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18.11.2020

Landleben und Digitalisierung heute

Eliza Trapp am 23.11.2020

Sind schlechte Internetverbindungen noch das bestimmende Thema? Wie Sie den Stand der Digitalisierung in ihrer Region beurteilen, das haben wir Menschen aus ländlichen Regionen gefragt. Ihnen zufolge gibt es noch Verbesserungsbedarf, es hat sich aber schon einiges zum Positiven verändert.

Das Leben auf dem Land hat sich in den letzten Jahren verändert. (© Foto: Max Böttinger unsplash.com)


Katharina Hilbert (© Privat )

Katharina, Jugendpflegerin im Auetal (Niedersachsen):

Die Digitalisierung war in meiner Kindheit noch nicht sehr fortgeschritten, heute sieht es anders aus. Ich finde es wichtig, dass Jugendliche einen sicheren Umgang mit den Sozialen Medien erlernen. Das muss unbedingt gefördert werden und dazu gehört der Zugang zu digitalen Medien für alle. Das Homeschooling während der Covid-19-Pandemie zeigt, wie oft dies nicht der Fall ist – auch aus finanziellen Gründen.

Christoph Witzke (© Privat )

Christoph Witzke, Bürgermeister der Gemeinde Bühren (Niedersachsen):

Ich glaube nicht, dass die Landbevölkerung einen Nachteil beim Thema Digitale Bildung hat. Die Gemeinde Bühren ist da schon recht weit. Ich sehe aber wohl, dass Angebote zur bedarfsgerechten Weiterbildung sehr wünschenswert und hilfreich wären.

Jasmin, angehende Erzieherin aus dem Kreis Saarlouis (Saarland):

Landleben bedeutet leider oft, sich über schlechte Anbindungen und schlechtes Netz zu ärgern. Die digitale Ausstattung an den Schulen ist sehr unterschiedlich und lässt teilweise schon zu wünschen übrig.

Heike, Schulleiterin der Gemeinschaftsschule Todenbüttel (Schleswig-Holstein):

Heike Brunkert (© Privat)

Für Schülerinnen und Schüler stellt die Grundschule ebenso wie die Gemeinschaftsschule gerade im ländlichen Raum einen zentralen Lern- und Lebensort dar. Wegen der zunehmenden Bedeutung der Digitalisierung in allen Lebensbereichen müssen Schulen sich dieser Themen annehmen – auch wenn es teuer wird. So erscheint mir eine Ausstattung durch Bund oder Land als der geeignete Weg, um allen Schülerinnen und Schülern vergleichbare Bedingungen zu garantieren.

Felix, Zweiter Vorsitzender der Ortsgruppe Landjugend Reußenköge (Schleswig-Holstein):

Landleben ist für mich: Gemeinschaft, Natur, Landwirtschaft, weite Wege, Innovation und Kompromissbereitschaft. Wir in der Landjugend nutzen im Alltag vor allem Messenger, um uns zu vernetzen, abzustimmen und auszutauschen. Um über die geleistete Arbeit oder das aktuelle Event zu berichten, ist Social Media unersetzlich. Zusätzlich bräuchten wir ein digitales Portal, das uns die Schule zur Verfügung stellt. Dort könnte man sich zu aktuellen Terminen erkundigen, Information zur aktuellen Lage bekommen und Material für die Arbeit in der eigenen Landjugend beziehen.

Sakda, Student aus Rutsweiler an der Lauter (Rheinland-Pfalz):

Sakda Stenzhorn (© Privat )

Landleben heißt für mich: in ruhiger Idylle schnell Rückzugsorte zu erreichen, in denen ich Kraft tanken kann für bevorstehende Aufgaben. Da ich in einer ländlichen Region wohne, in der es über mobiles oder kabelgebundenes Internet vergleichsweise hohe Geschwindigkeiten gibt, bin ich gut versorgt. Um die Lücke zwischen uns und den Bildungsinstitutionen zu schließen, ist der ÖPNV im Nahraum zu Großstädten sehr wichtig. Junge Heranwachsende wollen alle schnell von A nach B kommen. Im Zuge der Digitalisierung des Unterrichts darf die authentische Erfahrung wie in einer Präsenzveranstaltung, vergleichbar mit Theater oder Konzert, nicht zu kurz kommen: So kann auch der zunehmenden gesellschaftlichen Vereinsamung entgegengewirkt werden.

Uns interessieren auch Ihre Eindrücke zum Leben auf dem Land. Schreiben Sie uns ihre Erfahrungen rund um Digitalität in ländlichen Regionen in die Kommentare oder lassen Sie uns auf Social Media wissen, was Sie zu dem Thema bewegt. Sie finden uns unter @werkstatt_bpb auf Twitter oder auf Facebook unter werkstatt.bpb.de.
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