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Lenaerts, Koen

[* 20.12.1954 in Mortsel, Belgien] belg. Jurist und seit dem 8.10.2015 Präsident des Europäischen Gerichtshofs (EuGH; Sitz: Luxemburg).

Studium der Rechtswissenschaften (Universitäten Namur und Leuven, Belgien), 1978 Master of Law (LL.M.) an der Harvard Universität (USA) und Abschluss Master of Public Administration (1979), 1982 Promotion an der Katholischen Universität Leuven mit einer rechtsvergleichenden Studie zum EuGH und dem US-amerikanischen Supreme Court. 1983 Professur für Europarecht an der Universität Leuven und Direktor des dortigen Instituts für Europarecht; parallel von 1984 bis 1989 Lehrtätigkeit am Europakolleg in Brügge (Belgien). Tätigkeit als Rechtsanwalt in Brüssel (1986-89), Gastprofessur an der Harvard Universität. 1984-85 als Rechtsreferent am EuGH tätig, ab 1989 Richter am Europäischen Gericht Erster Instanz und 2003 Wahl zum Richter am EuGH, Vizepräsident des EuGH zwischen 2012 und 2015. L. war an vielen wegweisenden Urteilen beteiligt (z. B. zum Diskriminierungsverbot bei Versicherungstarifen, zur Vorratsdatenspeicherung und Euro-Rettungspolitik). L. ist Autor wichtiger europarechtswissenschaftlicher Publikationen und sitzt in Herausgeber- bzw. Beratergremien einschlägiger europarechtlicher Fachzeitschriften (z. B. European Law Review, European Constitutional Law Review); er kritisiert die Maßnahmen der polnischen Regierung zur Einschränkung der Gewaltenteilung und des Justizsystems.

Internet

Literatur

Siehe auch:
Europäischer Gerichtshof (EuGH)
Europakolleg Brügge

aus: Große Hüttmann / Wehling, Das Europalexikon (3.Auflage), Bonn 2020, Verlag J. H. W. Dietz Nachf. GmbH. Autor des Artikels: M. Große Hüttmann

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