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7.10.2021

Chronik: Covid-19-Chronik, 13. – 26. September 2021

13.09.2021 Mehr als 500 von 3.400 Mitarbeiter:innen des Bolschoi-Theaters in Moskau haben sich in der Corona-Pandemie mit dem Sars-Cov-2-Virus infiziert, teilt der Generaldirektor des Theaters Wladimir Urin mit. Derzeit seien elf Menschen erkrankt. Das Theater hat Auslandstourneen wegen der Pandemie bis Frühjahr 2022 abgesagt.
13.09.2021 Das internationale Wissenschaftsjournal "The Lancet" publiziert eine Studie aus Argentinien, wonach die erste Impfung des russischen Impfstoffs "Sputnik V" zu 78,6 Prozent gegen eine Coronavirus-Infektion schützen soll. Dies wurde demnach jedoch nicht für die Delta-Variante des Virus geprüft. Der "Sputnik Light"-Impfstoff hat sich laut Studie bei älteren Menschen im Alter von 60 bis 79 Jahren zu 78,6 bis 83,7 Prozent als besonders wirksam gegen das Coronavirus erwiesen.
14.09.2021 Der russische Präsident Wladimir Putin begibt sich in Quarantäne. In seinem Umfeld hätten sich mehrere Personen mit dem Coronavirus infiziert, teilt der Kreml mit, Putin selbst sei gesund. Mitarbeiter:innen aus Putins Umfeld seien nicht rechtzeitig nachgeimpft worden, teilt die Nachrichtenagentur Interfax mit. Putins Sprecher Dmitrij Peskow sagt, dass sich Putin vor der Entscheidung zur Selbstisolation mit dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad getroffen habe. Er sei aber nicht wegen dieses Treffens in Quarantäne gegangen. Ein Treffen mit dem tadschikischen Präsidenten in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe nimmt Putin daraufhin per Videokonferenz wahr, außerdem nimmt er virtuell am Gipfel der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) teil, der Afghanistan zum Thema hat.
14.09.2021 Russland liefert 600 Liter Impfsubstanz zur Herstellung von "Sputnik V" nach Serbien. Dies reiche aus, um eine Million Dosen des Arzneimittels zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zu dosieren. Zuvor hatte der serbische Präsident Aleksandar Vucic mitgeteilt, dass Serbien 545.000 Dosen der ersten und zweiten Komponente des russischen "Sputnik V"-Impfstoffs hergestellt habe.
15.09.2021 In St. Petersburg eröffnet ein Zentrum zur Erforschung des Post-Covid-19-Syndroms.
15.09.2021 Die russische Verbraucherschutzbehörde "Rospotrebnadsor" teilt mit, dass etwa eine Million Russ:innen vollständig mit dem russischen Vakzin "EpiVac-Corona" geimpft wurden.
15.09.2021 In St. Petersburg steigt die Zahl der täglichen Krankenhauseinweisungen von Covid-19-Patient:innen deutlich an. 300 Patient:innen seien eingewiesen worden, teilt die Stadtverwaltung mit, am Vortag waren es noch 193.
15.09.2021 Der Iran lässt den Impfstoff "Sputnik Light" zu, der eine Einfachimpfung gegen das Coronavirus vorsieht.
16.09.2021 In St. Petersburg erreicht die Zahl der in Krankenhäuser eingewiesenen Corona-Patient:innen einen neuen Höchststand. 345 Menschen seien zuletzt eingeliefert worden, teilt die Stadtverwaltung mit, das sei ein Höchststand seit Anfang August.
16.09.2021 Der russische Impfstoff "Sputnik V" hat laut einer Studie von Ärzt:innen der Argentinischen Nationalen Universität von Cordoba verglichen mit dem "Sinopharm"- und dem "AstraZeneca"-Impfstoff eine höhere Antikörperwirksamkeit. Dies gelte gegen den Delta-Stamm bei Patient:innen, die zuvor an Covid-19 erkrankt waren. Das teilt die Nachrichtenagentur Interfax mit und beruft sich auf Daten der Zeitung "La Nacion".
16.09.2021 Die Türkei erlaubt Russ:innen die Einreise nur noch mit einer "Sputnik V"-Corona-Impfung oder einem PCR- oder Antigentest. Andere russische Impfstoffe sind nicht zugelassen.
16.09.2021 Die WHO setzt das Zulassungsverfahren für den "Sputnik V"-Impfstoff in der Corona-Pandemie aus. Der stellvertretende Direktor der bei der WHO tätigen Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (PAHO), Jarbas Barbosa, begründet dies mit Produktionsmängeln, die überprüft würden.
17.09.2021 Russland und Nicaragua unterzeichnen einen Vertrag zur Lieferung der russischen Corona-Impfstoffe "Sputnik V" und "Sputnik Light". Details zu Umfang und Datum der Lieferungen werden zunächst nicht bekannt.
19.09.2021 Andrej Isajew, Leiter des Moskauer Zentrums für molekulargenetische Forschung (DNKOM), teilt mit, dass ein neuer Stamm des "mu"-Coronavirus in Russland angekommen sei. Diese Variante sei noch nicht in der Liste der besorgniserregenden Stämme der WHO enthalten, werde aber überwacht.
19.09.2021 Das russische Pharmaunternehmen R-Pharm beginnt mit der Produktion des britisch-schwedischen Coronavirus-Impfstoffs "AstraZeneca". Der Impfstoff solle ausschließlich exportiert werden, teilt die Nachrichtenagentur Ria Nowosti mit, da Russland selbst nur eigens entwickelte Vakzine nutze.
20.09.2021 Der russische Präsident Wladimir Putin ist wegen Covid-19-Fällen in seinem Umfeld weiter in Quarantäne und nimmt an Veranstaltungen nur virtuell teil, darunter ein Treffen mit den Leitern der Regionen, die bei den jüngsten Wahlen zur russischen Duma gewonnen haben.
20.09.2021 Armenien beginnt mit der Produktion des russischen Corona-Impfstoffs "Sputnik Light".
20.09.2021 Russland liefert 700.000 Dosen des Corona-Impfstoffs "Sputnik V" nach Guatemala.
21.09.2021 Russland nimmt wieder Flüge nach Spanien, Irak, Kenia und in die Slowakei auf, die während der Corona-Pandemie ausgesetzt worden waren. Auch Flüge in die Türkei und nach Ägypten finden von den internationalen Flughäfen Pskow, Magadan, Murmansk und Tschita wieder statt. Nach Spanien können Russ:innen weiter nicht zum Urlaub einreisen, nur zum Arbeiten, Studieren und zu ärztlichen Behandlungen.
21.09.2021 Russland liefert 200.000 Dosen des russischen Corona-Impfstoffs "Sputnik V" nach Venezuela.
21.09.2021 Finnland verlängert das coronabedingte Einreiseverbot für russische Tourist:innen bis 31. Dezember 2021. Die estnische Regierung teilt der Nachrichtenagentur Tass zufolge mit, dass alle geimpften Russ:innen ohne Einschränkungen einreisen dürften. Diese gelte bereits seit Juni.
22.09.2021 Dmitrij Ljosnow, Direktor des Smorodinzew-Forschungsinstitut in St. Petersburg teilt mit, dass das Institut bis Ende 2021 mit klinischen Studien zum von ihm entwickelten Corona-Impfstoff beginnen werde, der in die Nase injiziert werde.
22.09.2021 Russland liefert Laos 30.000 Dosen des Corona-Impfstoffs "Sputnik Light".
22.09.2021 In Russland ist der Nachrichtenagentur Tass zufolge eine neue Variante des Coronavirus mit Beta- und Delta-Stammmutationen gefunden worden. Demnach hätten Biolog:innen herausgefunden, dass diese Art des Coronavirus vermutlich bereits im Februar dieses Jahres in Russland aufgetaucht sei und sich ab Mai verbreitet habe.
22.09.2021 Die Corona-Inzidenz in Russland steigt wieder. Die Chefin der russischen Verbraucherschutzbehörde "Rospotrebnadsor", Anna Popowa, teilt mit, dass in 36 von 85 russischen Subjekten eine Zunahme der Coronafälle registriert worden sei, zuvor seien die Zahlen in nur elf Subjekten gestiegen.
23.09.2021 In St. Petersburg steigen die Zahlen der Krankenhauseinweisungen von Patient:innen mit dem Coronavirus erneut. Zuletzt seien 355 Patient:innen aufgenommen worden, eine Woche zuvor seien es 345 gewesen, teilt die Verwaltung des Gouvernements mit. Damit steige die Zahl auf einen neuen Höchststand seit August. Auf dem Höhepunkt der Epidemie Ende Juni hatte die Zahl der Krankenhauseinweisungen in St. Petersburg deutlich mehr betragen und 1.000 Einweisungen pro Tag überschritten.
23.09.2021 Südafrika lockert die Einreisebeschränkungen in der Corona-Pandemie und erlaubt Russ:innen wieder die Einreise, wenn sie einen negativen PCR-Test vorlegen.
24.09.2021 Russland wird keine Delegation zur Sitzung der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (PACE) im französischen Straßburg entsenden. Hintergrund sei, dass die französischen Behörden den russischen Impfstoff "Sputnik V", der vor Covid-19-Infektionen schützen soll, nicht anerkennen, teilt die Nachrichtenagentur Interfax mit.
24.09.2021 Russland meldet einen Rekord an Covid-19-Toten. 828 Todesfälle durch Covid-19 seien registriert worden, teilt die Regierung mit. Außerdem sei die Zahl der Krankenhauseinweisungen von Patient:innen mit dem Coronavirus in der russischen Hauptstadt Moskau im Vergleich zur Vorwoche um 15 Prozent gestiegen, die der Neuinfektionen um 24 Prozent. Die Delta-Variante machte 100 Prozent aller Neuinfektionen aus.
24.09.2021 Mehrere Oblaste in Russland verschärfen die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus, darunter Sacha (ehemals Jakutien), wo der Zeitung "Moscow Times" zufolge Einkaufszentren wieder geschlossen seien und Schulen auf Fernunterricht umstellten. Verschärfungen seien auch in Kursk, Tscheljabinsk, Iwanowsk, Uljanowsk und Saratow der Fall. In Saratow habe die Zahl der seit Beginn der Pandemie mit dem Coronavirus infizierten Einwohner:innen 85.000 überschritten, zuletzt seien im Laufe eines Tages 272 Infektionsfälle registriert worden. Dies sei ein Höchstwert seit Dezember 2020, teilte die örtliche Regierung mit. In Udmurtien war beschlossen worden, die Bettenkapazität für Patient:innen mit dem Coronavirus zu erhöhen. In der Oblast Leningrad hatte der Gouverneur Besuche in Krankenhäusern, Waisenhäusern und Internaten untersagt.
24.09.2021 Ägypten lässt die in Russland entwickelte Einfach-Impfung mit "Sputnik Light" zu. Bereits im Februar 2021 war die Zweifach-Dosierung mit "Sputnik" zur Eindämmung der Corona-Pandemie anerkannt worden.
24.09.2021 Dschibuti erleichtert die Reisebeschränkungen für Russ:innen in der Corona-Pandemie. Mit einem Visum und einem PCR-Test könnten diese nun einreisen, teilt die Nachrichtenagentur Tass mit.
25.09.2021 Das vietnamesische Pharmaunternehmen "Vabiotech" teilt mit, dass es eine erste Charge des russischen Impfstoffs "Sputnik V" produziert habe und zur Eindämmung der Corona-Pandemie im eigenen Land nutzen werde.
26.09.2021 In St. Petersburg infizieren sich wieder mehr Menschen mit dem Coronavirus. Zuletzt hatten sich der Nachrichtenagentur Tass zufolge 2.055 Menschen pro Tag infiziert, erstmals war dieser Wert von 2.000 pro Tag im Juli überschritten worden.
26.09.2021 In Russland sterben wöchentlich mehr Menschen als seit Beginn der Corona-Pandemie gemessen wurde, das teilt die Nachrichtenagentur Tass mit. Demnach seien zuletzt 5.682 Tote registriert worden.
Zusammengestellt von Clara Lipkowski Gemeinsam herausgegeben werden die Russland-Analysen von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde e.V., dem Deutschen Polen-Institut, dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien, dem Leibniz- Institut für Ost- und Südosteuropaforschung und dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) gGmbH. Die bpb veröffentlicht sie als Lizenzausgabe.
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