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24.8.2018

Einstieg

Die Revolution, die im November 1918 begann, ist in ihrer Deutung und Beurteilung bis heute so umstritten wie kaum ein anderes Ereignis der deutschen Geschichte. Sie markiert das abrupte Ende des 1871 gegründeten Kaiserreiches und schuf die erste parlamentarische Demokratie auf deutschem Boden.

In vielem hatte die Revolution von 1918/19 den Charakter einer bürgerlichen Revolution, denn eine erfolgreiche bürgerliche Revolution hatte es in Deutschland bis dahin nicht gegeben. Dagegen hatte in Russland 1917 eine sozialistische Revolution stattgefunden. Die Bolschewiki etablierten eine sozialistische Sowjetrepublik (Räterepublik) und entmachteten die Konstituante, das gerade neu gewählte Parlament.

Diese Ereignisse hatten eine starke Wirkung auch auf die politischen Kräfte in Deutschland. Die SPD war gespalten in eine Mehrheitspartei, die eine parlamentarische Demokratie anstrebte, und eine Minderheit, aus deren Reihen die Gründer der KPD hervorgingen, die eine Diktatur des Proletariats nach sowjetischem Vorbild errichten wollten. Hieraus ergab sich ein grundsätzlicher Konflikt zwischen den beiden Flügeln der Arbeiterbewegung, der sich ohne gewaltsame Auseinandersetzungen nicht lösen ließ und der, so unvermeidlich er war, die gerade gegründete Weimarer Republik von Anfang an belastete.

Ernst Piper

Ernst Piper

1952 in München geboren, lebt heute in Berlin. Er ist apl. Professor für Neuere Geschichte an der Universität Potsdam und hat zahlreiche Bücher zur Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts publiziert, zuletzt "Nacht über Europa. Kulturgeschichte des Ersten Weltkriegs" (2014) und "Rosa Luxemburg. Ein Leben" (2018).


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