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26.6.2014

Aktuelle Entwicklungen und künftige Herausforderungen

Trotz steigender Zuwanderung ist die Bevölkerungsbilanz für China negativ. Die Auswanderung übersteigt noch immer die Zuwanderung und der demografische Wandel lässt die Erwerbsbevölkerung wohl eher schrumpfen. Zukünftige politische Aufgaben wären die Implementierung einer Migrationspolitik und die Schaffung eines nationalen Asylgesetzes.

Demonstration zum Weltflüchtlingstag in Hongkong. Um ihrer Verantwortung als Unterzeichnerin der Genfer Flüchtlingskonvention im Bereich Flucht und Asyl gerecht zu werden, scheint es unabdingbar, dass die Volksrepublik ein nationales Asylgesetz verabschiedet und entsprechend verantwortliche Institutionen benennt. (© picture-alliance/dpa)


Demografischer Wandel



Die Zahl der Ausländer, die sich lang- oder längerfristig in China niederlassen, nimmt in jüngster Vergangenheit zwar zu. Der Zuwandereranteil an der Gesamtbevölkerung bleibt mit 0,05 Prozent bzw. 0,1 Prozent aber verhältnismäßig gering. Die Auswanderung übersteigt noch immer die Zuwanderung. Es ist nicht davon auszugehen, dass sich dieser Trend in naher Zukunft ändert. Dabei hat der demografische Wandel unlängst auch China erfasst. Die Bevölkerung altert und die Geburtenrate sinkt, sodass zukünftig auch die Erwerbsbevölkerung schrumpfen wird. Auch vor diesem Hintergrund tut China gut daran, eine nationale und an internationalen Standards orientierte Migrationspolitik zu implementieren, die unter anderem Anreize für Hochqualifizierte setzt, nach China (zurück) zu kommen.

Chinas alternde Bevölkerung: Personen im erwerbsfähigen Alter 2013 bis 2050 (Schätzungen) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Asylwesen



Eine weitere Herausforderung stellt der Umgang mit Flüchtlingen und Asylsuchenden dar. Um ihrer Verantwortung als Unterzeichnerin der Genfer Flüchtlingskonvention im Bereich Flucht und Asyl gerecht zu werden, scheint es unabdingbar, dass die Volksrepublik ein nationales Asylgesetz verabschiedet und entsprechend verantwortliche Institutionen benennt. Die Einführung eines Identitätsnachweises für Asylsuchende und die damit einhergehende Legalisierung ihres Aufenthalts bis zur endgültigen Entscheidung über den Asylantrag sowie der Vorstoß chinesischer Behörden, Flüchtlingskindern (in derzeit fünf Provinzen) den Zugang zur Grundschule zu gewähren [1], sind erste Schritte in diese Richtung.

Dieser Text ist Teil des Länderprofils China.
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Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht. by-nc-nd/3.0/ Der Name des Autors/Rechteinhabers soll wie folgt genannt werden: by-nc-nd/3.0/
Autoren: Lan Diao, Maren Opitz für bpb.de
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Fußnoten

1.
Wang (2012), Skeldon (2011), UNHCR (2013b).

Lan Diao, Maren Opitz

Lan Diao

Dr. Lan Diao, promovierte Erziehungswissenschaftlerin in der Fremdsprachendidaktik, Schwerpunkt Chinesischdidaktik, kommt ursprünglich aus Peking und ist derzeit Lehrerin für Chinesisch und Deutsch an einem Gymnasium in Hamburg.


Maren Opitz

Maren Opitz hat ein Masterstudium am Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien an der Universität Osnabrück absolviert und ist derzeit beim Deutschen Youth For Understanding Komitee in Hamburg tätig. Nach ihrem Bachelorstudium der Fächer Sprachlehrforschung, Sinologie und Zivilrecht an der Universität Hamburg lebte sie zwei Jahre lang in China, wo sie unter anderem im Auslandsbüro der Konrad-Adenauer-Stiftung in Shanghai arbeitete.


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