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14.11.2014

Kurzmeldungen – Welt

Äthiopien: EU-Flüchtlingshilfe aufgestockt



Die EU hat Äthiopien zugesagt, die in diesem Jahr an das Land ausgezahlte humanitäre Hilfe für die Aufnahme von Flüchtlingen um zusätzliche fünf Mio. Euro auf insgesamt 31 Mio. Euro aufzustocken. Äthiopien beherbergt inzwischen 643.000 Flüchtlinge, mehr als jedes andere afrikanische Land. Es gehört zu den zehn wichtigsten Aufnahmeländern weltweit (vgl. Ausgabe 6/13). Die meisten dieser Flüchtlinge versuchen dem seit Mitte Dezember 2013 anhaltenden bewaffneten Konflikt in Südsudan zu entkommen (vgl. Ausgabe 1/14). Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks zufolge sind seit Ausbruch der militärischen Auseinandersetzungen rund 193.900 Menschen nach Äthiopien geflohen. Die Hilfen der EU sollen dazu beitragen, "die Grundbedürfnisse der Flüchtlinge, einschließlich Unterkünften, Nahrungsmitteln, Wasser, Hygiene und Gesundheit, zu decken", erklärte die ehemalige EU-Kommissarin für Internationale Zusammenarbeit Kristalina Georgieva. Neben Südsudanesen zählen Eritreer und Somalier zu den größten Flüchtlingsgruppen in Äthiopien.

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Tansania bürgert 200.000 Burundier ein



Der Präsident Tansanias Jakaya Kikwete (CCM, linksorientierte Reformpartei) hat Mitte Oktober die ersten Staatsbürgerurkunden an burundische Flüchtlinge, die 1972 in das Nachbarland geflohen waren, überreicht. Insgesamt sollen rund 200.000 Burundier die tansanische Staatsbürgerschaft erhalten. Die Wiederaufnahme des bereits 2010 initiierten und zwischenzeitlich unterbrochenen Einbürgerungsprozesses – der größte seiner Art in einem Erstaufnahmeland – wird vom UNHCR sehr begrüßt. Laut UN-Vertreterin Joyce Mends-Cole ist das ostafrikanische Land mit seiner Bereitschaft, Menschen Asyl zu gewähren, zum Vorbild für den konfliktfreien Umgang mit Flüchtlingen geworden. Bereits zuvor waren 32.000 ruandische (1982) und 3.000 somalische Flüchtlinge (2014) in Tansania eingebürgert worden. Nach Schätzungen des UNHCR halten sich neben den noch einzubürgernden Burundiern derzeit etwa 106.000 Flüchtlinge in Tansania (49 Mio. Einwohner) auf, davon allein 71.000 aus der Demokratischen Republik Kongo (vgl. Ausgabe 6/14).

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China: Mehr Binnenmigranten als Migranten weltweit



In China gibt es 270 Mio. Binnenmigranten. Damit liegt die Zahl der Personen, die innerhalb des Landes mobil sind und vom ländlichen Raum in die urbanen Zentren ziehen, höher als die Zahl internationaler Migranten weltweit. Diese beziffern die Vereinten Nationen auf 232 Mio. Menschen. Bei den chinesischen Binnenmigranten handelt es sich meist um Arbeitswanderer. Etwa 100 Mio. chinesische Binnenmigranten verlassen zwar ihre Dörfer, bleiben jedoch innerhalb ihrer Provinzen. Weitere 170 Mio. Arbeitswanderer ziehen in Städte außerhalb der Grenzen ihrer Herkunftsprovinzen. Nach dem chinesischen System der Haushaltsregistrierung ("Hukou") wird ein voller Zugang zu öffentlichen Leistungen wie Bildung oder Gesundheitswesen nur in den Herkunftsorten gewährleistet. Eine im Juli 2014 verabschiedete Reform des Hukou-Systems sieht allerdings vor, dass bis zum Jahr 2020 etwa 100 Mio. Arbeitswanderer in städtischen Hukous registriert werden und damit Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen erhalten.
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Autoren: Vera Hanewinkel, Stephan Liebscher, Stefan Alscher für bpb.de
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Vera Hanewinkel, Stephan Liebscher, Stefan Alscher

Vera Hanewinkel

Vera Hanewinkel ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück und Redakteurin bei focus Migration. E-Mail: vera.hanewinkel@uni-osnabrueck.de


Stephan Liebscher

Stephan Liebscher, Universität Osnabrück


Stefan Alscher

Stefan Alscher ist wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge im Forschungsfeld "Weltweite und irreguläre Migration, Islam, Demographie, Forschungstransfer, wissenschaftliche Leitung des Doktorandenprogramms". Er ist Redakteur beim Newsletter "Migration und Bevölkerung". E-Mail: stalscher@migra.org


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