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counter 14.11.2018

Scheidung / Aufhebung einer Lebenspartnerschaft

Sowohl während des in der Regel abzuwartenden Trennungsjahres als auch während der Scheidung beziehungsweise Aufhebung der eingetragenen Lebenspartnerschaft und danach fallen Behördengänge an. Bereits während des Trennungsjahres können zum Beispiel beim Familiengericht die Festsetzung von Unterhalt für ein minderjähriges Kind oder beim Jugendamt die Gewährung von Unterhaltsvorschuss beantragt werden, falls die bisherige Partnerin beziehungsweise der bisherige Partner keinen Unterhalt zahlt. Der Antrag auf Scheidung beziehungsweise Aufhebung der Lebenspartnerschaft selbst ist beim Familiengericht einzureichen. Ist diese erfolgt, können Alleinerziehende unter anderem bei der Familienkasse einen Antrag auf finanzielle Hilfen stellen. Das Finanzamt ist für den notwendigen Steuerklassenwechsel zuständig.

Die befragten Personen waren mit ihren Behördenkontakten in dieser Lebenslage nur unterdurchschnittlich zufrieden, sodass die Lebenslage einen Zufriedenheitswert von 0,88 erhielt. Dieser hat sich im Vergleich zu 2015 bei einer Steigerung von 0,06 kaum verändert. Ob bei der Scheidung beziehungsweise Aufhebung der Lebenspartnerschaft minderjährige Kinder betroffen waren, hatte keinen besonderen Einfluss auf die Zufriedenheitswerte. Sie lagen bei 0,94, wenn keine Kinder betroffen waren, und bei 0,83, wenn dies der Fall war.

Deutliche Unterschiede zeigten sich hingegen in den Bewertungen der Behörden. Das Familiengericht schnitt mit einem Zufriedenheitswert von 1,02 im Verhältnis zu den anderen Behörden der Lebenslage gut ab. Die Bürgerinnen und Bürger waren vor allem mit der Fachkompetenz und der Hilfsbereitschaft der Beschäftigten zufrieden. Erhöhte Unzufriedenheit zog das Familiengericht vor allem durch die gesamte Verfahrensdauer und unverständliche Formulare und Anträge auf sich. In Verfahren, die minderjährige Kinder betrafen, waren Männer (1,08) mit dem Familiengericht zufriedener als Frauen (0,82). Diese Situation kehrte sich um, wenn keine minderjährigen Kinder involviert waren. Dann waren Frauen (1,15) zufriedener als Männer (0,98), sodass sich die Unterschiede im Schnitt ausglichen. Das Jugendamt, das in erster Linie bei Fragen zum Unterhalt relevant wird, schnitt mit 0,58 klar unterdurchschnittlich ab. Es handelte sich um eine der schlechtesten Behördenbewertungen in der Befragung. Besonders kritisch waren männliche Befragte, die das Jugendamt lediglich mit 0,44 beurteilten, während Frauen mit 0,71 zufriedener waren. Am stärksten kritisierten alle befragten Personen an der Behörde die Informationsbereitstellung zu den Verfahrensschritten und zum weiteren Ablauf, die Hilfsbereitschaft und Fachkompetenz der Beschäftigten sowie die Öffnungszeiten. Darüber hinaus hatten die befragten Personen ein geringes Vertrauen in das Amt. Die Familienkasse schnitt mit einem Zufriedenheitswert von 1,00 überdurchschnittlich ab, während das Finanzamt in dieser Lebenslage – ebenso wie das Jugendamt – einen klar unterdurchschnittlichen Wert von 0,58 erzielte (siehe Kapitel 9.4.2, Abb 6).

Daniel Kühnhenrich

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