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2.9.2021

M 02.03.02 Repräsentativität

Möchte man Umfragen zu Personengruppen machen, die sehr groß sind, wäre es sehr aufwändig wirklich alle Personen dieser Gruppe zu befragen - dies wäre dann eine sog. „Vollerhebung“. Stattdessen befragt man nur einen Teil dieser Gruppe stichprobenartig und überträgt die Ergebnisse dann auf die große Gruppe (= Grundgesamtheit). Der Kreis der Personen, die in einer solchen Umfrage befragt werden, nennt sich Stichprobe. Eine Stichprobe ist die "Auswahl weniger Untersuchungseinheiten (z.B. Wählenden) aus der Grundgesamtheit (z.B. alle Wahlberechtigten), auf die sich die Fragestellung einer Untersuchung richtet. […]"[1] .

Im Fall eurer kleinen Umfrage besteht die Stichprobe wahrscheinlich aus euren Verwandten und Menschen aus dem Freundekreis und die Grundgesamtheit, auf die sich eure Untersuchungsfrage bezieht, aus allen Einwohnerinnen und Einwohnern eurer Stadt oder Region.

Damit man die Aussagen einer Stichprobe auf die die Grundgesamtheit (z.B. alle Einwohner/innen eurer Stadt/Region) übertragen kann, muss die ausgewählte Stichprobe allerdings bestimmte Anforderungen erfüllen, sie muss repräsentativ für die Grundgesamtheit sein.

Repräsentativ bedeutet, dass sie zum einen groß genug sein muss, und zum anderen, "dass sie nach sozialstatistischen Merkmalen wie Alter, Geschlecht, Beruf und Einkommen die gleiche Zusammensetzung hat wie die Grundgesamtheit". Die Umfragestellenden müssen also darauf achten, wie viele Menschen sie befragen und, dass diese Menschen auch die unterschiedlichen Teile der Bevölkerung in der gleichen Verteilung zeigen.

Eine Umfrage zu der Bevölkerung Deutschlands mit 1000 Befragten, die alle in der gleichen Stadt leben, den gleichen Bildungsabschluss haben und ungefähr gleich alt sind, ist also nicht repräsentativ und damit auch nicht aussagekräftig für die Grundgesamtheit. Eine Umfrage mit 1000 Leuten, die zufallsweise ausgewählt wurden und daher aus verschiedenen Städten kommen, unterschiedliche Lebenswege haben und unterschiedlich alt sind, ist wahrscheinlich viel eher repräsentativ. Genauso kann eine Umfrage, bei der drei verschiedene Menschen interviewt wurden, nicht die Meinungen eines ganzen Staats darstellen.

Um wissenschaftlich korrekt zu überprüfen, ob die Stichprobe repräsentativ ist, benötigt man Daten (amtliche Statistiken) zur Grundgesamtheit, beispielsweise Angaben zu den Anteilen der Bevölkerung je nach Alter und Geschlecht. Damit kann man dann abgleichen, ob die Stichprobe in ihrer Verteilung der Verteilung der Grundgesamtheit entspricht.

Wichtig ist auch, dass man die Grundgesamtheit richtig definiert. Möchte ich Aussagen über Wählende machen, ist meine Grundgesamtheit nicht die gesamte Bevölkerung, sondern nur Menschen aus der Bevölkerung, die auch wahlberechtigt sind.

Hinweis: Weiterführende Informationen zur Repräsentativität findet ihr im Artikel Stichprobe und Repräsentativität auf den Seiten der bpb.

Aufgaben:

  1. Lies dir den vorangestellten Text zu Repräsentativität durch.

  2. Überprüft anschließend zu zweit anhand der Checkliste, ob eure Stichprobe den Anforderungen an Repräsentativität für die Grundgesamtheit entspricht. Setzt dafür bei jedem Aspekt entweder ein Häkchen oder ein Kreuz.

  3. Überlegt für die Aspekte, bei denen ihr ein Kreuz für „Nein“ gesetzt habt, was ihr das nächste Mal verändern müsstet, um eine repräsentative Umfrage durchzuführen. Schreibt eure Ideen auf (bzw. in die dritte Spalte auf dem Arbeitsblatt).

Checkliste für die Repräsentativität eurer Stichprobe

Prüft folgende Aspekte:
Dieses Material steht auch als formatierte PDF-Icon Druckvorlage zur Verfügung. 
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Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 3.0 DE - Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland" veröffentlicht. Autoren/-innen: Sabine Kühmichel, Franka Potthoff für bpb.de

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Fußnoten

1.
Team "Forschen mit GrafStat": Stichprobengröße und Repräsentativität, in: Team FmG: Bundestagswahl 2013 – Umfragen im Unterricht

Sabine Kühmichel, Franka Potthoff

Sabine Kühmichel

Team Forschen mit GrafStat
jetzt Team "Forschendes Lernen" am Lehrstuhl für Didaktik der Sozialwissenschaften am Institut für Politikwissenschaft der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

IT-Trainerin und Referentin für Software-Schulungen
- u.a. zum Thema Evaluation mit der Befragungssoftware GrafStat im schulischen und außerschulischen Bereich
(Bildungsversion und Kommerzielle Version)


Franka Potthoff

Team "Forschendes Lernen"
Lehrstuhl für Didaktik der Sozialwissenschaften am Institut für Politikwissenschaft der WWU

Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Didaktik der Sozialwissenschaften am Institut für Politikwissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU).
Studiert im Zwei-Fach-Bachelor Politikwissenschaften und Spanisch an der WWU


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