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10.3.2021

Fazit

Auch drei Jahrzehnte nach der deutschen Vereinigung lassen sich für Ost- und Westdeutschland erhebliche Unterschiede in den Einstellungen hinsichtlich der geschlechtlichen Aufgabenteilung erkennen: Ostdeutsche stimmen deutlich seltener der traditionellen Rollenverteilung zwischen Frau und Mann zu als Westdeutsche. Auch bleiben Geschlechterunterschiede seit Jahrzehnten stabil bestehen: Frauen sind einerseits etwas seltener traditionell eingestellt, gleichzeitig scheint es unter Frauen auch häufiger den Anspruch zu geben, sich primär um die Familienarbeit zu kümmern. Bei der Frage, welches Erwerbsmodell für Mütter ideal ist, zeigt sich eine überwiegende Teilzeitorientierung für Mütter von Kleinkindern. Diesen Anspruch erheben Frauen häufiger als Männer. Müttern kommt eine besondere Verantwortung zu: Ihre Präsenz zu Hause am Nachmittag wird als äußerst wichtig beurteilt. Sie sind nach wie vor die zentralen Betreuungs- und Bezugspersonen – zumindest unter der Woche. Gleichzeitig sollen sie aber auch zum Familieneinkommen und damit zu ihrer eigenen Unabhängigkeit beitragen. Für Väter zeigt sich zunehmend der Anspruch, die Erwerbsarbeit zugunsten der Kinderbetreuung und Familienarbeit zu reduzieren, der Wunsch nach den "Neuen Vätern" wird lauter. Mutter- und Vaterleitbilder sind im Umbruch, neue Vorstellungen lösen die alten, traditionellen Leitbilder schrittweise ab, wenngleich sie noch häufig miteinander konkurrieren. Es etablieren sich neue, vermehrt egalitäre Vorstellungen der Aufgabenteilung.
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Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 4.0 - Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International" veröffentlicht. Autor/-in: Sabine Diabaté für bpb.de

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Sabine Diabaté

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