zurück 
4.8.2011

Russland im Vorfeld der Parlaments- und Präsidentenwahlen

Im letzten Jahrzehnt bildete sich in Russland verstärkt eine Mittelschicht heraus - befördert durch wirtschaftlichen Aufschwung und wachsende Stabilität. Sie fordert nach mehr politischer Breite und stellt damit auch die Politiker vor neue Herausforderungen.

Die russische Mittelschicht fordert mehr politische Beteiligung. Foto: AP (© AP )

Zwischen Putin und Medwedew scheint es einen öffentlich nicht erklärten Wettlauf um die Kandidatur für das Präsidentenamt zu geben. Beide lassen erkennen, dass sie das Amt anstreben, zwischen beiden scheint es in einigen Politikfeldern Meinungsunterschiede zu geben. Die Situation ist unklar. Zugleich herrscht in der Gesellschaft große Verunsicherung. In der Bevölkerung wächst die Verdrossenheit über die soziale Situation und die politischen Verhältnisse. Die Führungsschichten bringen Teile ihres Vermögens ins Ausland, solange nicht klar ist, welche Gruppen Ressourcenzugriff erhalten und welche Macht einbüßen. Vor diesem Hintergrund scheint das »Duell« Putin-Medwedew die eigentlichen Verteilungskämpfe zu verdecken. Doch bleibt die Frage offen, ob die neue - oder alte - Administration in der Lage ist, die Gesellschaft wieder zu integrieren. Die Maßnahmen, die notwendig sind, Frustration und Verdrossenheit der Bevölkerung zu überwinden, beschädigen die Interessen der Macht- und Geldelite.

Alle Tabellen und Grafiken zu den Russland-Analysen 224 finden Sie in der PDF-Icon PDF-Version (2,78 MB).
Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln