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10.3.2021

Schulische und berufliche Qualifikation

Menschen mit beziehungsweise ohne Migrationshintergrund unterscheiden sich deutlich hinsichtlich ihrer schulischen und beruflichen Qualifikation. Dies beeinflusst ihre Konkurrenzfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt und damit ihre Fähigkeit, Erwerbseinkommen zu erzielen. Ebenso wirken sich die Unterschiede auf die Höhe des Erwerbseinkommens und eine mögliche Armutsgefährdung aus.

Menschen mit beziehungsweise ohne Migrationshintergrund unterscheiden sich deutlich hinsichtlich ihrer schulischen und beruflichen Qualifikation. Dies beeinflusst ihre Konkurrenzfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt und damit ihre Fähigkeit, Erwerbseinkommen zu erzielen. Ebenso wirken sich die Unterschiede auf die Höhe des Erwerbseinkommens und eine mögliche Armutsgefährdung aus.

Im Jahr 2019 verfügten Menschen mit Migrationshintergrund generell seltener über mittlere, nicht akademische Bildungsabschlüsse. Häufiger als bei Menschen ohne Migrationshintergrund fehlten bei ihnen Schul- oder berufsqualifizierende Abschlüsse (Bildungsstand siehe Abschnitt 2.1.1, Info 2). Allerdings relativieren sich diese Aussagen, wenn man die verschiedenen Untergruppen der Bevölkerung mit Migrationshintergrund gesondert betrachtet.

So waren sowohl zugewanderte als auch hier geborene Ausländerinnen und Ausländer 2019 formal schlechter qualifiziert als Deutsche mit Migrationshintergrund. Dies galt auch, wenn man die Personen mit eigener Migrationserfahrung – also Zugewanderte – mit den in Deutschland geborenen Personen mit Migrationshintergrund – also der zweiten Generation – vergleicht. Insbesondere die zugewanderten Ausländerinnen und Ausländer im Alter von 25 bis 64 Jahren sind hinsichtlich des höchsten Berufsabschlusses sehr heterogen. So verfügten einerseits 46 % von ihnen über keinerlei Berufsabschluss, während 24 % einen akademischen Abschluss hatten. In dieser Gruppe befinden sich also sowohl verhältnismäßig viele hoch gebildete Personen als auch überproportional viele gering gebildete Menschen. Auch abhängig von der regionalen Herkunft gibt es deutliche Unterschiede. So haben knapp die Hälfte aller Personen mit Migrationshintergrund aus Nord- beziehungsweise Mittel- und Südamerika einen akademischen Abschluss (53 beziehungsweise 48 %), aber nur 16 % der Personen mit Wurzeln in europäischen Ländern, die nicht zur EU gehören.

Ein Blick auf die bildungsbezogenen Daten zur Integration zeigt, dass sich der Anteil der 25- bis 34-jährigen (Fach-)Hochschulabsolventen an den Personen mit Migrationshintergrund von 2005 (14 %) bis 2019 verdoppelt hat. Er entspricht nun mit 28 % fast dem der gleichaltrigen (Fach-)Hochschulabsolventen in der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund (29 %). Die positive Entwicklung des steigenden Bildungsniveaus der Bevölkerung mit Migrationshintergrund verlangsamte sich durch die seit 2014 vermehrte Zuwanderung von geringer qualifizierten Personen. In einigen Bereichen kehrte sich dieser Trend sogar um. So verringerte sich beispielsweise der Anteil der 18- bis 24-Jährigen ohne Schulabschluss zwischen 2005 und 2011 von rund 11 auf 8 %; anschließend stieg er bis 2019 wieder auf 14 %.

Bevölkerung nach Migrationsstatus, Herkunftsregion und höchstem berufsqualifizierenden Abschluss 2019 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Betrachtet man jedoch die Qualifikation der Personen mit eigener Migrationserfahrung im Alter von 25 bis 64 Jahren, stellt man fest: Je später die Zuwanderung erfolgte, umso größer war der Anteil derjenigen mit Abitur und Hochschulabschluss. Unter den nach dem Jahr 2000 Zugewanderten ist dieser Anteil deutlich höher als bei der gleichaltrigen Bevölkerung ohne Migrationshintergrund. Dies zeigt, dass Deutschland seit dem Jahr 2000 ein attraktives Zielland für hoch qualifizierte Zuwanderinnen und Zuwanderer geworden ist.
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Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 4.0 - Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International" veröffentlicht. Autor/-in: Anja Petschel für bpb.de

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Anja Petschel

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