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26.6.2014

Die Zuwandererbevölkerung

Die größte Gruppe der Zuwanderer kommt aus Asien, vor allem aus Korea. Es gibt aber auch größere Gruppen aus Nordamerika, Europa, Indien und Australien. Die meisten Ausländer leben dabei in den Städten Shanghai und Peking und der Provinzen an der Küste.

Laden im koreanischen Viertel in Peking. Koreaner sind mit 120.750 Personen die größte Gruppe unter den ausländischen Zuwanderern in China. (© picture-alliance/dpa)


Laut Zensus von 2010 stellten Koreaner Ende 2010 mit 120.750 Personen die größte Gruppe unter den ausländischen Zuwanderern, gefolgt von Zuwanderern aus den USA (71.493 Personen) und Japan (66.159 Personen). Auf den Plätzen vier und fünf lagen Zuwanderer aus Myanmar (39.776 Personen) und Vietnam (36.205 Personen). Zudem lebten 2010 19.990 Kanadier, 15.087 Franzosen, 15.051 Inder sowie 14.446 deutsche und 13.286 australische Staatsangehörige in China. 43 Prozent der Ausländer waren weiblich, 57 Prozent männlich.[1]

Ausländische Bevölkerung Chinas: Top 10 Herkunftsländer Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Knapp 70 Prozent aller Ausländer (inklusive der Personen aus Hongkong, Macao und Taiwan) lebten seit mindestens einem Jahr in der Volksrepublik. Die folgenden Motive für die Migration wurden im Zensus 2010 am häufigsten angegeben: berufliche Gründe (rund 400.000 Personen), die Aufnahme eines Studiums (rund 200.000 Personen) sowie der Wunsch nach Niederlassung (rund 187.000 Personen).

Geografische Verteilung

Die stärkste Konzentration von Ausländern ist in den Städten Shanghai und Peking, den Provinzen entlang der Küste sowie in den südchinesischen Provinzen Guangxi und Yunnan zu verzeichnen. Mit 200.000 Personen befindet sich die größte koreanische Community heute in Peking. Die größte japanische Community (über 50.400 Personen) lebt in Shanghais Stadtteil Gubei. Weitere Beispiele für die geografische Konzentration einzelner Zuwanderergruppen sind die "Afrikanische Zone" in der südchinesischen Provinz Guangzhou, in der geschätzte 200.000 Personen aus afrikanischen Staaten leben, und die "Straße des Nahen Ostens" in der südostchinesischen Stadt Yiwu. Hier haben muslimische Händler den weltweit größten Umschlagplatz für Kleinwaren etabliert. Darüber hinaus arbeiten zunehmend mehr Hausangestellte aus den Philippinen auf dem chinesischen Festland.

Nationale Minderheiten

Zur kulturellen und ethnischen Diversität des Landes tragen auch die nationalen Minderheiten bei. Zehn der 55 anerkannten Minderheiten gehören jeweils zwei bis 16 Millionen Menschen an: Die Minderheit der Zhuang ist mit 16 Millionen Angehörigen die größte, gefolgt von den Manchu (10,7 Millionen) und Hui (9,8 Millionen). Die insgesamt 106 Millionen Minderheiten-Angehörigen machen zwar nur einen Bevölkerungsanteil von etwa 8,4 Prozent aus. Sie verteilen sich aber über rund 60 Prozent des chinesischen Territoriums, darunter rohstoffreiche Regionen in Chinas Grenzgebieten und im Westen des Landes.[2]

Dieser Text ist Teil des Länderprofils China.
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Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 3.0 DE - Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland" veröffentlicht. Autoren/-innen: Lan Diao, Maren Opitz für bpb.de

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Fußnoten

1.
Shen (2011).
2.
Shen (2011), Ludwig (2009), S. 8f., Senz (2010), Lai (2009), S. 2-4.

Lan Diao, Maren Opitz

Lan Diao

Dr. Lan Diao, promovierte Erziehungswissenschaftlerin in der Fremdsprachendidaktik, Schwerpunkt Chinesischdidaktik, kommt ursprünglich aus Peking und ist derzeit Lehrerin für Chinesisch und Deutsch an einem Gymnasium in Hamburg.


Maren Opitz

Maren Opitz hat ein Masterstudium am Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien an der Universität Osnabrück absolviert und ist derzeit beim Deutschen Youth For Understanding Komitee in Hamburg tätig. Nach ihrem Bachelorstudium der Fächer Sprachlehrforschung, Sinologie und Zivilrecht an der Universität Hamburg lebte sie zwei Jahre lang in China, wo sie unter anderem im Auslandsbüro der Konrad-Adenauer-Stiftung in Shanghai arbeitete.


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