BUNDESTAGSWAHL 2021 Mehr erfahren
zurück 
10.3.2021

Teilzeitbeschäftigung

Eine Teilzeitbeschäftigung ermöglicht es in der Regel, Familie und Beruf zeitlich besser miteinander zu vereinbaren. Eine reduzierte Arbeitszeit bedeutet jedoch häufig, auf Teile des Verdienstes und der Altersvorsorge zu verzichten sowie unter Umständen eingeschränkte Karrieremöglichkeiten in Kauf zu nehmen. In der Arbeitskräfteerhebung gilt entsprechend einer Definition der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) als Teilzeit, wenn jemand weniger Stunden als Vollzeitkräfte im gleichen Betrieb beziehungsweise in der gleichen Branche arbeitet. Sie wird anhand der Selbsteinstufung der Befragten erhoben. Im Jahr 2019 waren in Deutschland 12,0 Millionen Personen im Alter von 15 bis 74 Jahren in Teilzeit beschäftigt. Ihr Anteil an allen Erwerbstätigen lag 2019 bei 28 %. Seit 2009 ist der Anteil um 2,3 Prozentpunkte gestiegen. Im Jahr 2019 war fast jede zweite erwerbstätige Frau im Alter von 15 bis 74 Jahren in Teilzeit tätig (48 %). Unter den Männern betrug dieser Anteil nur 12 %.

Nicht alle Teilzeitbeschäftigten arbeiten freiwillig verkürzt. Teilzeittätige, die gern Vollzeit arbeiten würden, aber auf dem Arbeitsmarkt keine entsprechende Stelle finden, werden auch als "unfreiwillig" Teilzeitbeschäftigte bezeichnet. Im Jahr 2019 gaben 9 % als Hauptgrund für die Teilzeitarbeit an, dass sie keinen ganztägigen Arbeitsplatz finden konnten. Knapp 8 % der Teilzeit beschäftigten Frauen und 12 % der Männer waren eigentlich auf der Suche nach einem Vollzeitjob. Da 2019 vier von fünf Teilzeitbeschäftigten Frauen waren, war die absolute Zahl der Frauen mit Wunsch nach einem Vollzeitjob deutlich höher als die der Männer. Der Anteil der unfreiwillig Teilzeitbeschäftigten insgesamt ging von 2009 bis 2019 um fast 13 Prozentpunkte zurück: Bei den Männern fiel er in diesem Zeitraum um 23 Prozentpunkte, bei den Frauen um 11 Prozentpunkte.

Hauptgrund für Teilzeitbeschäftigung 2019— in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Neben dem Umstand, keine Vollzeitstelle gefunden zu haben, gibt es noch weitere Gründe für eine Teilzeitbeschäftigung. Ein großer Teil der Erwerbstätigen arbeitet aus familiären Gründen in Teilzeit: Im Jahr 2019 nannten 24 % die Betreuung von Kindern oder anderen Angehörigen als Grund, 14 % sonstige persönliche und familiäre Verpflichtungen. Frauen übten deutlich häufiger als Männer eine Teilzeitbeschäftigung aus familiären Gründen aus. Bei den Frauen nannten 46 % eine der beiden erwähnten Ursachen, aber gerade einmal 11 % der Männer. Ein großer Teil der Männer nannte hingegen als Hauptgrund für die Teilzeitarbeit eine parallel laufende Aus- oder Weiterbildungsmaßnahme (24 %), bei Frauen traf dies lediglich bei 7 % zu. Gut ein Drittel beziehungsweise 38 % gaben keinen weiter konkretisierten Grund für ihre Teilzeitbeschäftigung an. Inwiefern bei dieser Gruppe Teilzeitarbeit freiwillig ausgeübt wird, ist nicht bekannt. Insgesamt ist davon auszugehen, dass Veränderungen bei Angeboten für Kinderbetreuung und Pflege Wünsche nach Vollzeit- oder Teilzeitarbeit beeinflussen.
Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 4.0 - Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International" veröffentlicht. Autor/-in: Christian Wingerter für bpb.de

Sie dürfen den Text unter Nennung der Lizenz CC BY-NC-ND 4.0 und des/der Autors/-in teilen.
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.

Christian Wingerter

Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln