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20.3.2017

Flucht hat viele Gesichter

Redaktion | Birgit Frost am 20.03.2017

Refugee Eleven ist ein crossmediales Bildungsprojekt zum Thema Flucht, Asyl und Integration. In einer Video-Serie begegnen elf Amateurspieler der Fußballmannschaft „Refugee11“ elf Fußballprofis. Sie verbindet neben der Liebe zum Fußball auch ihre Fluchterfahrung. Ein begleitendes Lehr- und Aktionsheft regt zur Auseinandersetzung mit den Ursachen, Erfahrungen und Folgen von Flucht an. Wie bewährt sich das Material im Unterricht?

Neven Subotic und Abdullah Youla Daffe unterhielten sich auf dem Trainingsgelände von Borussia Dortmund über Fluchtursachen wie zum Beispiel Krieg und Armut. (© bpb)


"Refugee11" ist eine Fußballmannschaft aus Erftstadt bei Köln. 2015 gegründet, besteht sie aus 35 Spielern aus 17 Ländern, die alle aus unterschiedlichen Gründen nach Deutschland geflüchtet sind. In dem multimedialen Bildungsprojekt Refugee Eleven der Bundeszentrale für politische Bildung begegnen elf der Amateurspieler elf Fußballprofis. Sie verbindet neben der Liebe zum Fußball auch ihre Fluchterfahrung.

Ihre Begegnungen sind in einer elfteiligen Webvideo-Serie festgehalten, die ab dem 7. April 2017 sukzessive in den Sozialen Medien und auf dem Projekt-Blog erscheint. Die persönlichen Geschichten der Spieler stellen individuelle Erfahrungen neben oft abstrakte Informationen zum Thema Flucht und Asyl und machen diese so erfahrbar. Die Fußballer tauschen sich über Themen aus, die ihre Biografien prägen: Ursachen, Erfahrungen und Folgen von Flucht. Unter anderem dabei sind Hertha-Kapitän Vedad Ibisevic, Schalke-Legende Gerald Asamoah und die ehemalige Nationalspielerin Fatmire "Lira" Alushi.

Ergänzt werden die Videos durch Unterrichts- und Aktionsmaterialien, die online verfügbar und auch als Lehr- und Aktionsheft mit DVD erhältlich sind. In den Materialien werden die Themen der Kurzfilme vertiefend behandelt und durch ergänzende Hintergrundinformationen aufbereitet. Sie regen zur Auseinandersetzung mit den Ursachen, Erfahrungen und Folgen von Flucht an und vermitteln Wissen über das geltende Asylrecht. Die Lernenden sollen befähigt werden, die Situationen und Perspektiven von geflüchteten Menschen nachzuvollziehen, bestehende Vorurteile kritisch zu hinterfragen, Informationen zu analysieren und einzuordnen sowie eigene Positionen zu entwickeln, zu reflektieren und gegenüber ihren Mitmenschen in der Schule oder im Freundeskreis zu vertreten. Film- und Lernmaterial sind aufeinander abgestimmt und ermöglichen so eine konsistente Durchführung der einzelnen Lerneinheiten.

Refugee Eleven wendet sich an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 24 Jahren in der schulischen und außerschulischen Bildung.

Refugee Eleven im Test

Bis zum 5. Juni 2017 wurde das Bildungsangebot Refugee Eleven in verschiedenen Lernkontexten für "Ausprobiert" getestet. Die Ergebnisse können Sie in unserem Fazit nachlesen. Projektproduzentin Antje Boehmert erzählt im Interview, wie das Material entwickelt wurde, wie sich Profis und Amateure mit ähnlichen Lebensgeschichten begegneten und was Fußball und Demokratie gemeinsam haben. Die Berliner Lehrerin Susanne Nesselrodt hat das Material sowohl in ihrer Willkommensklasse als auch im Geografieunterricht in der 9. Klasse ausprobiert und berichtet ebenfalls im Interview von ihren Erfahrungen.
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