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2.9.2021

M 01.02.01 Psychologische Effekte von Wahlumfragen

A: Einfluss auf die Wahlabsicht

Infotext A: Theorien zur Wahlbeteiligung (Wahlabsicht)

Mobilisierungs-Hypothese:
Deuten die Umfragen auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen zwei oder mehr Parteien hin, steigt die Wahlbeteiligung, da Wählerinnen und Wähler das Gefühl haben, ihre Stimme könnte ausschlaggebend sein.

Defätismus-Hypothese:
Potentielle Wählerinnen und Wähler von Parteien mit laut Umfragen schlechten Aussichten gehen erst gar nicht zur Wahl, da sie keine Hoffnung haben, noch ein besseres Ergebnis zu erzielen.

Lethargie-Hypothese:
Ein scheinbar bereits feststehender Sieg demobilisiert die Unterstützerinnen und Unterstützer der Sieger-Partei oder -koalition, da ihre Stimme ihrer Wahrnehmung nach nicht mehr für den Wahlsieg benötigt werde.

Bequemlichkeits-Hypothese:
Ein scheinbar sicherer Wahlausgang führt dazu, dass noch unentschlossene Wählerinnen und Wähler, die sich möglicherweise mit noch keiner Partei identifizieren oder wenig Interesse an Politik haben, nicht zur Wahl gehen, da sie davon ausgehen, dass ihre Stimme sowieso keine Rolle spiele. Der Effekt ist vergleichbar mit dem der Lethargie-Hypothese, nur die Betroffenen sind andere.

Quelle:

Aufgaben:

  1. Lies den vorangestellten Infotext A „Theorien zur Wahlbeteiligung (Wahlabsicht)“.

  2. Findet euch in Kleingruppen zusammen. Ihr bekommt zufällig eine Hypothese von eurer Lehrkraft zugeteilt. Plant eine kurze Szene (etwa 1min), in der ihr eure Hypothese pantomimisch darstellt.

  3. Alle Gruppen präsentieren dem Plenum nacheinander pantomimisch ihre Hypothesen. Ratet nach jeder Szene in eurer Kleingruppe, welche Hypothese ihr gerade gesehen habt und notiert dies. Nachdem alle Gruppen vorgestellt haben, wird die Lösung gemeinsam im Plenum aufgelöst. Die Gruppe, die die meisten Hypothesen richtig erraten hat, gewinnt einen tosenden Applaus.

  4. Diskutiert gemeinsam, ob und wie Parteien diesen Effekten begegnen könnten.

Dieses Material steht auch als formatierte PDF-Icon Druckvorlage zur Verfügung.
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Franka Potthoff

Franka Potthoff

Team "Forschendes Lernen"
Lehrstuhl für Didaktik der Sozialwissenschaften am Institut für Politikwissenschaft der WWU

Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Didaktik der Sozialwissenschaften am Institut für Politikwissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU).
Studiert im Zwei-Fach-Bachelor Politikwissenschaften und Spanisch an der WWU


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