Dossier

Israel



Von der Idee zum Staat

Die Idee einer Rückkehr der Juden nach Eretz Israel ist so alt wie das Exil seit der Tempelzerstörung (70 n. Chr.). Bis zur Gründung des Staates Israel war es jedoch ein langer Weg. Der Zionismus, die jüdische Nationalbewegung, entstand Ende des 19. Jahrhunderts – beeinflusst vom Aufkommen der Nationalbewegungen in Europa und als Antwort auf den wachsenden Antisemitismus und den Assimilationstrend.

Im Nahen Osten waren die Bedingungen für eine Masseneinwanderung aber weder politisch noch wirtschaftlich ideal. Das Osmanische Reich stand der Einwanderung kritisch gegenüber, die arabische Bevölkerung beäugte die europäischen Zuwanderer skeptisch. Die Voraussetzungen für die landwirtschaftliche Arbeit unterschieden sich grundsätzlich von denen in Europa; Städte gab es kaum, und sie waren klein und provinziell. Vor allem als Reaktion auf die Pogrome wanderten immer mehr osteuropäische Juden nach Palästina aus. Hinzu kamen Zuwanderer aus anderen von wirtschaftlicher Not und Verfolgungen geplagten jüdischen Gemeinden, so etwa aus dem Jemen.

Bildergalerie Jüdische Einwanderung und praktischer Zionismus

Die ersten Einwanderer kamen 1882 nach den Pogromen in Osteuropa nach Palästina. Wegen der harten Bedingungen verließen jedoch viele wieder das Land. Quelle: wikipedia.orgMit der zweiten (1904/05-1914) und dritten Alijah (1918/18-1923) kam die Generation der Pioniere und Gründerväter nach Palästina. Foto: National Photo Collection IsraelDiese Generation legte die Sümpfe trocken und errichtete landwirtschaftliche Siedlungen (Kibbuzim und Moshavim), in denen es kein Privateigentum gab. Foto: National Photo Collection IsraelKinder wurden gemeinsam im erzogen. Quelle: wikipedia.orgMahlzeiten wurden gemeinsam im Speisesaal eingenommen. Foto: National Photo Collection IsraelDer Pionier, der Chalutz, war nach der Ideologie der Gründerväter, ein Vorbild für die gesamte Gesellschaft. Hier in Palästina sollte der "neue Mensch" entstehen. Foto: National Photo Collection IsraelAus Sicht der Gründerväter sollte die "Erneuerung" des Menschen sollte durch körperliche Arbeit erreicht werden. Das "Volk des Buches" sollte das "Volk der Spitzhacke" werden. Foto: National Photo Collection IsraelDieser Landwirt verkörperte aus Sicht der Gründerväter den "neuen jüdischen Menschen". Im Gegensatz zum Bild des schwachen Juden aus dem Stettl, arbeitete er draußen auf dem Feld Foto: National Photo Collection IsraelZu den Grundwerten der Ideologie gehörten Pioniergeist, landwirtschaftliche Arbeit und die Fähigkeit der Selbstverteidigung. All das verkörperte dieser bewaffnete Kibbutznik. Quelle: wikipedia.orgMit der vierten Alijah (1924-1931) kamen etwa 80.000 Juden nach Palästina. Anders als die früheren Alijot gehörte die Mehrheit von ihnen der Mittelschicht an, die sich hauptsächlich in Tel Aviv niederließen. Quelle: wikipedia.orgMit der  5. Alijah (1932-1938) kamen etwa 200.000 europäische Juden ins Land. Die Juden aus dem deutschsprachigen Raum, die so genannten Jeckes, trugen maßgeblich zur wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung des Landes bei. Quelle: wikipedia.org
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