Das Konzert Wolf Biermanns am 13. November 1976 in Köln - drei Tage vor seiner Ausbürgerung aus der DDR

von: Joachim Jauer

In der DDR hat er Auftrittsverbot, im November 1976 darf er erstmals öffentlich im Westen auftreten. Drei Tage danach hat die DDR den Liedermacher Wolf Biermann ausgebürgert. Ein historischer Beitrag aus "Kennzeichen D".

Inhalt

Auf Einladung der IG Metall kann der regimekritische Ostberliner Liedermacher Wolf Biermann, der in der DDR Auftrittsverbot hat, erstmals zu einem Konzert in den Westen reisen, nach Köln. Sein Auftritt ist am 13.11.1976. Drei Tage später beschließt das SED-Politbüro Biermanns Ausbürgerung aus der DDR mit Verweis auf seine kritischen Texte. Aber der Rausschmiss aus der DDR ist kein spontaner Akt, die DDR-Geheimpolizei Staatssicherheit hatte solche Pläne schon seit Längerem ausgearbeitet. Am Folgeabend sendet das deutsch-deutsche Fernsehmagazin im ZDF, "Kennzeichen D", moderiert von dem Journalisten Joachim Jauer einen 13-minütigen Ausschnitt aus Konzert und Proben und kommentiert die soeben verkündete Ausbürgerung. Sie hat einschneidende Wirkung auf die Kulturszene der DDR in den folgenden Jahren, prominente Künstler und Künstlerinnen, die sich mit Biermann solidarisieren, werden isoliert und ebenfalls veranlasst, die DDR zu verlassen.

Weitere Informationen

  • bpb-Begleittext: Holger Kulick

  • Produktion: 17.11.1976

  • Spieldauer: 00:13:28 (Beitrag Biermann), 00:44:50 (Gesamtsendung)

  • hrsg. von: ZDF Studio Berlin, Kennzeichen D

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