FRONTEX

Die Europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen [frz.: Agence européenne pour la gestion de la coopération opérationnelle aux frontières extérieures] wurde 2004 durch eine Verordnung des Rates der EU gegründet und hat ihren Sitz in Warschau, Polen, wo sie im Mai 2005 ihre Arbeit aufnahm. Sie ist damit die erste EU-Agentur, die in einem neuen Beitrittsland beheimatet ist. 2017 wurde F. zur Europäischen Agentur für die Grenz- und Küstenwache ausgebaut (engl.: European Border and Coast Guard Agency). Der Begriff F. ist aber weiterhin gebräuchlich. F. soll im Rahmen des sog. Raumes der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts den Schutz der Außengrenzen der EU verbessern. Nach dem Wegfall vieler Binnengrenzen in der EU durch das Schengen-Abkommen bekam die Sicherung der Außengrenzen eine zusätzliche Bedeutung. Die Aufgaben von F. sind dabei die Koordinierung der EU-Mitgliedstaaten, die Unterstützung bei der Ausbildung von Grenzschutzbeamten, die Entwicklung von gemeinsamen Modellen zur Gefahrenbewertung, die Risikoanalyse und die Unterstützung der Mitgliedstaaten in besonderen Situationen. Eine der Operationen der Agentur unter dem Namen »Poseidon« versuchte, die illegale Einwanderung im östlichen Mittelmeer mit Kontrollen der Land- und Seegrenzen einzudämmen. Die Mitgliedstaaten bleiben dabei aber grundsätzlich zuständig für die Überwachung der Außengrenzen. F. ergänzt diese Arbeit lediglich. Im Zuge der sog. Flüchtlingskrise (seit 2015) ist die Rolle und Bedeutung von F. gewachsen. Das Budget für 2018 betrug ca. 320 Mio. €; 700 Mitarbeiter waren 2019 bei F. beschäftigt. Die EU hat sich im März 2019 darauf verständigt, die Zahl der Grenzschutzbeamten, die für F. tätig sind, bis 2027 schrittweise auf 10.000 zu erhöhen. Auch Schengen-Staaten, die nicht Mitglied in der EU sind (z. B. Island und Norwegen), arbeiten bei F. mit.

Internet

Literatur

Siehe auch:
Europäische Agenturen

aus: Große Hüttmann / Wehling, Das Europalexikon (3.Auflage), Bonn 2020, Verlag J. H. W. Dietz Nachf. GmbH. Autor des Artikels: T.-C. Bartsch

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