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11.3.2021

Energie: Ausgaben, Einnahmen und Preise

Ausgaben für Wohnenergie

Zu den Ausgaben der privaten Haushalte für Wohnenergie zählen deren Kosten für Strom, Gas, Heizöl, Kohle, Holz und andere feste Brennstoffe sowie Fernheizung und Warmwasser. Im Jahr 2018 gaben die privaten Haushalte in Deutschland dafür durchschnittlich 146 Euro im Monat aus. Im Vergleich zu 2008 mit 140 Euro monatlich war das ein Anstieg um 4,8 %. Dieser fiel damit weniger stark aus als die Preissteigerungen für Strom, Gas und andere Brennstoffe im gleichen Zeitraum (+ 9,7 %), Das dürfte sowohl auf Einspareffekte als auch auf Effizienzsteigerungen und Wechsel der Energieträger zurückzuführen sein. Zwischenzeitlich waren die Ausgaben der privaten Haushalte für Wohnenergie aufgrund des sehr starken Energiepreisanstiegs auf 156 Euro monatlich im Jahr 2013 angewachsen. Neue, energieeffizientere Heizsysteme und preisgünstige Heizenergiearten haben vermutlich den Rückgang der Wohnenergieausgaben begünstigt. Darüber hinaus hat der Einsatz von Photovoltaik und Solarthermie in den privaten Haushalten zugenommen. Der selbsterzeugte Strom senkte somit ebenfalls die Verbrauchsausgaben der Haushalte.

Mit der Anzahl der Personen im Haushalt steigen die Ausgaben für Wohnenergie, allerdings unterproportional. Alleinlebende gaben im Jahr 2018 durchschnittlich 106 Euro im Monat für Wohnenergie aus, Vierpersonenhaushalte 192 Euro monatlich, also nur etwa das 1,8-fache der Ausgaben von Einpersonenhaushalten.

Mit durchschnittlich 69 Euro im Monat gaben die privaten Haushalte 2018 fast die Hälfte (47 %) ihrer Wohnenergieausgaben für Strom aus, gefolgt von den Ausgaben für Gas (28 %) und Heizöl (13 %). Seit 2008 haben sich leichte Verschiebungen in der Struktur der Wohnenergieausgaben ergeben: Während die Ausgabenanteile für Strom und Gas gestiegen sind, ist insbesondere der Anteil der Ausgaben für Heizöl zurückgegangen.

Struktur der Ausgaben privater Haushalte für Wohnenergie — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Einnahmen aus dem Verkauf von Solarstrom

Rund 2,9 % der privaten Haushalte in Deutschland (1,2 Millionen Haushalte) hatten im Jahr 2018 Einnahmen aus dem Verkauf von Solarstrom. Im Jahr 2013 waren es 2,4 % (927.000 Haushalte). Die Einnahmen dieser Haushalte lagen 2018 bei durchschnittlich 243 Euro im Monat und sind somit im Vergleich zu 2013 mit monatlich 328 Euro um 26 % gesunken. Das liegt zum einen am Rückgang der Einspeisevergütung, die die Haushalte je Kilowattstunde Strom vom Netzbetreiber erhalten. Zum anderen kann auch ein zunehmender Eigenverbrauch des selbsterzeugten Stroms – und damit eine geringere Einspeisung in das Netz – die Ursache dafür sein.

Haushalte mit Einnahmen aus dem Verkauf von Solarstrom — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Mit steigender Personenzahl im Haushalt wächst die Quote der Haus- und Grundbesitzer. Photovoltaikanlagen werden hauptsächlich auf dem im Eigentum befindlichen Hausdach installiert. Somit steigt auch der Anteil der Haushalte mit Einnahmen aus dem Verkauf von Solarstrom mit zunehmender Haushaltsgröße. Während 2018 nur 0,9 % der Einpersonenhaushalte Einnahmen dieser Art hatten, waren es bei den Zweipersonenhaushalten bereits 3,5 % und bei den Vierpersonenhaushalten 6,3 %.

Energiepreise

Die Preise für Energie stiegen zwischen 2009 und 2019 für Verbraucherinnen und Verbraucher um 15 %, darunter die Preise für Haushaltsenergie um 16 %. Kraftstoffe haben sich im Zeitraum von 2009 bis 2019 um 13 % verteuert. Diese Steigerungsraten entsprachen in etwa der Erhöhung der gesamten Verbraucherpreise (+ 14 %).

Preisentwicklung für ausgewählte Energieprodukte — 2015 = 100 Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Die Strompreisentwicklung hebt sich von diesen Werten im Betrachtungszeitraum deutlich ab. So verteuerte sich Strom als wichtiger Haushaltsenergieträger im gleichen Zeitraum um 38 %. Die jährlichen Preisanstiege fielen vor allem in den ersten fünf Jahren überdurchschnittlich aus. Im Verlauf der betrachteten zehn Jahre stiegen die Strompreise für Verbraucherinnen und Verbraucher am kräftigsten im Jahr 2013 gegenüber dem Vorjahr (+ 12 %). Dieser starke Preisanstieg dürfte mit der Erhöhung der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (kurz: EEG-Umlage) und der Erhöhung der Netzentgelte zu tun haben. Beispielsweise stieg die EEG-Umlage nach Angaben der Bundesnetzagentur von 3,60 Cent je Kilowattstunde im Jahr 2012 auf 5,28 Cent je Kilowattstunde im Jahr 2013 und damit um rund 47 %.

Von 2014 bis 2018 war die Preisentwicklung für Strom moderat, 2019 wurde Strom erneut deutlich teurer. Mit einem Anstieg von 3,4 % gegenüber dem Vorjahr lag der Preisanstieg bei Strom über der Gesamtteuerung der Verbraucherpreise (2019: + 1,4 %).

Jährliche Veränderungsraten für den Strompreis aus Sicht der privaten Haushalte — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Die Preisentwicklung anderer Energieträger der Haushaltsenergie wie Gas oder Heizöl unterscheiden sich deutlich von der Strompreisentwicklung. Insbesondere weisen Heizöl und Kraftstoffe eine stark schwankende Preisentwicklung im Betrachtungszeitraum auf.
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Katharina Brockjan, Lucia Maier, Kristina Kott, Nadin Sewald

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