Datenreport

Datenreport 2018



Lebenssituation von Geflüchteten

In Kapitel 7.3 wurden bereits ausgewählte Informationen zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund insgesamt und ihrer Lebenssituation in Deutschland auf Grundlage der Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) präsentiert. In diesem Kapitel werden ebenfalls anhand der SOEP-Daten entsprechende Informationen zur Lebenssituation von Geflüchteten, die vor dem Jahr 2013 und danach in Deutschland angekommen sind, dargestellt.

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Daten und Methoden

Als Geflüchtete werden in diesem Kapitel alle Personen bezeichnet, die nach ihrer Ankunft in Deutschland ein Asylbegehren / -gesuch geäußert haben. Insofern kann es sich dabei auch um Personen handeln, die zum Befragungszeitpunkt noch keinen anerkannten Schutzstatus besaßen, sondern sich noch im Asylverfahren befanden. Geflüchtete, die 2016 unter 17 Jahre alt waren, werden bei diesen Analysen nicht berücksichtigt. Geflüchtete, die vor 2013 nach Deutschland gekommen waren, aber im Jahr 2016 nicht mehr in Deutschland lebten, da sie in ihr Herkunftsland zurück- oder in Drittstaaten gezogen sind, bleiben ebenfalls unberücksichtigt.

Um belastbare Informationen über die in den letzten Jahren nach Deutschland gelangten Geflüchteten liefern zu können, befragten das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), das Forschungszentrum Migration, Integration und Asyl des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ) sowie das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) rund 4.500 erwachsene Geflüchtete, die von Januar 2013 bis Januar 2016 nach Deutschland eingereist waren. Repräsentative Aussagen über frühere Geflüchtete können anhand einer Stichprobe vom IAB und dem SOEP gemacht werden, die unter anderem Geflüchtete, die vor 2013 nach Deutschland gekommen sind, enthält.

Bei Geflüchteten, die sich bereits länger in Deutschland aufhalten, ist eine weiter fortgeschrittene Integration zu erwarten. Aus diesem Grund werden Zuwanderinnen und Zuwanderer, die vor und ab dem Jahr 2013 als Geflüchtete erstmals in Deutschland angekommen sind, getrennt betrachtet und im Folgenden als "neuere" und "frühere" Geflüchtete bezeichnet.

Die in den letzten Jahren nach Deutschland eingewanderten Geflüchteten werden zudem in acht Herkunftsgruppen unterteilt, die den Hauptherkunftsländern der Zuwanderung von Geflüchteten zwischen 2013 und 2016 entsprechen: Syrien, Afghanistan, Irak, die ehemaligen Länder Jugoslawiens, Eritrea, Somalia, Iran sowie Pakistan. Damit sind Vergleiche zwischen Mitgliedern dieser Herkunftsgruppen möglich. Insgesamt wurden rund 600 Geflüchtete, die vor 2013 ankamen, und rund 4.000 Geflüchtete, die seit 2013 ankamen, befragt. Je nach Item kann die Zahl der Personen variieren.

Im Jahr 2015 war in Europa und in Deutschland ein großer Anstieg der Fluchtmigration zu beobachten. Konkret waren zum Jahresende 2016 rund 1,6 Millionen Schutzsuchende in Deutschland registriert (siehe Kapitel 1.2.8). Durch diesen sprunghaften Anstieg von Geflüchteten in Deutschland wurde das Thema der Fluchtmigration eines der zentralen Themen in der deutschen Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft.

Wie bereits die Gruppe der Migrantinnen und Migranten insgesamt stellten auch Geflüchtete, die im Jahr 2016 in Deutschland lebten, keine homogene Gruppe dar. Geflüchtete, die vor 2013 nach Deutschland eingereist waren, kamen mehrheitlich in den 1990er-Jahren nach Deutschland. Während es sich hierbei meist um Personen aus den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens sowie Personen aus arabischen und muslimischen Herkunftsländern handelte, kamen Geflüchtete, die ab 2013 in Deutschland eingereist waren, hauptsächlich aus Syrien, Afghanistan, Irak, den ehemaligen Ländern Jugoslawiens, Eritrea, Somalia, Iran sowie Pakistan.

Autorinnen: Maria Metzing, Diana Schacht; DIW Berlin
Herausgeber: WZB / SOEP

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