Was geht?



Energie

Wie und woraus wird Energie gewonnen? Welche Haushaltsgeräte verbrauchen am meisten Strom? Welche Folgen sind noch heute durch die Reaktorunglücke von Tschernobyl und Fukushima spürbar? In dieser Ausgabe von Was geht? dreht sich alles um das Thema Energie.

Testimonials zu Energie!

Leonardo DiCaprio: "Ich lebe so grün wie möglich. Ich habe Solarzellen auf dem Dach und mein Haus nach ökologischen Maßstäben gebaut. Ich kaufe Biolebensmittel und ein umweltfreundliches Auto fahre ich auch."Stephanie Kloß: "Ich glaube, jeder muss bei sich selbst anfangen – mit all den kleinen Dingen, die im Alltag beigetragen werden können. Ich hab‘ Ökostrom und das Auto kann man in Berlin oft stehen lassen und Fahrgemeinschaften bilden."Moritz ist für Kernenergie: "Kernenergie ist sauber, die Kraftwerke blasen kein Kohlendioxid in die Luft. Der Strom ist in der Herstellung billig und die Uranvorräte werden noch lange reichen. Kernkraftwerke können rund um die Uhr Strom produzieren und sind nicht vom Wetter abhängig."Aylin ist gegen Kernenergie: "Ich bin froh, dass Deutschland aus der Kernenergie aussteigt. Sie bringt zu viele Gefahren mit sich: Ein Unfall in einem Kernkraftwerk kann viele Menschen und Tiere töten und krank machen. Ganze Städte und Regionen werden für Jahrhunderte unbewohnbar. Außerdem entsteht in den Kraftwerken gefährlicher, radioaktiver Atommüll, den keiner haben will und der Tausende von Jahren strahlen wird."Swetlana Alexijewitsch: "Was bedeutet nah oder fern noch nach Tschernobyl, da die radioaktiven Staubwolken schon vier Tage später über Afrika und China waren? Die Erde ist klein. Ein Menschenleben ist lächerlich kurz gegen die Lebensdauer der radioaktiven Teilchen. Viele davon werden Jahrtausende existieren."Chihiro Abe: "Ich habe Angst vor der Strahlung. In der Schulkantine esse ich nicht mehr. Denn der Reis und das Hühnerfleisch kommen hier aus der Gegend von Fukushima."

Gut zu Wissen!

Energie: Das Wort Energie kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie "Tatkraft" oder "das Treibende". Man könnte auch sagen, Energie ist die Fähigkeit, Arbeit zu verrichten. Wir führen uns zum Beispiel mit Lebensmitteln Energie zu, damit wir aktiv sein können. Wir brauchen Energie zum Heizen und zum Kühlen, um Wege zurückzulegen, Räume zu erleuchten oder um miteinander zu kommunizieren. Energie gibt es in verschiedenen Formen – zum Beispiel als Bewegungs- oder Wärmeenergie. Damit Menschen Energie dorthin bringen können, wo sie gebraucht wird, benötigen sie Energieträger, dazu gehören Benzin oder Strom. Diese werden aus sogenannten Primärenergien wie Kohle, Erdöl, Wind- oder Sonnenenergie erzeugt.Netzausbau: Strom wird in Kraftwerken erzeugt, aber anderswo verbraucht. Er muss über Leitungen transportiert werden. Bisher stammt der Strom in Deutschland vor allem aus großen Kohle- oder Atomkraftwerken. Sie stehen meist dort, wo viel Strom gebraucht wird, also in der Nähe von großen Städten oder Industriestandorten. Um mit Wind, Sonne und Biomasse genauso viel Strom herzustellen, sind mehr Anlagen notwendig. Diese sind im ganzen Land verteilt – Windkraftanlagen stehen beispielsweise vor allem dort, wo viel Wind ist, zum Beispiel am Meer. Der Strom muss in Zukunft über weitere Strecken transportiert werden, und dafür reichen die aktuellen Leitungen nicht aus. Deswegen muss das Stromnetz in Deutschland ausgebaut werden.Was hat Mode mit Energie zu tun? Für die Herstellung von Kleidungsstücken wird Energie benötigt – zum Beispiel zum Ernten und Reinigen von Baumwolle, zur Herstellung von Kunstfasern, beim Spinnen der Garne, beim Weben der Stoffe und beim Nähen. Die einzelnen Produktionsschritte finden häufig in verschiedenen Ländern statt, zum Beispiel in China, Bangladesch oder der Türkei - das bedeutet lange Transportwege und
somit einen hohen Energieverbrauch und umweltschädliche Abgase. Bis zum Beispiel eine Jeans in den Laden bei Dir in der Stadt kommt, hat sie etwa 40.000 km zurückgelegt – das ist so lang wie der Äquator, also einmal um die ganze Erde!Weltklimavertrag von Paris 2015: Es war eine kleine Sensation: Fast alle Staaten der Welt haben im Dezember 2015 auf einer Konferenz der Vereinten Nationen in Paris ein Abkommen zum Klimaschutz beschlossen. Ziel ist es, dass sich die Erdatmosphäre langfristig weniger als 2 Grad erwärmt. Damit bekennen sich die meisten Länder der Welt zum Ziel des Klimaschutzes. Dazu gehört vor allem, dass weniger Kohlendioxid produziert werden soll. Dies kann erreicht werden durch eine starke Verringerung der Nutzung von Kohle, Öl und Gas und einen höheren Einsatz erneuerbarer Energien und neuer Technologien.Kernenergie, Atomenergie, Atomkraft, Kernkraft oder Nuklearenergie bedeuten alle das Gleiche. Es geht um die Technologie zur Erzeugung von Strom durch den Prozess der Kernspaltung von Atomen. 1954 ging das erste zivile Kraftwerk in Russland ans Netz, viele Länder folgten. Heute erzeugen weltweit über 400 Kernkraftwerke Strom. Ihr Anteil an der gesamten Stromerzeugung der Welt liegt bei ca. 11 %.Tschernobyl und Fukushima: Die zwei bisher schwersten Unfälle in Kernkraftwerken ereigneten sich im April 1986 in Tschernobyl in der heutigen Ukraine und im März 2011 in Fukushima in Japan. Bei beiden Unfällen wurden große Mengen gefährlicher Radioaktivität freigesetzt. Ganze Landstriche, Wälder und Flüsse wurden verseucht und Tausende von Menschen mussten ihre Heimat verlassen. Sehr viele Menschen sind durch die hohe Strahlenbelastung krank geworden oder gestorben. Die radioaktive Strahlung von Tschernobyl erreichte auch Deutschland und verseuchte in einigen Regionen die Böden, so dass man dort zum Beispiel die Pilze
nicht mehr essen konnte.

Daten & Fakten

Infografik: Woher kommt der Strom?Stromerzeugung: Anteile der verschiedenen Energieträger am Strommix in DeutschlandWie setzt sich der Strompreis zusammen? Der Gesamtstrompreis setzt sich aus verschiedenen Gebühren zusammen, die von den Stromanbietern zum Teil an andere Institutionen weitergeleitet werden. Dazu
gehören zum Beispiel Herstellungskosten an die Stromerzeuger, Gebühren an die Netzbetreiber und Steuern an Bund, Länder und Kommunen. Die EEG-Umlage wird zum Ausbau erneuerbarer Energiegewinnung
eingesetzt.Welche Haushaltsgeräte verbrauchen wieviel Strom?Verbrauch von Energie pro Kopf

Schau mal!

Energiespartipps, die Spaß machen: Teste Dein Wissen, Gedächtnis und Deine Reaktionsstärke beim Online-Spiel Energie sparen:
www.bildungscent-spiel.de/energiesparenEnergie: Bitte wenden: Was hat Strom mit Politik und Wirtschaft zu tun? Hier gibt es eine Menge Antworten in nur vier Minuten: "Energiewende Explainity" bei YouTube:
https://youtu.be/rhz5uLuN5zUKein Netz? In Zukunft soll mehr Strom aus erneuerbaren Energien wie Wind- und Sonnenenergie gewonnen werden. Dafür reicht das bestehende Stromnetz aber nicht aus – Warum das so ist, und was nun in Sachen
Netzausbau getan werden muss, wird in diesen interaktiven Infografiken und Videos erklärt:
www.wissenswerte.e-politik.de/netzausbauKatastrophe im Kraftwerk: Was ist eigentlich bei dem Unglück im Atomkraftwerk von Tschernobyl vor 30 Jahren passiert? Das zeigt dieser Atomkraft-kritische Clip: "DER GAU von Tschernobyl" (GAU steht für
"größter anzunehmender Unfall") https://youtu.be/CAAaO-aaiSk
Der Clip stammt von der Heinrich-Böll-Stiftung, die der Partei Bündnis90/Die Grünen nahesteht.Hier geht Dir ein Licht auf: Willst Du Dich richtig schlau machen zum Thema Energie – dann klick Dich durch dieses interaktive Spezial-Modul "Alles über Energie" von Logo! mit Spielen, Audios und Videos.
http://modul.tivi.de/logo-energie/Läuft! Du kannst mit Deiner eigenen Muskelkraft Strom erzeugen – zum Beispiel mit dem Dynamo fürs Licht beim Fahrradfahren. Du könntest aber auch Musik für eine Party erstrampeln oder Deinen Handyakku aufladen – Schau mal bei YouTube unter "Strom mit Muskelkraft" http://goo.gl/kExoIe oder "Muskelkraftwerk Melt" https://youtu.be/lO-jdUTdZOsMit Strom unterwegs: Elektroautos, die mit Strom fahren, sieht man auf unseren Straßen immer häufiger – aber man hört sie kaum. Denn sie sind sehr leise und stoßen keine schädlichen Abgase aus. Und wenn sie mit Strom aus erneuerbaren Energien fahren, sind sie noch umweltfreundlicher. Allerdings kann man mit einer Batterieladung nur 100-200 km weit fahren und die Stromtankstellen gibt es noch nicht überall. Hier erfährst Du mehr über Elektromobilität und die Pläne des Verkehrsministeriums für die Zukunft: "Wie geht... Elektromobilität?" https://youtu.be/gecDjYoYsrU
Der Clip wurde im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums produziert und stellt die Politik der Bundesregierung dar. Und hier gibt es einen Bericht des ZDF heute-journals über Vor- und Nachteile von Elektroautos: http://goo.gl/Y2lLVB
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