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10.6.2015

Und wie teilen Sie? – Kultur des Teilens in der Schule

Redaktion am 10.06.2015

Notiz zum Bildungssalon #1

Lehrende gelten vielfach als Einzelkämpfer oder Einzelkämpferinnen. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich: Im Kollegium wird in Ansätzen bereits getauscht und geteilt. Aber welche Strukturen und Tools könnten das Teilen in der Schule erleichtern? Und wie könnte die Zusammenarbeit zwischen Lehrenden weiter gestärkt werden? Im ersten Bildungssalon der Werkstatt haben wir die Kultur des Teilens genauer unter die Lupe genommen und mit Lehrenden diskutiert.

Der erste Werkstatt-Bildungssalon Lizenz: cc by-sa/3.0/de (bpb)



Im Rahmen des Themenschwerpunkts „Kultur des Teilens“ fand am 1. Juni 2015 der erste Bildungssalon von werkstatt.bpb.de statt. Wir luden Lehrende zu Kurzinput, Brotzeit, Diskussion und Erfahrungsaustausch ein. Thema der kleinen Veranstaltung: „Unterricht teilen: kollaboratives Arbeiten in der Schule“. Zentrale Fragen: Wie wird „Teilen“ bereits heute umgesetzt und wenn nicht, warum eigentlich nicht?

Teilen: Was für ein Typ sind Sie? (bpb) Lizenz: cc by-sa/3.0/de




Teilen, und in erster Linie der einfache Austausch von Wissen und Materialien, wird in der Theorie als die Grundlage einer Zusammenarbeit gesehen. Die Erfahrungen der Lehrenden zeigen jedoch, dass die gemeinsame Arbeit an Unterricht und pädagogischem Material noch viel zu selten sind. Auch konstruktives Feedback wird gewünscht, um den eigenen Unterricht zu verbessern. Wenn heute bereits geteilt wird, geschieht dies fast immer auf analoger, meist informeller Ebene. Dabei gibt es schon einige bemerkenswerte Ansätze: Gesprächskreise, die kollaborative Konzeption von Klassenarbeiten und so genannte „Intervisionen“, Unterrichtsbesuche von Lehrenden bei Lehrenden mit anschließendem Feedback. Alles in Allem sehr persönlich und face-to-face.

Den teilfreudigen Lehrenden fehlt es jedoch zumeist an geeigneten digitalen Instrumenten, um sich weitläufiger auszutauschen und kollaboratives Arbeiten nachhaltig zu organisieren – auch über Schulgrenzen hinweg. Auch lassen die „etablierten Strukturen“ laut Erfahrung nur wenig Spielraum, insbesondere Zeit, für Kollaboration. An Anreizen für ein Mehr an Teilen in der Schule und unter Lehrenden fehlt es wohl kaum. Die Wunschliste der Teilnehmenden unseres ersten Bildungssalons umfasst des Weiteren konkrete Hilfs- und Handwerkzeuge sowie Impulse und Input von extern, um moderne Teilkulturen und -methoden in den schulischen Arbeitsalltag zu integrieren. Die Werkstatt bleibt dran – mit konkreten Projektvorstellungen und Tipps für die Praxis in unseren nächsten Veranstaltungen und Beiträgen.

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Bildungssalon

Kleines, analoges Veranstaltungsformat von werkstatt.bpb.de. 2 Stunden. Max. 6 Lehrende. 2 Teamer/-innen der Werkstatt. Kurzinput, Snacks, Diskussion, Erfahrungsaustausch. Die nächsten Termine erfahren Sie hier oder über unseren Newsletter.
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3 Kommentare anderer Nutzer

Dr. Andreas Rueff | 14.06.2015 um 00:29
Kommentar zu: Kultur des Teilens in der Schule

Sehr geehrte Damen und Herren,
mit großem Interesse habe ich Ihren Beitrag gelesen und kann hier nur zustimmen.

> Den teilfreudigen Lehrenden fehlt es jedoch zumeist an geeigneten digitalen Instrumenten.

Leider ist dies so und es bleibt zu hoffen, dass sich die Situation schnell ändert. Die Bereitstellung von Materialien kann allerdings nur dann effektiv funktionieren, wenn sie kostenlos und zu jeder Zeit für jeden verfügbar ist ohne ausbremsende Registrierungsvorgänge für interessiert Mitwirkende o.ä. Einschränkungen. Leider fehlt noch eine etablierte Plattform. Vielleicht können Ihre Bemühungen diesen Zustand verbessern. Sicher gibt es bereits eine Vielzahl von Lehrenden mit geeigneten Angeboten. Diese stehen qualitativ den kostenpflichtigen Angeboten in keinster Weise nach. Es werden nun zentrale Anlaufstellen als Verteilzentren benötigt.
Zielführende Bemühungen sind gefragt. Diese Internetseite leistet hierbei einen wichtigen Beitrag. Vielen Dank an werkstatt.bpb.de

Beste Grüße

Andreas Rueff


Antworten
bpb-iconRedaktion | 15.06.2015 um 09:47
"Re: Kommentar zu: Kultur des Teilens in der Schule"

Lieber Herr Rueff,

herzlichen Dank für Ihren Kommentar! Gern können Sie uns hier noch weitere Anforderungen nennen, die eine Plattform zum Materialtausch Ihrer Meinung nach erfüllen müsste. Eine kommentierte Linkliste zu fächerspezifischen und fächerübergreifenden Datenbanken und Portalen für OER Open Educational Resources bzw. freie Bildungsmaterialien finden Sie hier: http://www.bpb.de/lernen/digitale-bildung/oer-material-fuer-alle/191725/kommentierte-linkliste

Herzliche Grüße sendet Ihnen
die Werkstatt-Redaktion


Antworten
Dr. Andreas Rueff | 15.06.2015 um 18:39
"Re: "Re: Kommentar zu: Kultur des Teilens in der Schule""

Vielen Dank für die schnelle Bearbeitung meines Kommentars.

Einen zentralen Punkt für die Ausarbeitung von verständlichem Unterricht sehe ich in der Verwendung von Lernvideos. Die Visualisierung hat einen großen Wiedererkennungswert für Schüler. Bezüglich der Bereitstellung von Materialien zähle ich mich nach Ihrer Einstufung zu den "Allesteilern" und habe große Teile meiner Materialien unter
http://mathematik-sek1.jimdo.com
online gestellt. Eine Zusammenstellung von Lernvideos zu ausgewählten Themen ist ebenfalls unter der angegebenen URL zu finden.

Eine kurze Stellungnahme zu dem vorgeschlagenen Konzept mit einer Zusammenstellung an Anforderungen für vergleichbare Angebote von Lernmaterialien ist unter
http://mathematik-sek1.jimdo.com/lern-archiv-1/lernvideos-konzept/
zusammengefasst.

Eine zentrale Plattform für entsprechende Angebote wäre ein großer Schritt hin zu einem breit gefächerten Lernangebot für unsere Schüler. Die von Ihnen ausgearbeitete kommentierte Liste der Links ist ein sehr guter Anlaufpunkt für die Lehrenden. Ein weiterer Schritt wäre eine Ausweitung des Internetangebotes als zentrale Anlaufstelle für Schüler. Schon heute nutzen viele Schüler Lernvideos im Internet als Hilfe für Prüfungen. Ein zentrales, kostenfreies Angebot für die Schüler sollte daher das Ziel weiterführender Bemühungen von uns Lehrenden und allen Beteiligten sein.

Beste Grüße

Andreas Rueff


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