Kyoto-Protokoll

Das nach der jap. Stadt Kyoto benannte Protokoll ist das wichtigste Instrument im Kampf gegen den Klimawandel. Es wurde 1997 beschlossen, trat 2005 in Kraft und stellt eine Zusatzvereinbarung zum Rahmenübereinkommen der UN über Klimaänderung von 1992 dar. Die am K. beteiligten Staaten, darunter die meisten Industriestaaten (nicht aber USA und Australien), verpflichten sich, die Emissionen bestimmter Treibhausgase im Zeitraum 2008–12 um mindestens 5 % unter den Wert des Jahres 1990 zu senken. Die Europäische Kommission hat im Namen der EU an den internationalen Verhandlungen zum Klimaschutz teilgenommen und ist die Verpflichtung eingegangen, dass die Mitgliedstaaten der EU ihre gesamten Treibhausgasemissionen im Zeitraum 2008–12 um 8 % verringern. Das K. wurde von der EU und den Mitgliedstaaten ratifiziert, und innerhalb der EU wurden Verpflichtungen der einzelnen Staaten zur Beschränkung und Senkung der Emissionen festgelegt. Das K. sieht mehrere ökonomisch ausgerichtete Mechanismen zur Erreichung seiner Ziele vor, z. B. Emissionsrechtehandel, Zusammenarbeit von Industrie- und Entwicklungsstaaten, die gemeinsame Erfüllung der Reduktionsziele innerhalb einer Staatengruppe bei unterschiedlichen Verpflichtungen der Einzelstaaten (für die EU relevant). In den einzelnen EU-Mitgliedstaaten werden auf dieser Grundlage konkrete Maßnahmen getroffen, etwa zur Steigerung der Energieeffizienz und zur stärkeren Nutzung erneuerbarer Energien. Die Vertragsstaaten verständigten sich im Dezember 2007 auf der Konferenz der Klimarahmenkonvention der UN auf Bali darauf, Verhandlungen über weitere Reduktionsverpflichtungen ab 2013 zu beginnen. Weder auf der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen 2009 noch in Cancún 2010 konnte eine Nachfolgeregelung für das K. gefunden werden. Erst in Durban 2012 wurde vereinbart, das K. zu verlängern, jedoch fehlten bis jetzt Details zu konkreten Regelungen und ihrer Umsetzung. Eine Verlängerung des K. auf der 18. Weltklimakonferenz wurde in Doja (Katar) Ende 2012 beschlossen; das Pariser Klimaabkommen (2015) ist das Nachfolgeabkommen des K.

Literatur

Siehe auch:
Pariser Klimaabkommen
Ratspräsidentschaft
Klimapolitik der EU

aus: Große Hüttmann / Wehling, Das Europalexikon (3.Auflage), Bonn 2020, Verlag J. H. W. Dietz Nachf. GmbH. Autor des Artikels: A. Eppler

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