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3.6.2013

Frankreich und Deutschland in der EU

Frankreich und Deutschland, beide Gründungsmitglieder der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) 1957, haben gemeinsam ein beachtliches Gewicht in der EU. Dies zeigen sowohl demografische, als auch wirtschafts- und finanzpolitische Indikatoren.

Das wirtschafts- und finanzpolitische Gewicht Frankreichs und Deutschlands in der EU ist beachtlich. Gleichzeitig haben beide in einer Gemeinschaft von 27 Mitgliedstaaten an demografischen Einfluss verloren. Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


PDF-Icon Grafik: Frankreich und Deutschland in der EU

Als bevölkerungsreiche Länder (Frankreich 62,8 Millionen Einwohner, Deutschland 82,3 Millionen Einwohner) besitzen beide mit Großbritannien und Italien die höchstmögliche Stimmzahl im EU-Ministerrat und im Europäischen Rat. Im Europäischen Parlament (EP) ist Deutschland mit 99 Abgeordneten vertreten. Frankreich wird mit 74 Abgeordneten ähnlich stark repräsentiert wie Großbritannien oder Italien (beide 73). Gleichzeitig ist das demografische Gewicht Frankreichs und Deutschlands seit der EU-Erweiterung 2004 zurückgegangen. Vertraten beide Länder vor 2004 37,4 Prozent der EU-Gesamtbevölkerung, waren es 2007 nur mehr 29,5 Prozent.

Als französisches Mitglied der Europäischen Kommission ist derzeit Michel Barnier für die Bereiche Binnenmarkt und Dienstleistungen zuständig. Als Kommissar für Energie amtiert der Deutsche Günther Oettinger. In der Kommission sind anteilig mehr Franzosen als Deutsche beschäftigt (9,8 Prozent Franzosen, 8,3 Prozent Deutsche).

Zusammen erbrachten Deutschland und Frankreich 2010 mehr als ein Drittel der Wirtschaftsleistung in der EU (Frankreich 16,2 Prozent, Deutschland 20,2 Prozent). Im Hinblick auf die finanziellen Beteiligung am EU-Haushalt gehörten beide Länder 2011, in absoluten Zahlen gemessen, zu den wichtigsten "Netto-Zahlern" (französischer Beitrag: 19 Milliarden Euro, deutscher Beitrag 21,1 Milliarden Euro). Auf Rang drei und vier folgten Italien (14,5 Milliarden) und Großbritannien (12,9 Milliarden). Am Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) sind Frankreich und Deutschland gemeinsam mit Italien am stärksten beteiligt (Deutschland 190 Milliarden, Frankreich 142,7 Milliarden, Italien 125,4 Milliarden).
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