Datenreport

Datenreport 2021



Zahlen und Fakten zur Coronapandemie

In den vorangegangenen 13 Kapiteln beschreibt der Datenreport aus verschiedenen Blickwinkeln, wie es den Menschen in Deutschland geht. In manchen Bereichen sind über einen langen Zeitraum nur wenig Veränderungen zu beobachten. Im Jahr 2020 haben die Menschen in Deutschland ganz andere Erfahrungen gemacht. Vieles, was sie als selbstverständlich und konstant betrachtet hatten, war plötzlich infrage gestellt.

Die Coronapandemie hat sich wie kaum eine andere Krise der zurückliegenden Jahre auf nahezu alle Bereiche der Gesellschaft ausgewirkt: Die in Kapitel 4.1 dargestellte positive Wirtschaftsleistung bis einschließlich 2019 kehrte sich im Jahr 2020 um in eine tiefgreifende ökonomische Krise. Die Kommunikation über digitale Medien war zwar auch zuvor schon Teil des Alltags – nun ist sie jedoch unverzichtbar geworden. Homeoffice konnte die wirtschaftlichen Auswirkungen abfedern und wird die Arbeitswelt und ihre Organisationsformen (Kapitel 5.5) auch über die Krise hinaus grundlegend verändern. Die zeitweise Schließung von Kitas und Schulen erforderte eine Neuorganisation der Kinderbetreuung in den Familien und beeinflusste damit die Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern (Kapitel 5.6). Die Schule, die im Datenreport in Kapitel 3.1 beschrieben wird, hat plötzlich innerhalb weniger Monate Herausforderungen zu bewältigen, die unter normalen Bedingungen vermutlich erst Jahrzehnte später angepackt worden wären – wenn überhaupt. Im Bereich der beruflichen Weiterbildung (Kapitel 3.2) haben individuelle und digitale Formen des Lernens während der Pandemie an Bedeutung gewonnen. Zivilgesellschaftliches Engagement (Kapitel 11.4), etwa von Freunden und Nachbarn, konnte dazu beitragen, dass älteren Menschen der Einkauf abgenommen wurde oder dass Eltern in der Phase der Schul- und Kitaschließungen entlastet wurden. Sogenannte Hamsterkäufe veränderten das Kaufverhalten bei bestimmten Waren zeitweise enorm. Sommerurlaub in der Heimat – für viele vorher nicht die erste Wahl – wird nun womöglich zur langfristigen Alternative.

Ebenso hat die Pandemie die Situation vieler Menschen verändert. Wie geht es ihnen in diesen Zeiten? Welche Ängste und Sorgen beschäftigen sie? Wichtige Fragen stellen sich auch hinsichtlich der Entwicklung sozialer Ungleichheit. Haben die bestehenden Abstände zwischen sozialen Schichten (Kapitel 8.1) und Einkommensgruppen (Kapitel 6.3) in unserer Gesellschaft zugenommen? Zeichnen sich Veränderungen der Vermögensverteilung (Kapitel 6.4) ab? Wie verändert sich die ohnehin schon schwierige Situation von Menschen in prekären Arbeits- und Lebensumständen, wie sie in Kapitel 5.4 dargestellt wurden?

Die Auswirkungen der Coronapandemie werden erst Jahre später zu bewerten sein. Manche Veränderungen werden bleiben, andere werden vermutlich früher oder später nicht mehr in Zahlen sichtbar sein. Mit diesem 14. (Sonder-)Kapitel des Datenreports wollen wir dennoch – auf Basis der Daten, die bis Redaktionsschluss vorlagen – einen aktuellen Blick auf den bisherigen Verlauf der Pandemie und deren Auswirkungen werfen.

Dabei schauen wir in Kapitel 14.1 in erster Linie auf ökonomische Indikatoren der amtlichen Statistik sowie Ergebnisse sogenannter experimenteller Daten (siehe Kapitel 14.1, Info 1). In Kapitel 14.2 greifen wir Ergebnisse der Mannheimer Corona-Studie auf, in der ab März 2020 wöchentlich rund 3.600 Personen zu verschiedenen Aspekten ihrer Arbeits- und Lebenssituation befragt wurden. Im Mittelpunkt steht die veränderte Beschäftigungssituation der Erwerbstätigen bis Anfang Juli 2020. Es zeigen sich Geschlechter-, Bildungs- und Einkommensunterschiede etwa hinsichtlich der Betroffenheit von Kurzarbeit oder der Möglichkeiten, im Homeoffice zu arbeiten. In Kapitel 14.3 beleuchten wir die Bedeutung von Homeoffice für Eltern während der Phase der Kita- und Schulschließungen. Anhand von Daten des Mikrozensus und der Mannheimer Corona-Studie wird die Nutzung von Homeoffice vor und während der Krise verglichen. Zudem wird analysiert, wie sich der Arbeitsort von Eltern während der Krise – beim Arbeitgeber versus Homeoffice – auf Zeitverwendung und Zufriedenheit in den Bereichen Arbeit und Familie ausgewirkt hat. Da COVID-19 nicht alle Bevölkerungsgruppen und -schichten auf die gleiche Weise betrifft, zeigt das Robert Koch-Institut in einem kurzen Beitrag ("Soziale Unterschiede im COVID-19-Risiko am Anfang der Pandemie") Ungleichheiten im Infektionsrisiko auf. Vor diesem Hintergrund werden in Kapitel 14.4 auf Basis von Daten des Sozio-oekonomischen Panels die Folgen der Pandemie für verschiedene Bevölkerungsgruppen untersucht. Der Fokus liegt dabei auf Einkommensungleichheiten. In den Blick genommen werden die Einkommensentwicklung, das Risiko des Arbeitsplatzverlustes, finanzielle Probleme sowie Maßnahmen am Arbeitsplatz zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie.

Autor(en): Die Herausgeber
Herausgeber: Statistisches Bundesamt (Destatis), Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB)

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