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11.11.2020

Didaktische Konzeption

zum Unterrichtsprojekt "Digitalisierung des Forschenden Lernens und Forschendes Lernen zum Thema Digitalität"
Zielgruppe Schülerinnen und Schüler der Klassen 8-10 (alle Schulformen) sowie deren Lehrkräfte;
ebenso aber auch Adressatinnen und Adressaten von Maßnahmen der non-formalen politischen Bildung sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der schulischen und außerschulischen politischen Bildung
Unterrichtsfächer Politik / Sowi
Themenbezug Digitalisierung; Merkmale, Dimensionen und Auswirkungen von Globalisierung; Innovationen, neue Technologien und Medien; Civic Media Literacy; Selbstbestimmung in der digitalisierten Welt; politische Urteilsbildung; Befragungsmethoden, Datenauswertung
Dauer 2 bis 3 Wochen, je nach Baustein-Auswahl
Aufwand gering bis hoch, je nach Baustein-Auswahl
Materialien Alle benötigten Materialien stehen im Online-Angebot der bpb unter www.bpb.de/grafstat digital - teilweise auch als PDF-Druckvorlagen - zur Verfügung.
Autorinnen und Autoren Prof. Andrea Szukala, Cornelius Knab und Sabine Kühmichel
unter Mitarbeit von
Selina Kalms, Franka Potthoff und Carole Scheffels
vom Team Forschen mit GrafStat der Universität Münster


Wir leben in einer digitalisierten Welt. Nicht nur in Zeiten von Coronaschutzmaßnahmen mit Home-Office und Homeschooling bzw. Distanzlernen, sondern auch darüber hinaus spielt Digitalisierung in unserem Leben eine nicht wegzudenkende und in ihrer Dimension immer weiter zunehmende Rolle. Doch welchen Einfluss hat Digitalisierung auf unser heutiges und auch unser zukünftiges Leben?

Dieses Unterrichtsprojekt ermöglicht es Schülerinnen und Schülern einerseits, sich mit dem Themenfeld "Digitalisierung" inhaltlich auseinander zu setzen, und andererseits digitale Möglichkeiten kennenzulernen und in einem reflektiert kritischen Umgang für sich selbst und die eigenen Interessen zu nutzen.

Ziel(e)

Ziel dieses Unterrichtsprojekts ist es, Schülerinnen und Schüler für ihre Datenumwelten, Datensicherheit und -integrität sowie politische Datenmanipulation zu sensibilisieren.

Dieses Ziel beinhaltet im Einzelnen:
In der Operationalisierung der genannten Lernziele ergeben sich folgende Möglichkeiten:

Die Schülerinnen und Schüler ...

Hinweis zur Nutzung digitaler Tools in diesem Projekt

Bei der Operationalisierung der Lernziele haben wir uns bemüht aufzuzeigen, welche digitalen Tools bei der Erarbeitung eines multimedialen Unterrichts jeweils eingesetzt werden können, allerdings auch bedacht, dass die dafür erforderliche technische Ausstattung nicht unbedingt in allen Schulen gleichermaßen zur Verfügung steht, so dass alternativ auch klassisch mit analogen Methoden gearbeitet werden kann. Weitere Informationen zum Einsatz digitaler Tools im Unterricht finden Sie auch unter werkstatt.bpb.de im Artikel "Digitale Tools und Technik im Bildungsalltag".

Alle vorgeschlagenen digitalen Tools sind in der Regel (zumindest in der Basisversion) kostenfrei nutzbar und im Vergleich zu anderen Alternativen im Hinblick auf Datenschutz und Datensicherheit ausgewählt worden. Wir weisen dennoch ausdrücklich darauf hin, dass wir nur eine Auswahl an digitalen Tools darstellen können und Sie und Ihre Klasse sich vor Nutzung der Tools selbst auf den entsprechenden Anbieterseiten mit den jeweiligen AGBs und Datenschutzhinweisen auseinandersetzen sollten!

In der didaktischen Planung wird an einigen Stellen bewusst auch mit unterschiedlichen Alternativen beim Vorgehen gearbeitet, um dem Aspekt Rechnung zu tragen, dass den einzelnen Klassen unterschiedlich Zeit für die Durchführung zur Verfügung steht.

Aufbau und Inhalte

Das Unterrichstsprojekt versucht die genannten Ziele in fünf verschiedenen thematischen Projektbausteinen zu realisieren. Diese bilden die entwickelten Grundgedanken ab und strukturieren das Unterrichtssprojekt inhaltlich.

Alle Bausteine sind didaktisch ausgearbeitet und beinhalten jeweils eine didaktische Planung, welche den geplanten Ablauf sowie die eingesetzten Materialien und Methoden erläutert. Zudem bietet GrafStat Ihnen einen tabellarischen Verlaufsplan als Übersicht zu dieser Planung sowie die einzelnen konkreten Unterrichtsmaterialien für die Schülerinnen und Schüler und Infomaterialien mit Hinweisen und ergänzenden Informationen für die Lehrkräfte.

Das Unterrichtsprojekt ist modular aufgebaut, d.h. die einzelnen Bausteine folgen zwar thematisch einer Reihenfolge im Projektverlauf, sind aber in sich selbst abgeschlossene Einheiten, so dass - je nach der zur Verfügung stehenden Zeit und den von Lehrpersonen sowie Schülerinnen und Schülern gewünschten Inhalten - Schwerpunkte gesetzt und nur einzelne Bausteine durchgeführt werden können.

Die einzelnen Bausteine werden hier im Folgenden nur skizziert. Die konkrete Ausarbeitung finden Sie in den jeweiligen Baustein-Bereichen des Projektes. Ergänzt wird das Projekt zudem durch ein umfangreiches Glossar zu wichtigen Begriffen aus dem Themenbereich.

Baustein 1: "Ich hab' doch nix zu verbergen ...." - Umgang mit den eigenen Daten im Internet und in der digitalen Kommunikation
Der Eingangsbaustein beschäftigt sich mit unseren Datenspuren im Netz: Die Schülerinnen und Schüler erforschen auf kreative Weise (Daten-Tagebuch, Umfrage, Selbstexperiment o.ä.), welche persönlichen Informationen wir bei den verschiedenen Aktivitäten im Internet bzw. in der digitalen Welt hinterlassen und wie unser Umgang mit unseren persönlichen Daten im Hinblick auf Datenschutz und Datensicherheit aussieht. Im Baustein soll dazu zunächst aufgezeigt und bewusst gemacht werden, welche persönlichen Informationen konkret bei den verschiedenen Aktivitäten im Internet bzw. in der digitalen Welt von uns - ob bewusst oder unbewusst - preisgegeben werden. In einem weiteren Schritt wird das eigene Verhalten im Umgang mit den persönlichen Daten behandelt. In einer fragegeleiteten Diskussion soll den Schülerinnen und Schülern zum einen deutlich werden, wobei und wie viel sie in ihrem Alltag über sich preisgeben. Zum anderen sollen sie sich auch darüber bewusst werden, dass sie viele dieser Daten sehr bereitwillig zur Verfügung stellen, ohne genau zu wissen, was damit alles gemacht wird bzw. gemacht werden kann.

Baustein 2: Digitales Gold - Data Mining und seine Konsequenzen
Hier wird direkt an die Ergebnisse aus Baustein 1 angeknüpft und der Frage nachgegangen, was mit all den Daten, die über uns gesammelt werden, eigentlich passiert. Die Tatsache, dass Daten gesammelt und zu "Big Data" aggregiert werden, ist meist - zumindest diffus - bekannt. Doch wie das genau funktioniert, wer dahinter steckt und was genau mit den Daten gemacht wird, bleibt oft im Dunklen. Im zweiten Projektbaustein begeben die Schülerinnen und Schüler sich daher mithilfe eines Erklärfilms auf den "Weg ihrer Daten" und erarbeiten anschließend Wissen über Datenschutz sowie Strategien, wie man seine Daten besser schützen kann.

Baustein 3: Schöne neue Welt?! - Digitalisierung auf dem Prüfstand
Welche Auswirkungen hat Digitalisierung auf die gegenwärtige und zukünftige Lebenswirklichkeit? - Dieser Frage gehen die Schülerinnen und Schüler im dritten Projektbaustein nach, diskutieren Vor- und Nachteile von Digitalisierung und erörtern Kriterien für die Beurteilung einzelner Aspekte.
Anknüpfend an das Vorwissen der Schülerinnen und Schüler entwerfen diese mithilfe digitaler Tools SciFi-Szenarios einer zukünftigen durchdigitalisierten Welt, die sie anschließend mit dem „status quo“ der technischen Entwicklung abgleichen und darüberhinaus für eine Pro-Contra-Gegenüberstellung positiv oder negativ bewerten. In der abschließenden Reflexion diskutieren die Schülerinnen und Schüler, anhand welcher Kriterien die Aspekte positiv oder negativ bewertet wurden, und machen sich ihren Urteilsbildungsprozess auf der Metaebene bewusst. (Konzept der Urteilsbildung).

Baustein 4: Wie regulieren? - Über die Zukunft der Datenökonomie
Nach der Erarbeitung in den ersten drei Bausteinen, wie und wozu Daten gesammelt werden und welche Möglichkeiten der Datenverwertung heute schon existieren, beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler im vierten Projektbaustein mit der Frage, wer für die Daten und deren Sammlung und auch dem daraus erzielten Gewinn verantwortlich ist bzw. sein sollte. Dazu vergleichen sie wissenschaftliche Modelle zur Datenökonomie und diskutieren diese anschließend nach ausgewählten Beurteilungskriterien.
Die Schülerinnen und Schüler sollen zentrale Argumentationslinien innerhalb des politischen Diskurses über die Regulierung der Datenökonomie verstehen und anwenden können sowie erkennen, welche Steuerungsmöglichkeiten für die Datenökonomie existieren und welche Gruppen in diese Prozesse involviert sind. Dabei erlangen sie ein grundlegendes Verständnis über potentielle Regulationsmechanismen, welches als Basis genutzt werden kann, um anschließend eine kontroverse Diskussion zu führen, bei der auch moralische und ethische Aspekte zum Tragen kommen sollen.

Baustein 5: Da muss man doch was tun! - Digital aktiv werden
Beim letzten Baustein des Unterrichtsprojekts handelt es sich um einen Aktivierungsbaustein. Hier sollen konkrete Praxisbeispiele für einen bewussten und reflektierten Umgang mit Daten von den Schülerinnen und Schülern auf Basis des erworbenen Wissens sowie den erlangten Kompetenzen entwickelt werden.
Für eine Problematisierung bzw. Perspektivierung informieren sie sich zunächst mit Sachwissen über die Folgen von Digitalisierung in ausgewählten Lebensbereichen (Gesundheit, Information und politische Willensbildung). Anschließend erarbeiten, planen und realisieren sie zu einem dieser Bereiche eine eigene Maßnahme bzw. Aktion und setzen diese kreativ und innovative mithilfe von digitalen Möglichkeiten um.

Eine detailliertere Beschreibung von Inhalten und Vorgehensweise finden Sie jeweils in den konkreten Projekt-Bausteinen.

Wir wünschen viel Spaß und Ertrag bei der Umsetzung des Projekts!
Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-ND 3.0 DE - Namensnennung-Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland" veröffentlicht. Autoren/-innen: Andrea Szukala, Sabine Kühmichel, Cornelius Knab für bpb.de

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Andrea Szukala, Sabine Kühmichel, Cornelius Knab

Andrea Szukala

Professur für Fachdidaktik der Sozialwissenschaften
an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Institut für Politikwissenschaft der WWU
Scharnhorststr. 100 (R. 206)
48151 Münster
andrea.szukala@uni-muenster.de


Sabine Kühmichel

Team Forschen mit GrafStat
jetzt Team "Forschendes Lernen" am Lehrstuhl für Didaktik der Sozialwissenschaften am Institut für Politikwissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

IT-Trainerin und Referentin für Software-Schulungen
- u.a. zum Thema Evaluation mit der Befragungssoftware GrafStat im schulischen und außerschulischen Bereich
(Bildungsversion und Kommerzielle Version)


Cornelius Knab

Bachelor im Major / Minor: Kommunikationswissenschaft / Politikwissenschaft
Master im Fach Politikwissenschaft

Wissenschaflticher Mitarbeiter an der Fachhochschule Münster
im Projekt "game based learning in nursing - spielerisch lernen in authentischen, digitalen Pflegesimulationen"

Team Forschen mit GrafStat


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