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14.11.2018

Hochschulen

Der Hochschulbereich ist der Teil des Bildungssystems, der eine akademische Ausbildung vermittelt. Die Hochschulen sind von besonderer Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung und die Stellung Deutschlands im internationalen Wettbewerb, da sie wissenschaftlichen Nachwuchs qualifizieren und mit ihren Forschungsergebnissen die Grundlagen für Innovationen schaffen. Im Wintersemester 2016/2017 gab es in Deutschland insgesamt 428 staatlich anerkannte Hochschulen, darunter 181 Universitäten (einschließlich Theologischer und Pädagogischer Hochschulen sowie Kunsthochschulen) und 247 Fachhochschulen (einschließlich Verwaltungsfachhochschulen). Wegen der stärker praxisbezogenen Ausbildung nennen sich Fachhochschulen heute häufig Hochschulen der angewandten Wissenschaften.

Studierende, Studienanfängerinnen und Studienanfänger

Im Wintersemester 2016/2017 waren etwas mehr als 2,8 Millionen Studierende an deutschen Hochschulen eingeschrieben – so viele wie nie zuvor. Verglichen mit dem Wintersemester 2006/2007 hat sich ihre Zahl um 42 % erhöht. Dieser Anstieg ist auf einen längerfristigen Trend zur Höherqualifizierung zurückzuführen. Insgesamt waren 65 % der Studierenden im Wintersemester 2016/2017 an Universitäten und 35 % an Fachhochschulen eingeschrieben.

Die Zahl der "Erstis", der Studienanfängerinnen und Studienanfänger, die im Studienjahr 2016 (Sommersemester 2016 und Wintersemester 2016/2017) erstmals ein Studium an einer deutschen Hochschule aufgenommen haben, erreichte mit rund 510.000 erneut einen sehr hohen Wert. Insgesamt stieg die Zahl der Studienanfängerinnen und Studienanfänger um 48 % verglichen mit dem Studienjahr 2006. Dabei war der Zuwachs an Fachhochschulen mit + 82 % deutlich höher als an Universitäten mit + 30 %.

Studierende, Studienanfängerinnen und Studienanfänger — in Tausend Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Die Wahl eines Studienfaches wird von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst: von den persönlichen Interessen der Studienanfängerinnen und Studienanfänger, vom Studienangebot der Hochschulen oder von Zulassungsbeschränkungen (zum Beispiel Numerus-Clausus-Regelungen und hochschulinterne Zulassungsverfahren). Eine wichtige Rolle bei der Wahl des Studiengangs spielen auch die zum Zeitpunkt der Einschreibung wahrgenommenen und künftig erwarteten Chancen, die ein Studienabschluss auf dem Arbeitsmarkt bietet. Die meisten "Erstsemester" (38 %) schrieben sich 2016 in der Fächergruppe Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften ein. Dies war bereits vor zehn Jahren mit 36 % der Erstsemestereinschreibungen der Fall. Im Jahr 2016 betrug der Anteil der Studienanfängerinnen und Studienanfänger in den Ingenieurwissenschaften 28 %, was einen Anstieg um rund 4 Prozentpunkte im Vergleich zu 2006 bedeutet. Auf die Geisteswissenschaften und die Fächergruppe Mathematik / Naturwissenschaften entfiel 2016 jeweils ein Anteil von 11 % der Studienanfängerinnen und Studienanfänger. Gegenüber 2006 ist der Anteil der Geisteswissenschaften um gut 5 Prozentpunkte und damit stärker gesunken als der Anteil der Mathematik und Naturwissenschaften (– 1,5 Prozentpunkte).

Im Jahr 2016 war etwas mehr als die Hälfte (51 %) der Studienanfänger weiblich. Der Frauenanteil variierte allerdings je nach fachlicher Ausrichtung des Studiums. In den Fächergruppen Geisteswissenschaften (71 %), Humanmedizin / Gesundheitswissenschaften (70 %), Kunst /Kunstwissenschaft (64 %), Agrar-, Forst- und Ernährungswissenschaften / Veterinärmedizin (60 %) sowie Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (59 %) waren die Studienanfängerinnen deutlich in der Mehrheit. In der Fächergruppe Mathematik / Naturwissenschaften stellte sich das Geschlechterverhältnis mit einem Frauenanteil von 51 % nahezu ausgeglichen dar. In der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften (25 %) waren Studienanfängerinnen hingegen deutlich unterrepräsentiert.

Studienanfängerinnen und Studienanfänger im ersten Hochschulsemester nach Fächergruppen im Studienjahr 2016 Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Die Umstellung des Studienangebots im Zuge des Bologna-Prozesses zeichnete sich zunächst in den Studienanfängerzahlen ab, setzte sich bei der Zahl der Studierenden fort und wirkte sich zeitverzögert auf die Absolventenzahlen aus. Die Bologna-Reform hat vor allem dazu geführt, dass seit 1999 die traditionellen Diplomabschlüsse an Universitäten und Fachhochschulen gegenüber den neu eingeführten Bachelor- und Masterabschlüssen kontinuierlich an Bedeutung verloren haben

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Info 2

Der Bologna-Prozess

Im Juni 1999 unterzeichneten die Wissenschaftsministerinnen und -minister aus 29 europäischen Ländern die sogenannte Bologna-Erklärung zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulraums. Wichtigstes Ziel dieses Reformprozesses war die Einführung des zweistufigen Studiensystems mit den Abschlüssen Bachelor und Master, welche die herkömmlichen Abschlüsse an Universitäten und Fachhochschulen bis 2010 (bis auf wenige Ausnahmen) ablösen sollten. Durch die internationale Vereinheitlichung der Studienabschlüsse sollten Studierende sowie Absolventinnen und Absolventen innerhalb Europas mobiler und die Attraktivität der Hochschulen über die europäischen Grenzen hinaus gesteigert werden.

Im Studienjahr 2016 begannen 78 % der Studienanfängerinnen und Studienanfänger ein Bachelor- oder Masterstudium (ohne Lehramts-Bachelor und -Master). Zehn Jahre zuvor waren es rund 42 %. Rund 15 % der Studienanfängerinnen und Studienanfänger strebten im Studienjahr 2016 einen universitären Abschluss (zum Beispiel Diplom [Uni], Magister), 5,8 % eine Lehramtsprüfung, 1,3 % einen Fachhochschulabschluss und 0,7 % eine Promotion an. Von den Studienanfängerinnen und Studienanfängern in Lehramtsstudiengängen studierten rund 44 % die Fächergruppe Geisteswissenschaften, 24 % Mathematik / Naturwissenschaften und 21 % Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften.

Studienanfängerinnen und Studienanfänger im ersten Hochschulsemester nach angestrebtem Abschluss im Studienjahr 2016 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Ausländische Studierende

Im Wintersemester 2016/2017 waren an deutschen Hochschulen insgesamt 358.900 Studierende mit ausländischer Nationalität immatrikuliert. Im Wintersemester 2006/2007 lag der Ausländeranteil an der Gesamtzahl der Studierenden bei 12 %, sank dann leicht ab und erreichte mit 13 % einen neuen Höchststand im Wintersemester 2016/2017.

Anteil ausländischer Studierender an den Studierenden insgesamt — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Von den Studierenden mit ausländischer Nationalität waren 26 % sogenannte Bildungsinländer, die ihre Hochschulzugangsberechtigung im deutschen Bildungssystem erworben haben. Hier handelt es sich meist um Kinder von Zuwanderinnen und Zuwanderern, die teilweise bereits in der zweiten oder dritten Generation in Deutschland leben und die Staatsangehörigkeit ihres Herkunftslandes behalten haben, sowie Kriegsflüchtlinge und Asylsuchende. Die mit Abstand größte Gruppe unter den Bildungsinländern bildeten im Wintersemester 2016/2017 Studierende mit türkischer Staatsangehörigkeit (34 %), gefolgt von denen mit italienischer Herkunft (5,9 %) und denen mit griechischen Wurzeln (4,5 %).

Bildungsinländerinnen und Bildungsinländer nach Herkunftsländern im Wintersemester 2016/2017 Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Bei den sogenannten Bildungsausländerinnen und Bildungsausländern handelt es sich um die Gruppe der ausländischen Studierenden, die grenzüberschreitend mobil ist und ihre Hochschulzugangsberechtigung außerhalb Deutschlands erworben hat. Im Wintersemester 2006/2007 betrug der Anteil der Bildungsausländerinnen und Bildungsausländer an der Gesamtzahl der Studierenden rund 9,5 %, sank dann leicht ab und stieg bis zum Wintersemester 2016/2017 wieder auf rund 9,5 % an. Im Wintersemester 2016/2017 studierten 265.500 Bildungsausländerinnen und Bildungsausländer an deutschen Hochschulen, 41 % mehr als im Wintersemester 2006/2007. Die Anteile der Bildungsausländerinnen und Bildungsausländer variierten je nach fachlicher Ausrichtung des Studiums: So studierten im Wintersemester 2016/2017 rund 37 % von ihnen Ingenieurwissenschaften, 26 % Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, 12 % Geisteswissenschaften und 11 % Mathematik / Naturwissenschaften. Die meisten ausländischen Nachwuchsakademikerinnen und Nachwuchsakademiker kamen aus China (13 %), gefolgt von Indien mit 5,8 % und der Russischen Föderation mit 4,3 %.

Bildungsausländerinnen und Bildungsausländer nach Herkunftsländern im Wintersemester 2016/2017 Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Gleichzeitig lernen deutsche Studierende an ausländischen Hochschulen; im Jahr 2015 waren es rund 137.700. Das beliebteste Zielland war Österreich mit 20 % aller deutschen Auslandsstudierenden, gefolgt von den Niederlanden mit 16 %, dem Vereinigten Königreich und der Schweiz mit jeweils 11 % sowie den Vereinigten Staaten mit 7,4 %. In jedem dieser Länder studierten 2015 mehr als 10.000 Deutsche. Der Großteil der deutschen Auslandsstudierenden (69 %) blieb innerhalb der Europäischen Union.

Deutsche Studierende im Ausland nach Studienland 2015 Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen

Zwischen 2006 und 2016 stieg die Zahl der bestandenen Prüfungen an Hochschulen – auch aufgrund der Bologna-Reform – stetig an und erreichte 2016 mit 491.700 Prüfungen den bisherigen Höchststand. Frauen haben mehr als die Hälfte (51 %) der im Jahr 2016 bestandenen Hochschulabschlüsse erworben.

Von den Absolventinnen und Absolventen des Jahres 2016 erwarben 51 % einen Bachelorabschluss und weitere 25 % einen Masterabschluss. Eine Lehramtsprüfung legten 8,9 % ab und 7,0 % verließen die Hochschule mit einem Universitätsdiplom. Den Doktortitel erlangten 6,0 % der Absolventinnen und Absolventen und 2,0 % einen traditionellen Fachhochschulabschluss.

Bestandene Prüfungen an Hochschulen — in Tausend Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Das mittlere Alter (Median) der Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen, die 2016 ihr Erststudium erfolgreich abgeschlossen haben, lag bei 24 Jahren. Die Studiendauer ist abhängig von der Art des erworbenen akademischen Grades. Bei Bachelorabschlüssen betrug die mittlere Fachstudiendauer im Prüfungsjahr 7,0 Semester. Das Masterstudium baut auf ein vorangegangenes Studium – in der Regel ein Bachelorstudium – auf. Für einen Masterabschluss benötigten Studierende 2016, einschließlich der im vorangegangenen Studium verbrachten Semester, eine mittlere Gesamtstudiendauer von 11,7 Semestern. Im Vergleich dazu betrug die mittlere Gesamtstudiendauer bei Universitätsdiplomen und vergleichbaren Abschlüssen 12,3 Semester.

Personelle und finanzielle Ressourcen

Rund 691.400 Menschen waren 2016 an deutschen Hochschulen beschäftigt. Zu beachten ist, dass das Hochschulpersonal nicht nur lehrt, sondern in einem beträchtlichen Umfang Aufgaben in den Bereichen Krankenbehandlung (Universitätskliniken) sowie Forschung und Entwicklung wahrnimmt. Rund 56 % des Hochschulpersonals zählten zum wissenschaftlichen und künstlerischen Personal und rund 44 % der Beschäftigten waren in der Hochschulverwaltung oder in technischen und sonstigen Bereichen tätig.

Nahezu zwei Drittel (63 %) des wissenschaftlichen und künstlerischen Personals waren im Jahr 2016 hauptberuflich beschäftigt. Zum hauptberuflichen wissenschaftlichen und künstlerischen Personal zählen Professorinnen und Professoren, Dozentinnen und Dozenten, Assistentinnen und Assistenten, wissenschaftliche und künstlerische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Lehrkräfte für besondere Aufgaben. Weitere 37 % der Beschäftigten gehörten dem nebenberuflichen wissenschaftlichen und künstlerischen Personal an, das aus Lehrbeauftragten, wissenschaftlichen Hilfskräften sowie Gastprofessorinnen und Gastprofessoren besteht.

Steigende Studierendenzahlen erfordern einen Personalzuwachs: In den letzten zehn Jahren stieg die Zahl der insgesamt an Hochschulen in Deutschland Beschäftigten um 37 %. Das wissenschaftliche und künstlerische Personal wuchs im gleichen Zeitraum sogar um insgesamt 55 %. Dabei war im 10-Jahres-Vergleich der Anstieg beim nebenberuflichen wissenschaftlich-künstlerischen Personal deutlich stärker (+ 81 %) als beim hauptberuflichen (+ 43 %). Während im Jahr 2006 noch 79.700 Menschen in der Gruppe des nebenberuflichen wissenschaftlichen und künstlerischen Personals beschäftigt waren, stieg die Zahl bis zum Jahr 2016 auf 144.400 Beschäftigte an. Der Zuwachs ist vor allem auf die Lehrbeauftragten zurückzuführen, deren Zahl von 60.300 im Jahr 2006 auf 99.100 im Jahr 2016 gestiegen ist. Aber auch die Zahl der wissenschaftlichen Hilfskräfte hat sich mehr als verdoppelt: von 18.000 im Jahr 2006 auf 43.400 im Jahr 2016.

Wissenschaftliches und künstlerisches Hochschulpersonal — in Tausend Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Der Anstieg der Beschäftigten in der Hochschulverwaltung oder in technischen und sonstigen Bereichen fiel mit + 19 % vergleichsweise moderat aus.

Die Hochschulen in öffentlicher und privater Trägerschaft in Deutschland gaben im Jahr 2016 für Lehre, Forschung und Krankenbehandlung insgesamt 52,1 Milliarden Euro aus. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus den Ausgaben für das Personal, für den laufenden Sachaufwand sowie für Investitionen. Die Fächerstruktur bestimmt in besonderem Maße die Hochschulausgaben: Rund 47 % entfielen auf die medizinischen Einrichtungen (einschließlich zentrale Einrichtungen der Hochschulkliniken). Der Anteil der eingeschriebenen Studierenden in Humanmedizin / Gesundheitswissenschaften lag im Wintersemester 2016/2017 aber nur bei etwas über 6 %. Demgegenüber waren im gleichen Zeitraum in den Fächergruppen Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Geisteswissenschaften zusammen etwa die Hälfte (rund 49 %) aller Studierenden eingeschrieben. Ihr Anteil an den gesamten Ausgaben im Hochschulbereich betrug allerdings lediglich gut 11 %.

Die Finanzierung dieser Ausgaben erfolgt einerseits durch die Finanzausstattung, die die Hochschulen vonseiten des Trägers erhalten (sogenannte Trägermittel), andererseits große Teile durch Verwaltungseinnahmen (beispielsweise Einnahmen aus Krankenbehandlungen, Beiträge der Studierenden) sowie durch Drittmittel, die primär für Forschungszwecke eingeworben werden. Seit 2006 haben sich die Drittmitteleinnahmen von 3,9 Milliarden Euro auf 7,5 Milliarden Euro annähernd verdoppelt. Im gleichen Zeitraum stiegen die Trägermittel um 50 % (von 16,5 Milliarden Euro auf 24,7 Milliarden Euro).

Bei den laufenden Ausgaben (Grundmittel) für Lehre und Forschung handelt es sich um den Teil der Hochschulausgaben, den der Einrichtungsträger den Hochschulen für laufende Zwecke zur Verfügung stellt. Im Jahr 2016 betrugen die laufenden Ausgaben (Grundmittel) an deutschen Hochschulen durchschnittlich 7.200 Euro je Studierenden.

Die laufenden Ausgaben (Grundmittel) waren aufgrund des Ausgabenverhältnisses zu den Studierenden in den Fächergruppen unterschiedlich. Sie differierten im Jahr 2016 zwischen 4.200 Euro je Studierenden der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften bis zu 19.800 Euro je Studierenden der Humanmedizin / Gesundheitswissenschaften.

Laufende Ausgaben (Grundmittel) je Studierenden nach Fächergruppen 2016 — in Tausend Euro Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Frauen auf der akademischen Karriereleiter

Die Verwirklichung von Chancengleichheit von Männern und Frauen in Wissenschaft und Forschung ist nach wie vor ein wichtiges Thema in der deutschen Bildungspolitik. Auf den ersten Blick scheinen die Barrieren für den Zugang junger Frauen zur akademischen Ausbildung abgebaut: Jeweils etwas mehr als die Hälfte (51 %) der Studierenden im ersten Hochschulsemester und der Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen im Jahr 2016 waren Frauen. Auch der Frauenanteil auf weiterführenden Qualifikationsstufen ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Allerdings nimmt er mit steigendem Qualifikationsniveau und Status der einzelnen Positionen auf der akademischen Karriereleiter kontinuierlich ab. Während im Jahr 2016 bereits 45 % der Doktortitel von Frauen erworben wurden, lag die Frauenquote bei den Habilitationen erst bei 30 %.

Rund 53 % der im Jahr 2016 an deutschen Hochschulen Beschäftigten waren Frauen, was in etwa dem Frauenanteil (51 %) an der Gesamtbevölkerung entspricht. Im Bereich Forschung und Lehre sind Frauen allerdings immer noch unterrepräsentiert: Ihr Anteil lag in der Gruppe des hauptberuflichen wissenschaftlichen und künstlerischen Personals bei 39 %. In der Professorenschaft ist der Frauenanteil traditionell niedrig. In den vergangenen zehn Jahren ist er aber deutlich angestiegen und erreichte 2016 mit 23 % seinen bisherigen Höchststand. In den bestbezahlten Besoldungsstufen der Professoren (C4 und W3) lag der Anteil der Professorinnen bei 19 %.

Frauenanteile in verschiedenen Stadien der akademischen Laufbahn - in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Bei der Interpretation der Daten ist zu beachten, dass sich selbst ein starker Anstieg des Frauenanteils bei den Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen zunächst nicht direkt auf den Anteil bei den Habilitationen oder Professuren auswirkt, da der Erwerb von akademischen Abschlüssen sehr zeitintensiv ist. So liegen zwischen dem Zeitpunkt der Ersteinschreibung und der Erstberufung zur Professorin beziehungsweise zum Professor in Deutschland etwa 20 Jahre.

Hans-Werner Freitag, Andreas Schulz

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