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14.11.2018

Beschäftigungsentwicklung

Die Gesamtbeschäftigung hat sich auch nach Einführung des gesetzlichen Mindestlohns weiter positiv entwickelt. Sie stieg im April 2017 im Vergleich zum April 2014 um 1,8 % beziehungsweise rund 630.000 Beschäftigte. Auch in den vom Mindestlohn besonders stark betroffenen Branchen zeigt sich eine positive Entwicklung von 1,5 % beziehungsweise rund 100.000 Beschäftigten. Dabei gab es zwei gegenläufige Trends: Während die Anzahl ausschließlich geringfügig Beschäftigter ("Minijobber") rückläufig war, nahmen die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse deutlich zu.

Entwicklung der Beschäftigung seit Einführung des gesetzlichen Mindestlohns Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Die Anzahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten ging vor allem unmittelbar nach Einführung des Mindestlohns Anfang des Jahres 2015 zurück. Ausschließlich geringfügig Beschäftigte erhielten vor der Einführung des Mindestlohns besonders häufig Stundenlöhne unter 8,50 Euro und waren somit von der Einführung des Mindestlohns am stärksten betroffen. Auch die mit dem Mindestlohngesetz eingeführte Pflicht, die Arbeitszeiten für alle geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse zu dokumentieren, trug unter Umständen dazu bei, dass Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber diese Beschäftigungsform seltener wählten. Ein Teil der geringfügigen Beschäftigung wurde in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse umgewandelt, ein Teil der sogenannten Minijobber hat sich vom Arbeitsmarkt zurückgezogen. Die inzwischen vorliegenden kausalen Wirkungsanalysen deuten darauf hin, dass sich die Gesamtbeschäftigung im Vergleich zu einer Situation ohne Mindestlohn etwas schwächer entwickelt hat. Diese negativen Beschäftigungseffekte speisen sich zum einen aus einem leichten Abbau von Arbeitsplätzen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung. Zum anderen deuten die Analysen darauf hin, dass etwas weniger sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze neu entstanden, als dies in einer Situation ohne Mindestlohn der Fall gewesen wäre.

Oliver Bruttel, Ralf Himmelreicher

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