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14.6.2009

Ökologischer Landbau in Deutschland

In Deutschland stieg der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Fläche an der gesamten Landwirtschaftsfläche zwischen 1994 und 2008 von 1,6 auf 5,4 Prozent. 19.824 Bio-Betriebe bewirtschafteten 2008 rund 911.000 ha.

Ökologischer Landbau Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Zwischen 1994 und 2008 wuchs die ökologisch bewirtschaftete Fläche in Deutschland von 272.139 auf 911.385 Hektar (ha). Das entspricht einem durchschnittlichen Wachstum von 9 Prozent pro Jahr. Der Anteil der Öko-Fläche an der gesamten Landwirtschaftsfläche in Deutschland stieg parallel von 1,6 auf 5,4 Prozent.

Im Jahr 2008 lag die Zahl der Bio-Betriebe bei 19.824. Ihr Anteil an allen Landwirtschaftsbetrieben erreichte im selben Jahr mit 5,5 Prozent seinen bisherigen Höchstwert. 1994 produzierten lediglich 5.866 Betriebe ökologisch – das waren 1,0 Prozent aller Landwirtschaftsbetriebe in Deutschland. Die Zahl der Bio-Betriebe stieg zwischen 1994 und 2008 ebenfalls um 9 Prozent pro Jahr.

Vor allem leistungsfähige und flächenstarke Betriebe schließen sich verstärkt den Verbänden des Ökologischen Landbaus an. Von den 19.824 Bio-Betrieben waren 10.410 verbandsgebundene Bio-Betriebe (52,5 Prozent). Ihr Anteil an der Öko-Fläche war allerdings mit 68,1 Prozent überproportional hoch. Auf die etwa 9.414 verbandslosen EU-Bio-Betriebe (47,5 Prozent) entfielen dementsprechend lediglich 31,9 Prozent der landwirtschaftlichen Öko-Fläche.

Gemessen an der Anbaufläche waren Anfang 2009 nach Angaben des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW) die größten Bio-Verbände "Bioland" (243.966 ha), "Biopark" (139.600 ha), "Naturland" (93.964 ha) und "Demeter" (60.365 ha).

Im europäischen Vergleich lag Deutschland mit einem Anteil von mehr als 5 Prozent ökologisch bewirtschafteter Fläche im Mittelfeld. Den größten Anteil an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche nahm die Öko-Fläche in Österreich mit gut 12 Prozent ein. Darauf folgten Lettland (10 Prozent), Portugal, Italien, die Tschechische Republik und Estland (jeweils 9 Prozent).

Nach Angaben des BÖLW lagen im Jahr 2007 die Ausgaben für Bio-Produkte in Europa bei 16,2 Milliarden Euro. Deutschland war mit einem Gesamtumsatz von 5,3 Milliarden Euro der mit Abstand größte Bio-Markt in Europa. Allerdings lagen die Ausgaben für Bio-Lebensmittel pro Kopf im Jahr 2007 in Dänemark (107 Euro), in der Schweiz (105 Euro) und in Österreich (89 Euro) deutlich vor den Ausgaben in Deutschland (64 Euro).

Auch wenn sich Bio-Lebensmittel in Europa immer größerer Beliebtheit erfreuen, lagen die Marktanteile im Jahr 2007 meist deutlich unter 5 Prozent. Dänemark, Österreich und die Schweiz lagen mit 5,3, 5,0 und 4,6 Prozent deutlich vor Deutschland (etwa 3,5 Prozent), andere große Märkte – wie zum Beispiel in Großbritannien und Frankreich – aber weit dahinter.

Datenquelle



Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (BÖLW): Zahlen, Daten, Fakten: Die Bio-Branche 2009: S. 7; Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV): Ökologischer Landbau in Deutschland

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen



Hektar (ha) ist eine Maßeinheit der Fläche, die vor allem in der Land- und Forstwirtschaft verbreitet ist. Ein Fußballfeld umfasst etwas mehr als zwei Drittel eines Hektars.

1 ha = 0,01 km² = 10.000 m² = 100m x 100m
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