berlin, Wilhelmsburg in Hamburg, die Dortmunder Nordstadt oder Marxloh in Duisburg. Weit weniger medial präsent sind z.B. Gesundbrunnen und Tiergarten in Berlin, Harburg und Jenfeld in Hamburg, Buchheim und Bilderstöckchen in Köln, St. Leonhard und Gibitzenhof in Nürnberg, Universität und Feuerbach-Ost in Stuttgart sowie Milbertshofen und Berg am Laim in München.
8.
Schneider et al. (2012), S. 312ff..
9.
Schneider et al. (2015), S. 97ff., Wessendorf (2014), (Crul 2015), Schneider (2018b).
10.
Vgl. Lang/Schneider (2017, S. 252ff.) für eine Analyse dieser Prozesse am Beispiel der Stadtteile Tempelhof und Kreuzberg in Berlin (siehe hierzu auch Hanhörster 2015) und Crul (2016, S. 58ff.) für das Beispiel Amsterdam (Stadtteile Out West und Nieuw West).

Jens Schneider

Jens Schneider

Dr. Jens Schneider ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen Identität, Nationalismus, Diversität und Bildung.


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