Datenreport

Datenreport 2018



Bildungsbeteiligung, Bildungsniveau und Bildungsbudget

Bildung ist aus individueller sowie gesellschaftlicher Sicht von zentraler Bedeutung. Dem Einzelnen ermöglicht ein guter Bildungsabschluss bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt, bei der gesellschaftlichen Teilhabe und der Gestaltung der individuellen Lebensführung. Aus Unternehmersicht sind gut ausgebildete Fachkräfte ein wichtiger Standortfaktor, um im internationalen Wettbewerb um Marktanteile und Innovationen bestehen zu können. Auch für den Staat rentiert sich eine gut ausgebildete Bevölkerung: Qualifizierte Arbeitskräfte werden auch für die öffentliche Verwaltung gesucht und eine gute wirtschaftliche Entwicklung führt zu höheren Steuereinnahmen bei gleichzeitig niedrigen Sozialausgaben.

Für Staat und Gesellschaft ist es daher wichtig, jeder Person den Zugang zu Bildung zu ermöglichen – unabhängig vom eigenen Einkommen oder dem Einkommen der Eltern. Hierfür hat der Staat verschiedene Förderprogramme geschaffen (siehe Abschnitt 3.1.5).

Betrachtet man die Entwicklung des Bildungsstandes der Bevölkerung, dann gibt es signifikante Unterschiede zwischen den jüngeren und den älteren Kohorten. In den letzten Jahrzehnten ist ein klarer Trend zu höheren Bildungsabschlüssen zu erkennen. Immer mehr Personen eines Altersjahrgangs erwerben im Lauf ihres Lebens einen mittleren Abschluss oder die Hochschulzugangsberechtigung. Auch der Anteil der Bevölkerung, der studiert, hat sich deutlich erhöht, wie die stark gestiegenen Studierendenzahlen in den letzten zehn Jahren zeigen. Auf der anderen Seite nimmt der Anteil der Personen stetig ab, die maximal einen Hauptschulabschluss erwerben (siehe Abschnitt 3.1.6).

Auf ihrem Lebensweg durchlaufen die Menschen verschiedene Bildungsetappen. Bildung beginnt für einige Kinder schon in den ersten Lebensjahren durch den Besuch einer Kindertageseinrichtung. Für die meisten Kinder startet im Alter zwischen 6 und 7 Jahren die Schulzeit. Zunächst wird die Primarstufe (zum Beispiel Grundschule) und anschließend die Sekundarstufe I (beispielsweise Hauptschule, Realschule, Gymnasium) absolviert. Am Ende der Sekundarstufe I erwirbt ein Teil der Schülerinnen und Schüler einen Hauptschulabschluss oder einen mittleren Abschluss. Für andere geht es nahtlos in der Sekundarstufe II weiter, um das Abitur zu erlangen. Nach Abschluss der allgemeinbildenden Schulzeit gibt es verschiedene Möglichkeiten für den weiteren Bildungsverlauf. Ein Teil der jungen Menschen entscheidet sich für eine berufliche Ausbildung im dualen System oder an einer Berufsschule. Hier können teilweise auch allgemeinbildende Schulabschlüsse – wie die Fachhochschulreife – erworben werden. Für ein Studium entscheiden sich viele Jugendliche direkt nach der Schulzeit, andere erst nach einer beruflichen Ausbildung. Personen, die keinen allgemeinbildenden Schulabschluss erworben haben oder einen höheren nachträglich erwerben möchten, können – auch nach Ende der regulären Schulzeit – an Abendschulen ihren angestrebten Abschluss nachholen.

Das Bildungssystem in Deutschland Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Dieses Kapitel zeigt die Zahlen der Bildungsteilnehmerinnen und Bildungsteilnehmer für allgemeinbildende und berufliche Schulen sowie Hochschulen. Ergänzend enthält es auch Daten zu den Lehrkräften, den Bildungsausgaben sowie zur Bildungsförderung. Über Kinder in Kindertagesbetreuung berichtet Kapitel 2.2.

Die Bildungsdaten dieses Kapitels stammen aus der amtlichen Schulstatistik (Schülerinnen und Schüler, Absolventinnen und Absolventen, Abgängerinnen und Abgänger sowie Lehrkräfte), der Berufsbildungsstatistik (Auszubildende, Abschlussprüfungen), der Hochschulstatistik (Studierende, Studienanfängerinnen und Studienanfänger, Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen sowie Hochschulpersonal), dem Bericht Deutsche Studierende im Ausland, dem Mikrozensus (Bildungsstand der Bevölkerung) sowie der Finanzstatistik und der Hochschulfinanzstatistik (Bildungsausgaben).

Autoren: Hans-Werner Freitag, Andreas Schulz
Herausgeber: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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