30 Jahre Deutsche Einheit Mehr erfahren
zurück 
21.7.2020

Eine Projektvorstellung

Das Webvideoprojekt will ermutigen, ermächtigen und empowern. Say My Name greift dabei eine grundlegende Frage politischer Bildung auf: Wie bzw. in was für einer Gesellschaft wollen wir zusammenleben? Dafür werden verschiedene Lebensentwürfe vorgestellt, Diskriminierungserfahrungen und positive Geschichten über starke junge Menschen erzählt, die sich gegen Diskriminierung oder Radikalisierung aussprechen und wehren.

"Say my Name" ist ein Webvideoformat im Bereich der Extremismusprävention und richtet sich an junge Frauen zwischen 14 und 25 Jahren. (© Kooperative Berlin GmbH)

"Say My Name" ist ein partizipatives Projekt aus der pluralen Gesellschaft heraus. Mit dem Fokus auf (Selbst)Ermächtigung und das selbst-ermächtigte Sprechen werden Themen und Fragen behandelt, die die Zielgruppe in ihrem alltäglichen Nutzungsverhalten im Social Web beschäftigt. Das Projekt arbeitet mit jungen, diversen YouTuber/-innen bzw. Creator/-innen zusammen, die sich gegen alle Formen von Extremismus, gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und Hassrede einsetzen.


Projekt

Das Projekt wird distribuiert über die projektbeteiligten Creator/-innen mit ihren Communities.

Die Webvideos werden auf den Kanälen der Creator/-innen (YouTube und Instagram) veröffentlicht und über die gemeinsamen "Say My Name"-Kanäle auf YouTube und Instagram miteinander vernetzt – wodurch letztlich auch die je unterschiedlichen Communities miteinander verbunden und neue Berührungspunkte und Allianzen zwischen den Communities entstehen sowie neue Narrative sichtbar werden. In zwei bis drei Webvideos pro Creator/-in sollen ihre Lebenswelten sichtbar werden. Dabei entstehen vielfältige, selbstbestimmte und komplexe Porträts. Es geht um Diskriminierungserfahrungen, Zugehörigkeit und Ausgrenzung, Glaubensfragen, Privilegien und Solidarität. In politisch brisanten Zeiten macht "Say My Name" vor allem darauf aufmerksam, dass die Gesellschaft in der wir leben divers, offen und demokratisch ist, aber auch entsprechend unterschiedlich erlebt wird. Vor diesem Hintergrund setzt es sich für gesellschaftlich wichtige Werte wie Vielfalt, Respekt, Emanzipation, Recht und Gleichheit ein.

Orientierung – Argumente – Dialog

Der narrative Ansatz des Projektes zielt nicht nur darauf ab, persönlich erlebte Begebenheiten und Geschichten zu erzählen, sondern hieraus "Gesprächsanlässe" zu entwickeln. "Say My Name" möchte die Abonnentinnen und Abonnenten, Follower und Communities interaktiv dazu ermutigen, multiplizierend zu wirken – hinein in ihre Bekannten- und Freundeskreise, Familien, Schulen und Alltagssituationen. Damit gehören zu den Zielen des Formates einerseits über positive Identifikationsfiguren die Rezipient/-innen im Umgang mit alltäglichen Problemen und zu stärken, und andererseits (weiblichen) Personen Argumente zu liefern, sich in radikalisierten Diskursen in ihrem Umfeld zu positionieren. Die Auseinandersetzung endet so nicht mit den Videos und Stories, sondern wird mit der Community fortgesetzt. Die User/-innen können sich untereinander und mit den Creator/-innen über ihre Erfahrungen und Meinungen austauschen und auch anonym ihre Sorgen, Erfahrungen und Fragen einbringen. Das aktive Community-Management des Projekts liefert zusätzlich Fakten, Argumente und Anlaufstellen gegen Extremismus.

Entwicklung

Die erste Staffel der Webvideo-Reihe war mit einem Empowerment-Ansatz an die wichtige, aber oft vernachlässigte Zielgruppe junger, identitätssuchender Frauen gerichtet. Die zweite Staffel öffnet sich an dieser Stelle: zum einen, weil Männer auch Transporteure von Inhalten für die weibliche Zielgruppe sind und zum anderen, weil im Kontext von Rassismus, Rechtsradikalismus, Islamismus, Antifeminismus, Homophobie, Populismus und Antisemitismus männlich gelesene und sozialisierte Personen als potentielle oder bereits aktive "Allies" fungieren.

Neben den schon existierenden faktenorientierten Videos, fokussiert sich "Say My Name" in der zweiten Staffel weiter auf biografische Narration. Statt extremistische Inhalte und Argumente in den Mittelpunkt zu stellen und diese durch Information und Argumente zu countern, zeichnet das Format ab der zweiten Staffel ein positives Narrativ einer vielfältigen und offenen Gesellschaft, für die es sich einzusetzen lohnt. Die Auseinandersetzung mit Formen und Wirkweisen von Extremismus geschieht durch die Erfahrungen der Creator/-innen und User/-innen: Wie haben sie Diskriminierung erfahren und wie stellen sie sich dagegen? Wie leben sie ihre Religion? Inwiefern sind sie mit extremen Haltungen in Berührung gekommen und wie haben sie sich dazu positioniert? Welche Werte sind für sie wichtig? Worauf kommt es an im gesellschaftlichen Zusammenleben?
Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 3.0 DE - Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland" veröffentlicht.
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.

Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln