Barnier, Michel

[* 9.1.1951 bei Grenoble] ehemaliger EU-Kommissar aus Frankreich. Studium (Ecole Supérieur de Commerce, Paris).

Im Stab mehrerer Minister. 1978–93 in der Nationalversammlung (Rechtsbürgerliche, RPR). Präsident des Conseil Général im Departement Savoie (1982–99). Minister für Umweltschutz (ab 1993) und Europa (1995–97). 1999–2004 Senator. EU-Kommissar für Struktur- und Regionalpolitik (1999– 2004); zuständig für den Strukturfonds (40 Mrd. €) und Förderer der Osterweiterung. 2004/05 Außenminister; 2007–09 Minister für Landwirtschaft/ Fischerei. 2009 Ko-Spitzenkandidat (UMP) bei den Europawahlen.

2010–14: Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistungen (darunter Aufsicht über Finanzdienstleister). Setzte sich ein für eine Reform der Finanzmärkte und der Wirtschaftsprüferbranche sowie eine Finanztransaktionssteuer. Plädierte für eine Regulierung von Ratingagenturen. Von Oktober 2016 bis 2019 war B. als Chefunterhändler der EU-Kommission in den Verhandlungen mit Großbritannien über den EU-Austritt (»Brexit«) tätig. Am 22.10.2019 hat die Kommission die Einrichtung einer »Task Force für die Beziehungen zum Vereinigten Königreich« beschlossen und B. zum Leiter bestimmt. Diese Gruppe führt stellvertretend für die EU und ihre Mitgliedstaaten die Verhandlungen mit Großbritannien über ein Freihandelsabkommen und über andere Themen der künftigen Zusammenarbeit (z. B. Außen- und Sicherheitspolitik).

Literatur


aus: Große Hüttmann / Wehling, Das Europalexikon (3.Auflage), Bonn 2020, Verlag J. H. W. Dietz Nachf. GmbH. Autor des Artikels: Ch. Stehle

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