"Bis die Sterne zittern"

Lesung von und Diskussion mit Johannes Herwig

von: Johannes Herwig, Moderation: Andrea Nepomuck, Lern- und Erinnerungsort Vogelsang (Eifel), Ministerium für Schule und Bildung Nordrhein-Westfalen

Lesung von und Diskussion mit Johannes Herwig über sein Debüt "Bis die Sterne zittern". Die Geschichte des sechzehnjährigen Harro, der Mitte der 1930er Jahre mit neuen Freunden jenseits der Hitlerjugend Freiheiten findet - Freunde, die zu den heute vergessenen Leipziger Meuten gehören.

Inhalt

Zu Hause ist es still geworden. Die Eltern schweigen. Den Harro treibt es auf die Straße. Dort eckt er mit der Staatsjugend an, er grüßt die Hakenkreuzfahne nicht. Plötzlich kommen andere Jugendliche dem Sechzehnjährigen zu Hilfe. Er kennt sie vom Sehen. Sie kleiden sich anders als die anderen und lungern oft vor dem Kino in Connewitz herum. Harro freundet sich mit ihnen an, entdeckt eine neue Welt, findet ein Stückchen Freiheit in einem Land, das Mitte der 1930er Jahre nur noch im Gleichschritt marschiert und anderen das Wort abschneidet und die Luft nimmt. Auch er und seine Freunde erleben das. Stets müssen sie auf der Hut sein, vor allem vor der Hitlerjugend, die in den Abweichlern Bündische zu erkennen meint und sie nur allzu gerne stellen möchte. Doch dann sitzt Harro doch im Licht der gleißenden Schreibtischlampe – die Polizei will Antworten. Durch die Augen des Protagonisten werden in dem Roman die Leipziger Meuten wieder lebendig. Ähnlich den Edelweißpiraten versuchten dort Jugendliche, ihre Freizeit selbst zu organisieren. Doch welchen Preis ist man bereit dafür zu zahlen?

Johannes Herwig ist in Leipzig-Connewitz geboren und groß geworden. Die Nachwendezeit erlebte er als Punk, mit all den für diese Zeit typischen Konsequenzen. Er studierte dann Soziologie und Psychologie, arbeitete auf dem Bau. Er war viele Jahre selbständig im Kulturbereich und Mitbegründer der Filmgalerie Phase IV Dresden, die er 2013 verließ, um sich seinem Traum seit Kindertagen zu widmen: dem Schreiben. "Bis die Sterne zittern" ist sein Debütroman.

Moderation: Andrea Nepomuck studierte Geschichte und Französisch in Köln und Paris. Nach Tätigkeit als Lehrerin für die Fächer Geschichte und Französisch arbeitet sie im Bildungsteam des Lern- und Erinnerungsortes Vogelsang (Eifel) und als Pädagogische Mitarbeiterin im Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen. Sie beschäftigt sich vor allem mit erinnerungskulturellem Lernen, Demokratiebildung und Präventionsarbeit gegen Rechtsextremismus.

Weitere Informationen

  • Schnitt: medienzentrum süd, msk:NEXT GmbH, Köln

  • Produktion: 06.11.2019

  • Spieldauer: 01:32:03

  • hrsg. von: Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Themen

Creative Commons License

Dieser Text und Medieninhalt sind unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 4.0 - Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International" veröffentlicht. Autor/-in: Moderation: Andrea Nepomuck Johannes Herwig für bpb.de

Sie dürfen den Text unter Nennung der Lizenz CC BY-NC-ND 4.0 und des/der Autors/-in teilen.


Weitere Medien zum Thema

"Oder Florida"

Lesung von und Diskussion mit Christian Bangel

Lesung von und Diskussion mit Christian Bangel über seinen neuen Roman "Oder Florida". Die Reise zurück in die Nachwendezeit in Frankfurt an der Oder, in eine Zeit von Freiräume, Arbeitslosigkeit, Abwanderung und alltäglicher rechtsextreme... Weiter...

"Der Kastor kommt! - Eine Beziehungsgeschichte"

Lesung von und Diskussion mit Wolfgang Ehmke

Lesung von und Diskussion mit Wolfgang Ehmke über seinen neuen Roman "Der Kastor kommt! – Eine Beziehungsgeschichte". Die Geschichte von Robert, der sich zwischen seinem Job als Berufsschullehrer in Hamburg und seinem Engagement in einer... Weiter...

"Ich bin Özlem"

Lesung von und Diskussion mit Dilek Güngör

Lesung von und Diskussion mit Dilek Güngör über ihren Roman "Ich bin Özlem", in dem sie die Herausforderung der Identitätsfindung jener thematisiert, deren Eltern oder Großeltern nach Deutschland kamen und heute in einer Gesellschaft leben, die... Weiter...

Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln