BUNDESTAGSWAHL 2021 Mehr erfahren
zurück 
22.1.2021

Europa als Alltagserfahrung

Europa begegnet den Menschen auf vielfältige Weise im Alltag, ohne dass es ihnen immer bewusst ist. Die Erwartungen, aber auch die Kritik an der Europäischen Union sind auch für den Schulunterricht von Bedeutung.

Viele junge Menschen bereisen Europa mit dem Interrailpass. Eine Gruppe Jugendlicher läuft 2017 mit Wanderrucksäcken und aufgeschnallten Schlafmatten durch die Innenstadt von Staufen, Baden-Württemberg. (© picture-alliance/dpa, Patrick Seeger)


Europa gehört zur Alltagserfahrung seiner Bürgerinnen und Bürger. Dabei wird Europa eher unbewusst erlebt als tiefgründig reflektiert und diskutiert. Dies geschieht in unterschiedlichen Situationen und auf verschiedenen Ebenen.

Dazu gehören beispielsweise: Auch Privatleute, gesellschaftliche Organisationen, Unternehmen sowie politische Institutionen aller Ebenen verknüpfen konkrete Erwartungen mit dem Zusammenwachsen Europas und an die Gestaltungskraft der europäischen Institutionen.

Dazu gehören: Diesen Erwartungen an Europa stehen im öffentlichen Diskurs immer wieder Ressentiments und Ängste gegenüber. Auch Politikverdrossenheit hat eine starke europäische Komponente. In den Augen vieler Bürgerinnen und Bürger steht Europa für Bürokratie, Bevormundung und Bürgerferne. Erwartungen und Befürchtungen sind in den Köpfen von Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern präsent und fordern die Schule heraus.

An die Alltagserfahrungen von Jugendlichen lässt sich in der Schule jedoch erfolgreich anknüpfen, zumal diese "Europa" als Idee und Perspektive trotz der häufig beklagten Bürokratie und Bürgerferne positiv sehen; so beurteilen 43 Prozent der Jugendlichen die EU positiv und 7 Prozent sehr positiv; nur 7 Prozent haben ein negatives EU-Bild. Vor allem Freizügigkeit, kulturelle Vielfalt und der Beitrag Europas zum Frieden werden betont (18. Shell-Jugendstudie, Bonn 2019, S. 15 f.).

Rainer Kohlhaas, Ingo Kreußer

Rainer Kohlhaas

Rainer Kohlhaas war Gymnasiallehrer für Geschichte, Erdkunde und Sozialkunde und von 1993 bis 2008 Fachleiter für Sozialkunde im Studienseminar für Gymnasien, Bad Kreuznach. Außerdem ist er seit 1977 als Schulbuchautor für Sozialkunde tätig und war von 1988 bis 2008 Referent im Pädagogischen Zentrum des Landes Rheinland-Pfalz (jetzt PL) für gesellschaftswissenschaftliche Fächer. Seit 1995 ist er Lehrbeauftragter für "Didaktik der Sozialkunde" an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. r.kohlhaas@t-online.de


Ingo Kreußer

Ingo Kreußer ist Gymnasiallehrer für Sozialkunde, Gesellschaftslehre und Deutsch und unterrichtet seit 2001 an der Georg-Forster-Gesamtschule im rheinhessischen Wörrstadt. Außerdem war er als Schulbuchautor für Sozialkunde tätig. Seit 2002 arbeitet er als Referent für gesellschaftswissenschaftliche Fächer im Pädagogischen Landesinstitut Rheinland-Pfalz in Bad Kreuznach. ingo.kreusser@pl.rlp.de


Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln