Dossier

Sinti und Roma in Europa



Editorial

In Europa leben knapp zwölf Millionen Sinti und Roma. In vielen Ländern ist ihre Lage prekär. Besonders in Südosteuropa leben Roma häufig am Rande der Gesellschaft. In den ehemaligen sozialistischen Staaten geht es ihnen heute schlechter als vor der Zeitenwende 1989/90. Sie leiden unter einer Lebenswirklichkeit die Armut befördert, unter Vorurteilen und antiziganistischen Ressentiments. Die Beschäftigung mit der Geschichte und Gegenwart der Sinti und Roma in Europa ist politisch bedeutsam. Autoren und Journalisten beleuchten aus verschiedenen Blickwinkeln ökonomische, gesellschaftliche und kulturelle Hintergründe. Sie wollen Vorurteile und Klischees aufbrechen und diskriminierende Einstellungen gegenüber den Sinti und Roma benennen. Im Mittelpunkt des Dossiers steht eine Europa-Karte: Die Länder, aus denen Analysen und Interviews, Reportagen und Essays kommen, sind eingefärbt, die Inhalte können direkt angeklickt werden. Die Karte sorgt aber nicht nur für eine Übersichtlichkeit, sie visualisiert auch den Fokus dieses Dossiers: Europa. Und da in Europa die Diskussion um die Situation der Sinti und Roma erst begonnen hat, werden wir die Karte regelmäßig um aktuelle Informationen und neue Entwicklungen erweitern.

Der gesellschaftliche Kontext

Lagerbaracken in Auschwitz.Das Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma in Berlin.Handabdruck, numeriert und mit Namen versehen.Eine SammelabschiebungRäumung einer Siedlung.Hauseingang mit einzelnem Müllsack.Videoprojektion in der Kindertagesstätte Schaworalle.Eingang der Kindertagesstätte Schaworalle.Das Fahrtenbuch (carnet de circulation)Der Schauspieler Papan Chilibar auf der 60. Berlinale.Verlassene Fabrik im postsowjetischen Rumänien.Containersiedlung am Rande von Belgrad.André Jeno RaatzschDemonstration von Sinti und Roma am 28. Januar 1983 anlässlich des 50. Jahrestags der Machtergreifung der Nazis vor dem BKA.Klaus-Michael BogdalKopfvermessung bei einer "rassenhygienischen Untersuchung".Ausstellungsansicht "Roma Image Studio" in der Galerie Saalbau Neukölln.Orangenschalen auf dem BürgersteigRedaktionssitzung eines Fernsehsenders.Romani RoseEuropaPaula BullingDas Europaparlament in StraßburgEin gepflegtes Einfamilien-Reihenhaus im Grünen.v(@ Paula Bulling)Polen 1(@ Paula Bulling)
And Ek-Ghes... – Eines Tages...

And Ek-Ghes... – Eines Tages...

Das Porträt der Roma-Familie Velcu thematisiert die Herausforderungen und Probleme einer multikulturellen Identitätssuche.

Reflexionen

Romani Rose

Romani Rose

"Die Einweihung des Denkmals ist ein Zeichen, dass sich die deutsche Politik auch der Geschichte der Verfolgung und Ermordung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus stellen will.“

Klaus-Michael Bogdal

Klaus-Michael Bogdal

"Hinsichtlich der Arbeitsmigration ist panische Abwehr eine falsche Reaktion, die zu keinerlei Lösungen führen wird. Politische Bildung bei den Verantwortlichen auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene ist dringend gefragt."

André Jeno Raatzsch

André Jeno Raatzsch

"Leider existiert in den meisten Ländern – in Deutschland, Ungarn, den Ländern im Osten Europas – bis heute keine klare Vorstellung darüber, welchen Status man dieser Minderheit einräumen will."

Verlassene Fabrik im postsowjetischen Rumänien.

Norbert Mappes-Niediek

"Dass sie zugleich eine gesellschaftliche Unterschicht waren, deren Elend sich seit der Wende verschlimmerte und verstetigte, blieb lange außer Betracht.“

Ein gepflegtes Einfamilien-Reihenhaus im Grünen.

Romy Strassenburg

"Die betriebene Abschiebepolitik sei einem Land wie Frankreich, das die Verbreitung der universellen Menschenrechte zu seinen historischen Verdiensten zählt, unwürdig..."

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