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10.8.2011

Flashmob: mobilisieren und aktiv werden

Aus dem Seminarraum in die Öffentlichkeit: Bei der "Aktionswerkstatt" einer Gewerkschaft wurde mit hohem Einsatz von Web 2.0 ein öffentlichkeitswirksames Projekt umgesetzt. Es sollten neue Wege erprobt werden, auf das eigenen Anliegen aufmerksam zu machen.

Bei einem Flashmob gegen den Erweiterungsbau der Stadtautobahn A100 besetzten Demonstranten am Sonntag (20.06.2010) in Berlin die Kreuzung Oberbaumbrücke/Warschauer Straße. (© picture-alliance/dpa)


Als Beispiel für eine projektorientierte Bildungsarbeit mit hohem Einsatz von Web 2.0 kann die von der IG BCE 2010 durchgeführte "Aktionswerkstatt" gelten, die sich vor allem an Multiplikatoren in der gewerkschaftlichen Arbeit richtete und in der neue Wege der Öffentlichkeitsarbeit für eigene Anliegen erprobt wurden.

Grobkonzeption / Methodik
Die ca. 40köpfige Gesamtgruppe teilte sich nach einem einführenden Plenum in vier Untergruppen auf, die jeweils einen Aspekt eines im letzten Seminardrittel durchgeführten Projektes vorbereiteten. Beim Projekt handelte es sich um einen Flashmob in einem Einkaufszentrum, durch das Öffentlichkeit vor Ort und via Medien auf die Arbeitsbedingungen von Leiharbeitern aufmerksam gemacht werden sollten. Die vier Gruppen: Nach der durchgeführten Aktion wurde zunächst in den Gruppen nachbereitet und anschließend im Plenum reflektiert.

Zielgruppe und Zielsetzung
Die benutzten Web 2.0 Dienste waren hier sowohl Thema als auch Werkzeuge der Arbeit. Vor diesem Hintergrund war die Zielgruppe dem Web 2.0 ihm gegenüber sehr offen. In dieser "authentischen" Arbeitsform wird deutlich, dass Werkzeuge nicht Selbstzweck sind, sondern zur Erreichung bestimmter Ziele ausgewählt und eingesetzt werden können.

Erfahrungen
Das Projekt konnte zeigen, dass auch ein komplexes Vorhabem im begrenztem Rahmen (Wochenendseminar) durchgeführt werden kann, dass es aber eine gute Strukturierung durch die Dozenten braucht und dass die Ansprüche eher an einem "rough and dirty"- Verfahren als an einem perfekten Ergebnis orientiert werden müssen.

Unsicherheit dürfte in diesem Fall bestehen, wie man in der Zukunft die tradionelle Grenzziehung zwischen politischer Bildung und politischem Aktivismus handhaben wird.

Jöran Muuß-Merholz

Jöran Muuß-Merholz Zur Person:

Jöran Muuß-Merholz

Jöran ist Diplom-Pädagoge und freiberuflich in verschiedenen Bildungsbereichen aktiv. Am liebsten mag er Schnittmengen aus 1. Bildung / Lernen, 2. Medien / Kommunikation und 3. Management / Organisation. Er arbeitet an pb21.de mit und ist Betreiber der Agentur Jöran und Konsorten.


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