Feudalismus

Ordnungssystem im Mittelalter
Der Feudalismus war eine Form der gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Ordnung, die sich im Mittelalter (ungefähr ab dem 10. Jahrhundert) in West- und Mitteleuropa herausbildete. Der Monarch (das war der Kaiser oder der König), der Adel und die Kirche waren die Grundbesitzer, sie bildeten die führende Schicht. Ihnen gehörten die Ländereien. Sie gaben bestimmte Rechte und Land (sogenannte Lehen) an Untertanen für treue Dienste weiter.

Ein Bauer liefert seine Steuer, den "Zehnt", an seinen Grundherrn ab, Holzschnitt von 1520 (© picture-alliance)


Vasallen und Lehen
Die Untertanen, die die "Lehen" erhielten, nannte man "Vasallen". Sie durften das Land nutzen, mussten dafür dem König ergeben sein. Sie mussten bereit sein, zum Beispiel mit dem Feudalherrn (dem Lehnsherrn) in den Krieg ziehen. Den Grundherren wiederum waren die Bauern untertan. Sie bestellten das Land und schuldeten dafür dem Grundherren Abgaben (die Fron). Sie hatten als Unfreie keine eigenen Rechte und oftmals ging es ihnen als Leibeigenen so wie Sklaven.
Im Zeitalter der Aufklärung, ab dem 18. und mehr noch im 19. Jahrhundert, wurde das vom Handel und Gewerbe lebende Bürgertum in den Städten immer stärker. Nach und nach verlor der Feudalismus an Grundlage und Bedeutung und es begannen bürgerlich-demokratische Herrschaftsformen.

Woher das Wort kommt
Der Begriff "Feudalismus" kommt vom lateinischen Begriff "feudum" und heißt abgeleitet "Lehngut".

Quelle: Gerd Schneider / Christiane Toyka-Seid: Das junge Politik-Lexikon von www.hanisauland.de, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2020.

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