Karlspreis

Der Internationale K. zu Aachen wird seit 1950 jährlich an Personen oder Institutionen vergeben, die sich in besonderer Weise um die europ. Einigung verdient gemacht haben. Der K. gilt als eine der höchsten europ. Auszeichnungen. Der Preis trägt den Namen Karls des Großen (* 748 · † 814); Aachen war die bevorzugte Pfalz des im Jahre 800 zum Kaiser gekrönten Herrschers über das Frankenreich. Der K. geht zurück auf eine Initiative aus der Aachener Bürgerschaft im Dezember 1949, die in Karl dem Großen einen frühen »Europäer« sah. Der K. besteht aus einer Medaille, einer Urkunde und einem Preisgeld in Höhe von 5.000 €. Die Preisträger werden vom Karlspreisdirektorium ausgewählt, dem 17 Personen angehören. Der erste Preisträger war der Verfechter der europ. »Reichs«-Idee und Begründer der Paneuropabewegung, Graf Coudenhove-Kalergi (1950); weitere Preisträger waren u. a. der erste dt. Bundeskanzler Konrad Adenauer (1954), die Kommission der EG (1969), der dt. Bundespräsident Walter Scheel (1977), der span. König Juan Carlos (1982), der frz. Staatspräsident François Mitterrand und dt. Bundeskanzler Helmut Kohl (1988), der EU-Kommissionspräsident Jacques Delors (1992), der poln. Außenminister Bronisław Geremek (1998), der US-Präsident Bill Clinton (2000), der Euro (2002), der Hohe Vertreter der GASP Javier Solana (2007), die dt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (2008), der dt. Finanzminister Wolfgang Schäuble (2012) und der franz. Präsident Emmanuel Macron (2018). Nominiert für 2020 ist der rumän. Präsident Klaus Johannis (Stand Ende 2019). Im Jahre 2004 wurde Papst Johannes Paul II. der Außerordentliche Internationale Karlspreis verliehen. Seit 2008 gibt es auch einen Europäischen Karlspreis für die Jugend, mit dem Projekte von jungen Menschen im Bereich der europäischen und weltweiten Verständigung gewürdigt werden.

Internet

Literatur


aus: Große Hüttmann / Wehling, Das Europalexikon (3.Auflage), Bonn 2020, Verlag J. H. W. Dietz Nachf. GmbH. Autor des Artikels: M. Große Hüttmann

Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln