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31.7.2007

M 04.14 Klimafreundlich einkaufen

Abfall vermeiden und Energie sparen durch Aluminiumvermeidung, dem Kauf frischer Ware anstelle von Tiefkühlkost und der Vermeidung von Mehrwegverpackungen.

1. Meiden Sie Aluminium, wo es geht

In der Bundesrepublik werden jährlich etwa 1,4 Mio. Tonnen Aluminium produziert. Dabei werden große Mengen an Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid und Staub in die Luft freigesetzt. Um eine Tonne Aluminium herzustellen, werden vier Tonnen Bauxit abgebaut und über 1,3 Tonnen Braunkohle sowie rund 14000 kWh Strom verbraucht. Besonders im Lebensmittelbereich ist die Verwendung von Aluminium nicht sinnvoll, da es nicht gleichwertig wiederverwertet werden kann. Selbst wenn eine vollständige Wiederverwertung gelingen würde, gehen Experten davon aus, dass der Energieaufwand bei Getränkedosen immer noch rund zehnmal höher wäre, als bei Mehrweg-Glasflaschen.

Deshalb: Kaufen Sie möglichst unverpackte Produkte oder nehmen Sie nach Möglichkeit nur Verpackungen ohne Alubeschichtung. Kaufen Sie keine Kleinstpackungen wie z. B. Miniportionen Marmelade, Honig oder Kondensmilch. Verwenden Sie beim Einpacken von Lebensmitteln lieber Pergamentpapier anstelle der Alufolie. Kaufen Sie keine Getränkedosen, denn sie sind oft aus Alu (anders als Konservendosen, die fast immer aus Weißblech sind). Statt Senftuben können Sie Senf im Glas kaufen. Prüfen Sie beim Einkauf immer, ob Sie nicht auf ein Produkt in einer umweltfreundlicheren Verpackung ausweichen können. Selbst bei Renovierung oder Neubau eines Hauses können Sie Aluminium sparen: Bauen Sie anstelle von Alufenstern Holzfenster ein, natürlich aus einheimischen Hölzern! Alle Produkte, die Sie kaufen und alle Dienstleistungen, die Sie in Anspruch nehmen, sind mit Energieverbrauch verbunden.

2. Kaufen Sie frische Ware anstelle von Tiefkühlkost

Für die Herstellung tiefgekühlter Lebensmittel wird fast viermal so viel Energie benötigt wie für Frischware. Hinzu kommt noch die energieintensive Lagerung in der Kühltruhe. Aber tiefgekühlte Erdbeeren sind immer noch umweltschonender und energiesparender als die im Winter eingeflogene Frischware aus Chile oder spanischen Treibhäusern. Kaufen Sie daher möglichst frische Produkte aus der Region. Weite Transporte aus dem Mittelmeerraum, Afrika oder gar aus Neuseeland sind sehr energieintensiv. Erdbeeren und Kirschen im Januar, auch aus Bioanbau, sind nicht nur aus "energiepolitischer", sondern auch aus geschmacklicher Sicht nicht empfehlenswert.

3. Für Verpackungen wird zu viel Energie verwendet

Der Schadstoffausstoß und Energiebedarf ist bei der Herstellung von Konserven beträchtlich. Um Lebensmittel in Weißblech zu verpacken wird etwa viermal soviel Energie benötigt wie bei Frischware. Alu-Behälter sind in der Herstellung noch energieintensiver. Eine Einwegflasche braucht achtmal mehr Energie als eine Mehrwegflasche. Einfache Polyethylenhüllen sind in der Umweltbilanz pauschal betrachtet nicht schlechter als Papiertüten, die feuchtigkeitsempfindlich sind und deswegen in der Praxis selten mehrmals verwendet werden. Der gesamte Energiebedarf setzt sich fort bei der Entsorgung und bei der Abfallbeseitigung. Es ist enorm aufwendig und schwierig, diese Graue Energie im Detail zu ermitteln. In der Energiewirtschaft ist daher häufiger vom kumulierten Energieaufwand die Rede. Hierbei werden wenigstens ansatzweise die energetischen Aufwendungen während der Herstellung, der Nutzung sowie bei der Entsorgung eines Gutes erfasst. Abfall vermeiden und vermindern ist daher ein Weg, unnötige "versteckte" Energie zu sparen. Vermeiden Sie daher den Kauf von Einweg- bzw. Wegwerfprodukten.

Aus: Bund der Energieverbraucher e.V.: Schönauer Strom- und Energiespartipps. S. 51-53, http://www.ews-schoenau.de/Download/files/Stromsparbroschuere.pdf (23.05.2007)
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